ALfA-Newsletter vom 02.05.2003

News

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Deutscher Forscher in USA erfolgreich: Droht die Eizellenproduktion im Labor?

Washington (ALfA). Ein deutscher Forscher, der seit vier Jahren in den USA arbeitet, hat erstmals Eizellen künstlich hergestellt. Das berichten unter anderen "Die Tageszeitung", das "Hamburger Abendblatt" und die "Frankfurter Rundschau" (Ausgaben vom 2. Mai). Der Forschergruppe um den Entwicklungsbiologen Hans R. Schöler von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia ist es im Tierversuch gelungen, Eizellen aus embryonalen Stammzellen zu gewinnen, so die Zeitungen.

Die Forscher konnten die Umgebung der Zellen im Reagenzglas in der Weise optimieren, dass sich spontan und ohne Zusatz wachstumsfördernder Mittel aus den Stammzellen Eizellen bildeten. Obwohl diese nicht befruchtet waren, entwickelten sie sich zu Blastozysten weiter, einem frühen Embryonenstadium. Die Forscher hoffen, dass sich das Gebiet der Stammzellforschung mit Hilfe dieser Erkenntnisse bald deutlich erweitern lasse. Nach Ansicht Schölers ist nicht ausgeschlossen, dass differenzierte Körperzellen, etwa Hautzellen, eines Tages in embryonale Stammzellen zurückgewandelt werden können.

Der US-Bioethiker Arthur Caplan sprach von einem "ethischen Erdbeben". Sollten künstlich hergestellte menschliche Eizellen tatsächlich in der Medizin einsetzbar sein, würde nach seiner Einschätzung eines der größten Bedenken gegen therapeutisches Klonen wegfallen. Wenn die gleichen Eizellen aber auch befruchtet und zum Klonen von Menschen genutzt werden könnten, würde dies den Proteststurm erst richtig entfachen.

(mehr dazu: www.taz.de; www.abendblatt.de; www.fr-akuell.de)

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Verantwortliche Wissenschaft: Deutscher Genforscher fordert "Stammzell-TÜV"

Essen (ALfA). Eine "TÜV-Plakette für Stammzellen" hat der Essener Genforscher Hans-Werner Denker gefordert. Das meldet "Die Tagespost" (Ausgabe vom 29. April). Die Forschung dürfe sich nur auf jene Stammzellen begrenzen, aus denen sich keine ganzen Menschen bilden könnten, habe der Kritiker menschlicher embryonaler Stammzellforschung dem Wissenschaftsmagazin "Transfer" gesagt.

Noch nicht abschließend geklärt sei die Frage, ob sich aus menschlichen embryonalen Stammzellen ganze Embryonen oder nur Zellmasse bilden könnten. Denker habe ein Siegel gefordert, das gewährleisten soll, dass Forscher nur embryonale Stammzellen erhielten, die nachweislich ihre Totipotenz im Laufe der Entwicklung verloren hätten und somit nicht mehr zu einem Embryo heranwachsen könnten.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Funktioniert nur in der Theorie: Warum Frauen trotz Kontrazeptiva schwanger werden

Cedex (ALfA). Laut einer Umfrage in Frankreich sind ein Drittel aller Schwangerschaften nicht geplant. Die betroffenen Frauen führten dies in zwei Drittel der Fälle auf ein Versagen der Verhütung zurück. Das berichten das Magazin "Stern" (Online-Ausgabe vom 2. Mai) sowie das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 1. Mai). Beide Medien berufen sich dabei auf eine Studie, die eine Gruppe um Nathalie Bajos vom INSERM Institut in Le Kremlin Bicetre Cedex jüngst veröffentlicht hat. Danach bleibe die Kontrazeption in der alltäglichen Realität weit hinter den in der Literatur angegebenen Werten zurück.

Laut der Studie kam es jeweils zu einem Fünftel der ungewollten Schwangerschaften trotz Einnahme der Pille oder der Anwendung einer natürlichen Methode der Fruchtbarkeitsregulierung. Etwa jede achte ungewollte Schwangerschaft entstand trotz des Gebrauchs eines Kondoms. Jede zehnte trotz einer Spirale oder vergleichbarer Techniken.

Bajos erklärt das häufige Versagen der Verhütungsmittel mit inkonsequenter oder fehlerhafter Anwendung. So hätten sechzig Prozent der ungewollt Schwangeren eine oder mehrer Pillen vergessen. Weitere zwanzig Prozent führten das Versagen der Pille auf Krankheit oder andere Medikamente zurück. Viele Frauen hätten allerdings keine Erklärung für das Versagen der Kontrazeptiva.

(mehr dazu: www.stern.de; www.ärzteblatt.de)

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PND macht niemand glücklich: Kinder wegen fehlerhafter Tests abgetrieben

London (ALfA). Bei zahlreichen Frauen in den USA haben fehlerhafte pränatale Untersuchungen zu Fehlgeburten und Abtreibungen geführt. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Online-Ausgabe vom 30. April). Die Fehler seien auf mangelnde Sachkenntnis vom medizinischen Personal, aber auch auf systematisches Fehlverhalten in medizinischen Unternehmen zurückzuführen. So seien beim Versuch, die Anlage für die Erbkrankheit Mukoviszidose durch Früherkennung bereits beim Embryo festzustellen, serienmäßig Fehler aufgetreten.

In den USA werden im Rahmen des weltweit größten Screening-Programms zur Erkennung eines Mukoviszidose-Risikos monatlich mehrere zehntausend DNA-Tests durchgeführt.

(mehr dazu: www.newscientist.com)

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Neues aus dem Land der Henker: Holland meldet 1672 Euthanasiefälle in 2002

Den Haag (ALfA). Im vergangenen Jahr sind in den Niederlanden 1882 Fälle von Sterbehilfe gemeldet worden. Das berichtet das "Rotterdams Dagblad" (Ausgabe vom 29. April). Im Jahr 2001 sind 2054 Menschen unter Berufung auf das Euthanasie-Gesetz getötet worden, im Jahr 2000 waren es 2123.

Bei den 1882 gemeldeten Fällen sei es bei 1672 um Euthanasie gegangen, bei 184 um Beihilfe zum Selbstmord und bei 26 um eine Kombination aus beidem. Die meisten der getöteten Patienten litten nach Angabe der Zeitung an Krebs. In fünf Fällen seien gerichtliche Schritte eingeleitet worden, da die gesetzlichen Kriterien für eine Euthanasie vermutlich nicht eingehalten worden seien.

Die gemeldeten Zahlen gelten als äußerst unsicher, da es als wahrscheinlich angesehen werden muss, dass Ärzte in zahlreichen Fällen Euthanasie illegal anwenden, um den komplizierten Meldeweg zu umgehen.

(mehr dazu: www.rotterdamsdagblad.nl)

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Studium generale: Eichstätter Ringvorlesung geht über Sterben und Tod

Eichstätt (ALfA). "Vor der Uferwand der Endlichkeit - Sterben und Tod im Leben des Menschen" lautet das Thema der diesjährigen "Eichstätter Ringvorlesung". Das meldet "Die Tagespost" (Ausgabe vom 26. April). In der Reihe werden gesellschaftliche Probleme fächerübergreifend aufgegriffen. Mit der Theologie, Medizin, Psychologie und der Philosophie soll ein Bogen von der Wissenschaft zur Lebenshilfe gespannt werden.

Fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion beschäftigen sich mit dem Sterben und dem Tod des Menschen. "Kann man Sterben lernen?" ist der Titel des Eröffnungsvortrages von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz am 30. April. Am 14. Mai spricht Erwin Moede über ""Ausgebrannt". Vom seelischen Tod des Menschen", am 21. Mai Volker Sänger über "Töten aus Mitleid? Zur aktuellen Euthanasiedebatte aus medizinischer Sicht", am 4. Juni Burkard M. Zapff über "Biblische Perspektiven zu Sterben und Tor des Menschen" und am 17. Juni Stephan E. Müller über "Nicht leben und nicht sterben können. Tabu-Thema Suizid". Alle diese Veranstaltungen finden jeweils um 20.15 Uhr im Raum 101 im Kollegiengebäude A in Eichstätt statt. Die am 2. Juli die Reihe abschließende Podiumsdiskussion "Umgang mit Endlichkeit, Sterben und Tod - ein ungelöstes Schlüsselproblem unserer Gesellschaft" mit den Teilnehmern Bischof Dr. Walter Mixa, Not-Rupprecht Siegel, Irene Stiegler, Erwin Moede und Stephan E. Müller beginnt ebenfalls um 20.15 Uhr und findet in Raum 201 statt.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de; www.ku-eichstaett.de/reihen)


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