ALfA-Newsletter vom 03.12.2004

News


 

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"Pille danach" weiter rezeptpflichtig: BVL-Vorsitzende spricht von "Sieg der Vernunft"

Berlin (ALfA). Die Entlassung der "Pille danach" aus der Verschreibungspflicht ist derzeit nicht in Aussicht genommen. In einer Pressemitteilung des Bundesverband Lebensrecht (3. Dezember) heißt es, dies habe das Bundesministerium für Gesundheit der Bundestagsabgeordneten Dr. Flachsbarth auf deren Anfrage bereits vor Wochen mitgeteilt. Als Grund nannte das Ministerium, dass mit der erforderlichen Zustimmung des Bundesrates nicht zu rechnen sei.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht , Claudia Kaminski, zeigte sich erstaunt, dass diese Entscheidung bisher nicht zu den Medien vorgedrungen sei. "Offenbar hat das Ministerium eine stille Beerdigung dieses Vorhabens vorgezogen", erklärte Kaminski. "Eine von Pro Familia vehement erhobene Forderung ist damit gescheitert." Dies sei "ein Sieg der Vernunft". Es sei erfreulich, dass sich die Mehrheit der Bundesländer den schwerwiegenden Bedenken gegen eine rezeptfreie Abgabe der "Pille danach" nicht verschlossen habe.

(mehr dazu: www.bv-lebensrecht.de)

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UNO fordert Malta zur Liberalisierung von Abtreibungen auf: Scharfe Kritik der Kirche

Floriana (ALfA). Die Vereinten Nationen haben Malta aufgefordert, seine Abtreibungsgesetze zu überarbeiten. Das meldet die katholische Nachrichtenagentur "Zenit" (2. Dezember). Das United Nations Committee on Economic, Social and Cultural Rights (UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte) habe in einer Empfehlung verlangt, Malta müsse in bestimmten Fällen vom generellen Abtreibungsverbot Abstand zu nehmen.

Unterdessen haben die Bischöfe von Malta in einer gemeinsamen Erklärung den Vorstoß der Vereinten Nationen scharf kritisiert. "Der Druck, den der Rat der Vereinten Nationen zur Legalisierung der Abtreibung unter bestimmten Umständen auf den Maltesischen Staat ausübt, ist verwerflich und inakzeptabel", zitiert "Zenit" die Bischöfe. "Abtreibung ist und bleibt, unabhängig von den dahinter stehenden Motiven, die vorsätzliche Tötung unschuldiger Personen", so die Bischöfe weiter. Abtreibung stehe vollkommen im Gegensatz zum göttlichen Gesetz. "Sie ist eine große Beleidigung Gottes, dem uneingeschränktem Herrscher über das menschliche Leben", zitiert "Zenit" aus der Erklärung. Die unveräußerlichen Rechte der Person müssten von der Zivilgesellschaft und der Regierung als solche anerkannt und geachtet werden. In dem Moment, in dem die Gesetzgebung einer Kategorie von Menschen den ihnen zustehenden Schutz verweigert, verneine der Staat die Gleichheit aller vor dem Gesetz.

Wie "Zenit" weiter berichtet, appellierten die Bischöfe an alle Politiker und Bürger des Landes, das Leben jeder Person zu verteidigen. "Wir ermutigen das maltesische Volk, in ihrer Wertschätzung und ihrer Verteidigung des Lebens von der Empfängnis an sowie in ihrer vollkommenen Ablehnung der Abtreibung standhaft zu bleiben. Wir bestärken auch alle Vertreter unseres Volkes darin, Abtreibung nicht nur einschränkungslos abzulehnen, sondern auch nie aufzuhören, als Verteidiger des Lebens gegen die durch Abtreibung bewirkte Tötung von Personen, die sich nicht verteidigen können, aufzutreten", zitiert "Zenit" aus der Erklärung der Bischöfe.

(mehr dazu: www.zenit.org)

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Abtreibungsschiff auf Weg nach Argentinien: Politiker will Einlaufen verhindern

Buenos Aires (ALfA). Das Abtreibungsschiff "Aurora" der niederländischen Organisation "Women on Waves" steuert die argentinische Küste an. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (2. Dezember). Es werde dort am 9. Dezember erwartet. Laut "kath.net" haben niederländische Behörden der Organisation die Erlaubnis erteilt, in internationalen Gewässern Abtreibungen mit dem Präparat RU 486 durchzuführen. Auch sei es Ziel von "Women on Waves", durch ihre Aktionen mit Hilfe der Medien gezielt auf jene Länder einzuwirken, in denen ungeborene Kinder vom Staat geschützt werden.

Unterdessen habe der Kongressangeordnete Jorge Enriquez angekündigt, er wolle das Einlaufen des Schiffes verhindern, so "kath.net" weiter. Abtreibung sei nach argentinischem Recht ein Verbrechen. Sollte das Schiff die Anlegeerlaubnis erhalten, könnte "morgen ein Schiff anlegen, das Euthanasie anbietet und schwerkranke Patienten abholt, damit man sie im offenen Gewässer töten kann", zitiert "kath.net" den Politiker.

Das Abtreibungsschiff der Organisation "Women on Waves" hat bereits Polen, Irland und Portugal angesteürt. Die portugiesische Regierung hatte ihm im August diesen Jahres das Einlaufen untersagt (vgl. ALfA-Newsletter vom 3. September 2004).

(mehr dazu: www.kath.net)

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Wer abtreibt, soll keine Beter fürchten müssen: SPÖ will Bannmeile vor Kliniken

Wien (ALfA). In Österreich hat die SPÖ auf ihrem Bundesparteitag einen Antrag zur Absicherung und Ausweitung des sogenannten Rechts auf Abtreibung beschlossen. Das melden "Der Standard" (Online-Ausgabe vom 1. Dezember) sowie der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (1. Dezember). Der Antrag gehe auf eine Initiative der Sozialistischen Jugend zurück. Deren Frauensprecherin, Stefanie Vasold, habe erklärt, der einstimmige Beschluss des Antrags sei ein eindeutiges Signal "gegen jene frauenbevormundenden Kräfte, die immer wieder danach trachten, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen wieder rückgängig zu machen", zitiert "Der Standard" Vasold. Zu den wesentlichen Forderungen gehöre der Schutz "betroffener Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen wollen. Unter anderem ist hier die Bannmeile für radikale AbtreibungsgegnerInnen zu nennen, die Frauen vor deren Psychoterror schützen soll", so die Politikerin laut der österreichischen Tageszeitung. Weiter habe sie als Forderungen die Herausnahme der Regelung von vorgeburtlichen Kindstötungen aus dem Strafgesetzbuch und die Ausweitung der Möglichkeit einer anonymen Abtreibung in Landesspitälern oder Ambulatorien genannt.

Unterdessen haben österreichische Lebensrechtler und Kirchenvertreter an dem Beschluss der SPÖ heftige Kritik geäussert. Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun habe gegenüber "kath.net" erklärt, aus dem Zugeständnis der Fristenregelung, "auf Strafe des nach wie vor Bösem zu verzichten, ist ein Recht auf das Böse geworden." Auch der Österreich-Chef von "Human Life International" (HLI), Dietmar Fischer, habe sich empört über die Annahme des Antrags gezeigt. "Dieser angenommene Antrag zeigt die Inkompetenz und die menschenverachtende Politik der sozialistischen Jugend Österreichs", so Fischer laut "kath.net". Es gebe in Österreich nach wie vor Meinungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit und Religionsfreiheit. "Dies wollen die Sozialisten offensichtlich abschaffen. Sie zeigen damit, dass sie zum Totalitarismus neigen", so Fischer weiter.

Wie "kath.net" weiter berichtet, führt HLI in Österreich "Gebetsvigilen" vor Abtreibungseinrichtungen durch. Nach Angaben der Lebensrechtsorganisation seien dadurch schon einige tausend ungeborene Kinder vor der geplanten Tötung bewahrt worden.

(mehr dazu: http://derstandard.at; www.kath.net)

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Keine Lockerung von Stammzellgesetz: "Frauen und Embryonen vor FDP schützen"

Berlin (ALfA). Die FDP ist mit ihrer Forderung nach einer Lockerung des deutschen Stammzellgesetzes im Bundestag auf breite Ablehnung gestossen. Das meldet die "Berliner Morgenpost" (Ausgabe vom 3. Dezember). In einer von der FDP beantragten Aktuellen Stunde hätten Politiker der Regierungskoalition sowie der Union betont, der vor zwei Jahren gefundene Kompromiss behindere nicht die Forschung, sondern er habe sich bewährt.

Die FDP hatte das Ergebnis des Schweizer Referendums zur Stammzellforschung zum Anlass genommen, das Thema auf die Tagesordnung des Bundestages zu bringen. In einer Mitteilung an die Presse (29. November) erklärte der FDP-Bundesvorstand, die Entscheidung der Schweiz sei ein weiteres Zeichen dafür, dass sich Deutschland "mit seiner restriktiven Position zur Forschung an embryonalen Stammzellen" isoliere. Die FDP plädiere für eine Abschaffung der Stichtagsregelung im Stammzellgesetz, "die deutschen Forschern den Zugang zu neuen, qualitativ hochwertigen Stammzellen verwehrt und sie damit zwingt, ihre Forschung ins Ausland zu verlegen."

Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) hatte auf die Forderungen der FDP hin die Abgeordneten des Bundestages aufgerufen, einer Liberalisierung des Stammzellgesetzes eine "klare Absage" zu erteilen. In einer Mitteilung an die Presse (1. Dezember) erklärte die Bundesvorsitzende der ALfA, Claudia Kaminski, es sei zu erwarten gewesen, dass die FDP den Ausgang des Schweizer Referendums nutzen würde, um Stimmung für die embryonenverbrauchende Forschung zu machen. "Die übrigen Parteien sind nun in der Pflicht zu zeigen, dass das Diktum "Es wird in Zukunft kein Embryo für die deutsche Forschung sterben" noch Bestand hat", so Kaminski.

Der von der FDP gewünschte Wegfall der Stichtagsregelung würde mittelfristig dazu führen, dass im Ausland Embryonen ausschliesslich zum Zwecke der Stammzellgewinnung erzeugt würden. Damit würden Menschen einzig und allein erzeugt, um als Rohstofflieferanten zu dienen, was weder mit dem Recht auf Leben noch der Menschenwürde vereinbar ist, so die ALfA-Bundesvorsitzende weiter. Ausserdem würde der Etablierung eines schwunghaften Handels mit den zur Zeugung notwendigen Eizellen Vorschub geleistet. Die damit verbundene Ausbeutung von Frauen würde vor allem Frauen aus der so genannten Dritten Welt oder den Ländern Osteuropas betreffen.

"Es ist tragisch, dass Frauen und Embryos jetzt vor der FDP geschützt werden müssen; umso mehr als die sich gern fortschrittlich gebende Partei völlig ignoriert, dass Heilungserfolge beim Menschen bislang ausschliesslich mit adulten Stammzellen erzielt wurden", erklärte Kaminski. "Nicht nur aufgrund ethischer, sondern auch aufgrund forschungspolitischer Erwägungen täte Deutschland also gut daran, die Forschung mit körpereigenen Stammzellen massiv zu fördern, statt auf die ethisch hochproblematische und wissenschaftlich fahrlässige Forschung mit embryonalen Stammzellen zu setzen."

Auch mehrere Politiker haben sich im Vorfeld der Aktuellen Stunde zu Wort gemeldet. So bezeichnete die frauen- und familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn, in einer Mitteilung an die Presse (2. Dezember) die Diskussion zur Abschaffung der Stichtagsregelung im Gesetz als "völlig überflüssig". Der Staat sei zum Schutz und zur Förderung allen menschlichen Lebens verpflichtet, vom frühesten Beginn bis zu seinem Ende. "Die Unverfügbarkeit des Lebens lässt nicht zu, dass Embryonen zu Forschungszwecken verwendet werden", so die Unions-Politikerin. Ihre Parteifreundin Maria Böhmer nannte unterdessen in einer Pressemitteilung (2. Dezember) das Stammzellgesetz "ein gelungenes Stück parlamentarischer Architektur". Das Gesetz habe sein Ziel erreicht: Es ermögliche Grundlagenforschung, ohne menschliche Embryonen für die Forschung in Deutschland zu verbrauchen. "Das Stammzellgesetz beruht auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens", so Böhmer weiter. Es habe Rechtsfrieden gestiftet. "Diesen Frieden zu opfern, dafür müsste es neue überzeugende Fakten geben. Aber solche neuen Fakten gibt es nicht."

(mehr dazu: http://morgenpost.berlin1.de; www.alfa-ev.de)

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Kleinste Eidgenossen erwartet der Tod: Schweizer votieren für Embryonenforschung

Bern (ALfA). In der Schweiz ist künftig die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen erlaubt. Das berichten die "Leipziger Volkszeitung" (Online-Ausgabe vom 28. November), die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 29. November), der "Spiegel", die "Neue Zürcher Zeitung", das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgaben vom 29. November) sowie "Die Tagespost" (Ausgabe vom 30. November). Bei einem Referendum stimmten 66,4 Prozent für ein von der Regierung im vergangenen Jahr vorgelegtes Regelwerk, nach dem Experimente mit embryonalen Stammzellen unter Auflagen zugelassen werden sollen. Die Wahlbeteiligung lag den Zeitungsberichten zufolge allerdings nur bei weniger als 36 Prozent.

Das Referendum war zustande gekommen, nachdem Lebensrechtsgruppen sowie die Grünen Unterschriften gegen das von Regierung und Parlament verabschiedete Gesetz gesammelt hatten (vgl. ALfA-Newsletter vom 16. April 2004 und vom 17. Januar 2004). Nach dem Gesetz dürfen künftig nach künstlichen Befruchtungen nicht mehr benötigten Embryonen zu Forschungszwecken Stammzellen entnommen werden. Bei der Stammzellentnahme werden die Embryonen getötet. Als Einschränkungen werden vorgesehen, dass die Eltern des Embryos ihr Einverständnis erklären müssen und jedes Forschungsprojekt vom Bundesamt für Gesundheit bewilligt werden muss. Die Erzeugung von Embryonen zu Forschungszwecken bleibt verboten. Auch ist es nach dem Gesetz nicht gestattet, einen sogenannten überzähligen Embryo zu einem anderen Zweck als zur Gewinnung von Stammzellen zu verwenden oder aus einem Embryo nach dem siebten Tag seiner Entwicklung Stammzellen zu entnehmen.

Die Initiatoren des Referendums haben laut dem "Spiegel" enttäuscht auf das Ergebnis reagiert. "In ein paar Jahren wird über das therapeutische Klonen abgestimmt", zitiert das Blatt die Grünen-Abgeordnete Pascale Steck.

(mehr dazu: www.lvz-online.de; www.faz.net; www.spiegel.de; www.nzz.ch; www.aerzteblatt.de; www.die-tagespost.de)

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Nach Manipulation: Eizellen als neue Quelle für embryonale Stammzellen

London (ALfA). Britischen Forschern ist es gelungen, embryonale Stammzellen aus unbefruchteten menschlichen Eizellen zu gewinnen. Das melden der "Spiegel", die "Rheinische Post" und der Internetdienst "wissenschaft.de" (Online-Ausgaben vom 2. Dezember) unter Berufung auf einen Bericht des Wissenschaftsmagazins "New Scientist". Das Team um Karl Swann von der University of Wales in Cardiff habe unbefruchtete Eizellen mit einem bestimmten Eiweiss behandelt, das ihnen das Eindringen einer Samenzelle vorgaukelte. Daraufhin hätten die Eizellen begonnen, sich zu teilen, bis sie nach vier bis fünf Tagen das Stadium erreicht hätten, in dem die Wissenschaftler ihnen embryonale Stammzellen entnehmen konnten.

Wie die Zeitungen weiter berichten, habe Karl Swann betont, bei den so behandelten Eizellen handele es sich nicht um potentiell lebensfähige Embryonen, da sie keine väterlichen Chromosomen besitzen würden. Männliches Erbgut sei für das Wachstums der manipulierten Eizellen nicht notwendig gewesen, da jede Eizelle bereits zwei weibliche Chromosomensätze enthalte. Nach einer erfolgreichen Befruchtung werde normalerweise einer dieser Sätze abgestossen und durch den männlichen ersetzt. Diesen Vorgang hätten Swann und seine Kollegen mithilfe der chemischen Behandlung bei den scheinbefruchteten Eizellen unterdrückt.

Swann hofft laut der Zeitungen, nun eine ethisch unbedenkliche Methode zur Gewinnung embryonaler Stammzellen gefunden zu haben. Andere Wissenschaftler seien allerdings noch vorsichtig. Sie forderten, dass zweifelsfrei nachgewiesen werden müsse, dass sich die scheinbefruchteten Eizellen tatsächlich nicht weiterentwickeln könnten.

(mehr dazu: www.spiegel.de; www.rp-online.de; www.wissenschaft.de)

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Erfolg für österreichische Forscher: Adulte Stammzellen heilen Blasenschwäche

Chicago (ALfA). Eine Therapie mit adulten Stammzellen kann Frauen mit Blasenschwäche helfen. Das berichten "wissenschaft.de" und "Medical News Today" (Online-Ausgaben vom 20. November). Wie ein österreichisches Forscherteam auf der Jahrestagung der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika in Chicago erklärt habe, seien bereits 24 Stunden nach Beginn der Behandlung die Beschwerden vieler Patientinnen verschwunden.

Das Team um Ferdinand Frauscher von der Universität Innsbruck habe 20 Frauen im Alter von 36 bis 84 Jahren mit Blasenschwäche Muskelstammzellen aus dem Arm entnommen. Sechs Wochen lang seien diese Zellen in einer Laborkultur vermehrt worden und dann den Patientinnen unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose in die Harnleiterwand und den Schliessmuskel injiziert worden. Nach Angaben der Forscher hätten die adulten Stammzellen sehr schnell neues Gewebe gebildet. "Wenn die Muskelmasse die geeignete Grösse erreicht, stoppt das Zellwachstum automatisch", zitiert "wissenschaft.de" die Mediziner. Bei 18 der 20 behandelten Frauen sei die Blasenschwäche auch ein Jahr nach dem Eingriff nicht wieder aufgetreten.

(mehr dazu: www.wissenschaft.de; www.medicalnewstoday.com)

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Kritik der Lebensrechtsbewegung berücksichtigt: Bundestag berät über Biopatente

Berlin (ALfA). Der Bundestag berät am heutigen Freitag abschliessend über ein Gesetz, das die Vergabe von Biopatenten regeln soll. Dazu erklärte die Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht (BVL), Claudia Kaminski, in einer Pressemitteilung (2. Dezember), anders als im Gesetzentwurf der Bundesregierung ursprünglich vorgesehen, würden menschliche Gene jetzt nur noch eingeschränkt patentierbar sein. Laut der zwischen den Regierungsfraktionen und dem Justizministerium getroffenen Vereinbarung werde Paragraph 1a neu gefasst und ein neuer Absatz 4 eingefügt werden. "Darin wird klargestellt, dass sich der mit dem Patent erteilte Verwertungsanspruch nur auf die im Anspruch konkret beschriebenen Anwendungen erstreckt", betonte Kaminski. Paragraph 1 a Absatz 1 laute nun: "Der menschliche Körper in allen Phasen seiner Entstehung und Entwicklung, einschliesslich der Keimzellen, sowie die blosse Entdeckung eines seiner Bestandteile oder seiner Produkte, einschliesslich der Sequenz oder Teilsequenz eines Gens, können keine patentierbaren Erfindungen sein." Damit würden "Patente auf Leben" ausgeschlossen. "Somit trägt der neue Gesetzentwurf der Kritik Rechnung, die neben der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", den Kirchen und der Bundesärztekammer auch der Bundesverband Lebensrecht und die in ihm zusammengeschlossen Lebensrechtsorganisationen wiederholt geäussert hatten", so die BVL-Vorsitzende.

(mehr dazu: www.bv-lebensrecht.de)

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BVL fordert: Diskriminierung behinderter Menschen auch am Lebensbeginn beenden

Köln (ALfA). Anlässlich des heutigen "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen" hat die Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht (BVL), Claudia Kaminski, davor gewarnt, dass dort, wo das Recht ungeborener Kinder auf Leben zur Disposition steht, gleichzeitig der möglichen Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und schwer Pflegebedürftiger in der Gesellschaft Vorschub geleistet werde. In einer Pressemitteilung (2. Dezember) erklärte Kaminski, das Grundgesetz schreibe in Art. 3 Abs. 3 Satz 2 fest, niemand dürfe wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. "Der Bundesverband Lebensrecht ruft Staat und Gesellschaft deshalb auf, alles Erforderliche zu unternehmen, damit das so genannte Gleichbehandlungsgebot der Verfassung kein frommer Wunsch bleibt."

Bislang beschränke sich die Politik zu sehr darauf, Ungleichbehandlungen nur in den alltäglichen Lebensvollzügen abzubauen, so die BVL-Vorsitzende weiter. Das sei zwar unverzichtbar, aber längst nicht hinreichend. "Was fehlt ist, dass auch Menschen mit Behinderungen ein uneingeschränktes Recht auf Leben zugestanden wird." Der Stopp der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen müsse auch den Lebensbeginn einschliessen, erklärte Kaminski. "Mit dem Scheitern des Unionsantrages zur Vermeidung von Spätabtreibungen im Deutschen Bundestag hat der Gesetzgeber sich von diesem wichtigen Ziel weiter entfernt."

(mehr dazu: www.bv-lebensrecht.de)

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Aktive Sterbehilfe bleibt verboten: Neues Gesetz in Frankreich verabschiedet

Paris (ALfA). Die französische Nationalversammlung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Regeln zur Sterbehilfe modifiziert. Das melden "Der Standard", das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgaben vom 1. Dezember) sowie die "Ärzte Zeitung" (Online-Ausgabe vom 2. Dezember). Die Neuregelung schreibe ein "Recht auf Sterbenlassen" fest, aktive Sterbehilfe bleibe aber weiter verboten. Bei der Abstimmung am 30. November hätten 548 Abgeordnete für den Gesetzentwurf gestimmt, drei hätten sich enthalten.

Wie die "Ärzte Zeitung" weiter berichtet, dürften Ärzte nach dem jetzt verabschiedeten Gesetzentwurf unter bestimmten Umständen die Behandlung todkranker Patienten abbrechen. Patienten sollten davor geschützt werden, dass eine medizinische Behandlung "in unvernünftiger Weise fortgesetzt wird", zitiert die "Ärzte Zeitung" aus der Vorlage von Gesundheitsminister Philippe Douste-Blazy. Der todkranke Patient solle selber entscheiden dürfen, ob therapeutische Massnahmen durch eine Palliativbehandlung ersetzt würden, auch wenn der Tod dadurch schneller eintrete. Ist der Patient nicht mehr bei Bewusstsein und hat er zuvor keine Willenserklärung abgegeben, sollen laut der "Ärzte Zeitung" die Angehörigen oder ein sogenannter "Vertrauensdritter" zu Rate gezogen werden.

Unterdessen hat die "Deutsche Hospiz Stiftung" die klare Ablehnung der aktiven Sterbehilfe in Frankreich begrüsst. In einer Mitteilung an die Presse (30. November) bemängelte Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, allerdings, dass es auch in Frankreich zu wenig Angebote für die umfassende, professionelle Versorgung und Begleitung von Schwerstkranken und deren Angehörigen gebe. "Allein eine Sterbehilfegesetz zu schaffen, greift viel zu kurz", so Brysch. "Den Betroffenen muss ganz praktisch geholfen werden: Sie brauchen eine moderne, bedarfsorientierte und professionelle Behandlung von Schmerzen, Kontrolle von quälenden Symptomen sowie psycho-soziale Begleitung." Eine unzureichende Versorgung sei Hauptursache dafür, dass Menschen in ihrer Verzweiflung nach Tötung verlangten, so Brysch weiter.

(mehr dazu: http://derstandard.at; www.aerzteblatt.de; www.aerztezeitung.de; www.hospize.de)


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