ALfA-Newsletter vom 04.06.2004

News

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"Skandalös": Bundesregierung will Rezeptpflicht für "Pille danach" abschaffen

Berlin (ALfA). Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich Frauen in Zukunft die frühabtreibende "Pille danach" rezeptfrei in der Apotheke besorgen können. Das melden die "Rheinische Post" (Online-Ausgabe vom 4. Juni), das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 3. Juni) sowie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 4. Juni). Das Gesundheitsministerium habe verlauten lassen, dass über einen entsprechenden Plan derzeit mit den Ländern gesprochen werde. Wie die Zeitungen weiter berichten, begründet die rot-grüne Koalition ihr Vorhaben damit, dass das Präparat einen "hohen Stellenwert bei der Wahrung der reproduktiven Rechte der Frauen" habe und eine "wirksame Möglichkeit zur Vermeidung eines möglichen Schwangerschaftsabbruches in Folge einer Verhütungspanne oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr" sei. Allerdings benötigt die Bundesregierung für eine Freigabe des Präparates die Zustimmung der Länder. Während Nordrhein-Westfalen laut der "Rheinischen Post" Zustimmung signalisiert hat, reagierten einige unionsgeführte Länder wie Niedersachsen und Bayern ablehnend. Aus Bayern heiße es, die Anwendung müsse auf Notfälle beschränkt bleiben. "Zu diesem Zeitpunkt sprechen wir bereits über menschliches Leben" zitiert die "Rheinische Post" Bayerns Sozialministerin Christa Stewens. Dagegen habe die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk, von "nachträglicher Schwangerschaftsverhütung" gesprochen.

Unterdessen hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe strickt gegen die Pläne der Regierung gewandt. Der "Rheinischen Post" sagt er: "Wenn man das Embryonenschutzgesetz ernst nimmt, dann kann es nicht nur für das Reagenzglas gelten." Auch der Embryo, der sich noch nicht eingenistet habe, besitze schon Menschenwürde. "Die Pille danach ist eine Frühabtreibung auf Verdacht", so der CDU-Politiker. Die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ina Lenke, wandte sich ebenfalls gegen eine rezeptfreie Vergabe der "Pille danach". In einer Mitteilung an die Presse (3. Juni) bezeichnete sie das Präparat als "ein wichtiges Notfall-Mittel der Empfängnis-Verhütung". Allerdings sei die "Pille danach" ein "ernstzunehmendes Medikament, das sehr stark den Hormon-Haushalt der Frau beeinflusst." Die Neben- und Wechselwirkungen des Präparats seien erheblich. Deshalb sei eine ärztliche Beratung und Überwachung der Einnahme unerlässlich. Wie die "Rheinische Post" weiter berichtet, hat auch die Präsidentin des Ärztinnenverbandes, Astrid Bühren, vor der Unterschätzung der gesundheitlichen Folgen der "Pille danach" gewarnt. "Es wäre das erste Hormonpräparat, das freigestellt wird", zitiert das Blatt Bühren.

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) hat die Pläne der Bundesregierung als "skandalös" bezeichnet. In einer Mitteilung an die Presse (4. Juni) erklärte die Bundesvorsitzende der ALfA, Dr. med. Claudia Kaminski: "Bei der so genannten "Pille danach" handelt es sich um ein frühabtreibendes Präparat, das in der Mehrzahl der Fälle nicht den Eisprung und damit eine mögliche Befruchtung der Eizelle verhindert, sondern die Einnistung des nach der Befruchtung entstandenen Embryos in die Gebärmutter blockiert." Damit aber werde dem Embryo, der bereits über einen eigenen Stoffwechsel verfügt, die Voraussetzung zur Weiterentwicklung genommen. "Gewöhnlich wird das Hindern am Weiterleben als Tötung bezeichnet", betonte Kaminski.

Von Abtreibungsbefürwortern wie "Pro-Familia" werde die "Pille danach" zur "Nachverhütung" bis zu 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr empfohlen. Auch dies zeige, dass die "Pille danach", die von Hexal unter dem Namen "duofem" und von Schering unter der Bezeichnung "Tetragynom" vertrieben wird, nicht als Verhütung im eigentlichen Sinn des Wortes betrachtet werden könne, so Kaminski weiter.

Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) forderte die Bundesländer auf, sich entsprechenden Plänen im Bundesrat zu widersetzen und eine entsprechende Gesetzesinitiative zu Fall zu bringen. "Es kann nicht sein, dass Tötungspillen, deren Einnahme für die Frauen zudem Risiken wie Bauchhöhlenschwangerschaften und Thrombosen bergen, demnächst einfach über die Ladentheke gereicht werden oder gar via Internet bestellt werden können", erklärte Kaminski. Mit einem besseren Lebensschutz, der ja das erklärte Ziel des Systemwechsels ("Hilfe statt Strafe") war, wäre eine Freigabe der "Pille danach" ohnehin nicht vereinbar.

(mehr dazu: www.rp-online.de; www.aerzteblatt.de; www.faz.net; www.alfa-ev.de)

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Gewissensfreiheit: Italiens Ärzte dürfen "Pille danach" verweigern

Rom (ALfA). In Italien dürfen Ärzte die Ausstellung eines Rezepts für die "Pille danach" aus Gewissensgründen verweigern. Das meldet "Die Tagespost" (Ausgabe vom 2. Juni) unter Berufung auf einen Bericht der italienischen Tageszeitung "La Stampa". Danach hat das Nationale Bioethik-Komitee des Landes einstimmig einen entsprechenden Beschluss gefasst. Nun solle er an das Parlament und den Gesundheitsminister weitergeleitet werden. Eine solche Empfehlung sei Grundlage für entsprechende Verordnungen und Gesetze, so das Blatt.

Wie "Die Tagespost" weiter berichtet, hat sich das Nationale Bioethik-Komitee für die Gewissensfreiheit der Ärzte entschieden, da die "Pille danach" ein Frühabtreibungsmittel ist. Deshalb müsse den Ärzten bei diesem Präparat die gleiche Möglichkeit zur Verweigerung gegeben werden wie bei anderen Formen der Abtreibung.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Durchbruch in adulter Stammzellforschung: Aus für tödliche Embryonenforschung?

Leipzig (ALfA). Deutsche Forscher haben eine neue und besonders flexible Art adulter Stammzellen isolieren können. Damit könnte ihnen ein Durchbruch in der adulten Stammzellforschung gelungen sein. Das berichten das "Handelsblatt", die "Hamburger Morgenpost", der "Spiegel" (Online-Ausgaben vom 28. Mai), die "Berliner Zeitung" (Online-Ausgabe vom 29. Mai), die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (Ausgabe vom 30. Mai), die "Financial Times Deutschland" (Ausgabe vom 1. Juni) sowie die österreichische Tageszeitung "Der Standard" (Ausgabe vom 2. Juni). Einem Team um Charli Kruse vom Institut für Medizinische Molekularbiologie der Universität Lübeck ist es in Zusammenarbeit mit Kollegen des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) im saarländischen St. Ingbert gelungen, aus den Bauchspeicheldrüsen von Menschen und Ratten Stammzellen zu gewinnen, die sich ähnlich wie embryonale Stammzellen zu sehr verschiedenen Gewebetypen entwickeln können, das heißt pluripotent sind. Die Zellen vermehren sich nach Angaben der Forscher gut und schnell, sie sind robust und gut lagerbar. Die Experimente seien sogar bei Stammzellen eines 74jährigen Spenders erfolgreich gewesen.

"Mit den neuen Erkenntnissen haben wir sehr gute Chancen, die ethischen Probleme, die sich durch die Verwendung embryonaler Stammzellen ergeben, zu umgehen", zitiert die "Berliner Zeitung" den Rektor der Universität Lübeck, Alfred Trautwein. Mit den neu entdeckten Zellen sei es nun erstmals möglich, sehr stabile und ergiebige Stammzellkulturen herzustellen, die viele Eigenschaften embryonaler Stammzellen besitzen würden. Bisher sei man davon ausgegangen, dass adulte Stammzellen nur begrenzt lagerbar und vermehrbar seien und sich nur in sehr wenige bestimmte Gewebetypen entwickeln könnten.

Zusammen mit zwei Max-Planck-Instituten in Göttingen und Münster soll nun laut der Zeitungen das Potential der gefundenen Stammzellen überprüft werden. Der Stammzellforscher Hans Schöler, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Medizin in Münster erklärte laut der "Berliner Zeitung": "Wenn sich pluripotente Stammzellen sogar von 74 Jahre alten Spendern gewinnen lassen, ist dies tatsächlich ein großer Durchbruch für die medizinische Forschung."

Zahlreiche Politiker haben unterdessen die Forschungsergebnisse begrüßt. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Böhmer, erklärte gegenüber der Presse (28. Mai), die Ergebnisse zeigten, dass auch adulte Stammzellen "Alleskönner" seien. Deutschland stehe bei der Forschung mit Stammzellen keineswegs hinten an. Es zahle sich jetzt aus, dass die ethisch unbedenkliche Forschung an adulten Stammzellen in Deutschland weit fortgeschritten sei. "Diese Forschungsergebnisse sind ein großer Durchbruch. Wir wollen Krankheiten heilen, wir wollen Forschung fördern. Dass dafür verbrauchende Embryonenforschung nicht erforderlich ist, dass also kein menschliches Leben geopfert werden muss, darauf machen diese neuen Forschungsergebnisse Hoffnung", so Böhmer. Der CDU-Politiker Hermann Küs sagte in einer Pressemitteilung (28. Mai): "Es erweist sich auch im Nachhinein als richtig, als zentralen ethischen Beurteilungsmassstab das christliche Bild von der unverwechselbaren Würde eines jeden Menschen nicht zu verlassen." Offenkundig sei das Forschungspotential an adulten Stammzellen bei weitem noch nicht ausgeschöpft. "Der Schwerpunkt der Forschungsförderung sollte deshalb eindeutig diesem Wissenschaftszweig gelten", erklärte Küs.

(mehr dazu: www.handelsblatt.com; www.mopo.de; www.spiegel.de; www.berlinonline.de; www.faz.net; www.ftd.de; http://derstandard.at)

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Der Richter als Henker: Verbot einer Spätabtreibungsmethode verfassungswidrig?

Washington (ALfA). Ein amerikanisches Bundesgericht in San Francisco hat das landesweite Verbot der "partial-birth-abortion" (Teilgeburts-Abtreibung) für verfassungswidrig erklärt. Das berichten unter anderen der "Spiegel" (Online-Ausgabe vom 2. Juni), die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Berliner Zeitung", "Die Tagespost", "die tageszeitung" (Ausgaben vom 3. Juni) sowie das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 3. Juni). Laut Richterin Phyllis Hamilton schränke das erst im Herbst 2003 verhängte Verbot die Rechte der Frauen ein, die eine Abtreibung wünschen, enthalte eine ungenaue Sprachwahl und keine Ausnahmen für Frauen, deren Gesundheit gefährdet sei. "Das Gesetz ist eine unzumutbare Belastung für Frauen, die das Recht zur Abtreibung wahrnehmen wollen", zitiert die "Berliner Zeitung" Richterin Hamilton. Dabei sei das mögliche Schmerzempfinden des Kindes "von keiner Relevanz".

Wie die Zeitungen weiter berichten, gilt das Urteil für die rund 900 von der Organisation "Planned Parenthood Federation" betriebenen Abtreibungskliniken, in denen etwa die Hälfte der circa 1,3 Millionen vorgeburtlichen Kindstötungen in den USA vorgenommen werden. Das Weiße Haus habe umgehend die Aufhebung des Gesetzes kritisiert. Die "partial-birth-abortion"-Methode sei eine "abscheuliche Prozedur, die ein für alle Mal beendet werden muss", zitieren die Zeitungen Präsidentensprecher Scott McClellan. Präsident Bush widerspreche der Einschätzung des kalifornischen Gerichts "energisch", so McClellan laut der FAZ. Das Verbot sei ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer "Kultur des Lebens in Amerika" und werde mit allen Mitteln in weiteren Gerichtsverfahren verteidigt.

Die Methode der "partial-birth-abortion" wird im letzten Drittel der Schwangerschaft angewandt. Dabei wird die Geburt eingeleitet und nach einem gezielten Schnitt in den Nacken des Kindes das Gehirn abgesaugt, wenn der Kopf schon ausgetreten ist. Der Kongress hatte das Gesetz im Oktober 2003 verabschiedet. Daraufhin reichte die Abtreibungsorganisation "Planned Parenthood Federation" Klage ein. Laut der Zeitungen wird nun erwartet, dass der Rechtsstreit letztlich vom Obersten US-Gericht entschieden werden wird.

(mehr dazu: www.spiegel.de; www.faz.net; www.berlinonline.de; www.die-tagespost.de; www.taz.de; www.aerzteblatt.de)

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"Jetzt ist die Katastrophe da": Demenz ist Grund für holländische Todesspritze

Amsterdam (ALfA). Alzheimer und Demenz können in den Niederlanden unter bestimmten Umständen als Grund für aktive Sterbehilfe akzeptiert werden. Das meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung (Ausgabe vom 4. Juni) unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung "De Volkskrant". Das Justizministerium habe einen Beschluss der Staatsanwaltschaften gebilligt, nach dem Ärzte nicht mehr verfolgt werden sollen, die an Alzheimer oder Demenz leidenden Menschen tödliche Mittel verabreichen. Alle sonstigen Kriterien für aktive Sterbehilfe müssten zudem erfüllt sein. Dazu gehöre, dass keine Aussicht auf Besserung bestehe und das Leiden unerträglich sei. Auch müsse der Alzheimer- oder Demenzkranke ausdrücklich seinen Willen bekundet haben.

Unterdessen hat sich laut FAZ die niederländische Ärzte-Organisation KNMG für präzisere Regeln bei Sterbehilfe aus. Es sei eine Grauzone entstanden, da viele Ärzte die Meldepflicht umgingen, indem sie hohe Dosen von Präparaten mit schmerzstillender Wirkung verabreichten, die aber auch den Tod herbeiführen könnten. Wie die FAZ weiter berichtet, hat das niederländische Gesundheitsministerium kürzlich angekündigt, eine Untersuchung über die Gründe für den Rückgang der gemeldeten Euthanasie-Fälle anzustrengen. Im vergangenen Jahr sind laut dem Blatt 1815 Fälle von Sterbehilfe in den Niederlanden gemeldet worden.

Die Deutsche Hospiz Stiftung hat die Entwicklung in den Niederlanden scharf kritisiert. In einer Pressemitteilung (4. Juni) erklärte Eugen Brysch, Geschäfstführender Vorstand der Stiftung: "Jetzt ist die Katastrophe da, vor der die Deutsche Hospiz Stiftung immer gewarnt hat: der Freifahrschein zum Totspritzen dementer Menschen in den Niederlanden." Dass im Nachbarland als Voraussetzung für aktiver Sterbehilfe ein unerträgliches Leiden und der eindeutige Wille des Patienten festgestellt werden sollen, sei eine "Farce", so Brysch. "Wer will bestimmen, was unerträgliches Leiden ist? Wie verwirrt darf ein Patient denn höchstens sein, wenn er sagt, dass er getötet werden will?" Die Niederlande schreiben unter anderem vor, dass zwei voneinander unabhängige Ärzte entscheiden müssen, ob ein Patient euthanasiert wird. Dazu Brysch: "Das allein ist ein Todesurteil für Tausende von Menschen. Seit wann wird denn aus zwei subjektiven Meinungen eine objektive?" Das staatsanwaltschaftliche Plazet löse jetzt "auf grausame Weise" das juristische Dilemma, vor dem das niederländische Justizministerium seit der Einführung der aktiven Sterbehilfe steht, so Brysch weiter. "Das Beispiel Niederlande zeigt: Wer einmal Ja sagt, spricht klare Todesurteile aus. Das löst einen Dammbruch aus, der nicht mehr gestoppt werden kann." In der Pressemitteilung weist die Deutsche Hospiz Stiftung auch darauf hin, dass in Deutschland derzeit einige Stimmen laut werden, die den ärztlich assistierten Selbstmord befürworten. "Ich fordere die Bundesjustizministerin Zypries auf, diese Entwicklung in Deutschland zu stoppen", so Brysch. Auch in den Niederlanden sei der erste Schritt der ärztlich assistierte Suizid gewesen. Sollte das niederländische Beispiel auch in Deutschland Schule machen, könnten schon heute bis zu 1,6 Millionen Demenzkranke betroffen sein.

(mehr dazu: www.faz.net; www.hospize.de)

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Mit Express-Service: Schweizer Euthanasie-Einrichtung boomt

Zürich (ALfA). Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Ankunft durfte sich ein Brite in einer Schweizer Klinik unter Aufsicht selbst töten. Das berichtet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (4. Juni). Der 76jährige Gordon Hurst habe an der Parkinsonschen Krankheit gelitten und sei Ende April nach Zürich geflogen. In der "Dignitas Klinik" habe dann der ehemalige Beamte des Verteidigungsministeriums und Vater von drei Kindern eine tödliche Dosis von Barbituraten eingenommen.

Seine Familie sei geschockt, so "kath.net" weiter. Eine Schwiegertochter Hursts, Lesley Miller, habe sich an die britische Polizei gewandt. "Ich möchte wissen, wie es jemandem in Gordons Stellung möglich ist, einfach mit einem Flugzeug in den Tod zu fliegen", zitiert der Nachrichtendienst Miller. Sie habe die britische Regierung gebeten, die Schweizer Beamten aufzufordern, die "Dignitas Klinik" zu schließen. Zumindest solle das Gesetz eine längere Beurteilungszeit vorsehen, bevor ein ausländischer Patient den Selbstmord unter Aufsicht begehen dürfe, so Miller.

Wie "kath.net" weiter berichtet, lautet der Slogan der Einrichtung "Leben in Würde, Sterben in Würde". Seit sie vor sechs Jahren eröffnet worden sei, habe man dort 280 Menschen zum Selbstmord verholfen. Hurst sei der 21. Patient aus Großbritannien gewesen, weitere 500 Personen seien vorgemerkt. Inzwischen sind laut "kath.net" Schweizer Beamten alarmiert über die Beliebtheit der Klinik. "Die Leute sind nur für einen Tag hier, bevor sie sterben", zitiert der katholische Nachrichtendienst den Züricher Staatsanwalt Andreas Brunner. "Wir wissen nichts über sie und können auch nicht sagen, ob es sich dabei um einen Langzeitwunsch handelte, ihr Leben zu beenden."

Unterdessen habe der Gründer der "Dignitas Klinik", Ludwig Minelli, gegenüber der Presse bestätigt, dass man "ungeachtet der medizinischen Bedingungen" jedem Hilfesuchenden die tödlichen Präparate reichen würde. "Es ist egal, woran die Menschen leiden, wir weisen niemanden zurück", zitiert "kath.net" Minelli.

(mehr dazu: www.kath.net)

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Brasilien: Oma bringt eigene Enkelin zur Welt

Rio de Janeiro (ALfA). Eine Brasilianerin hat ihre eigene Enkelin zur Welt gebracht. Das melden die "Rheinische Post", die "Basler Zeitung" (Online-Ausgaben vom 2. Juni) sowie "Die Welt" (Ausgabe vom 3. Juni). Den Medienberichten zufolge brachte die 53 Jahre alte Nosabeth Sales am 30. Mai in Belo Horizonte ein Mädchen zur Welt. Sales habe sich als Leihmutter zur Verfügung gestellt, da ihre Schwiegertochter unfruchtbar sei. Das Mädchen mit Namen Bianca sei aus einer Eizelle der Schwiegertochter und dem Sperma ihres Mannes im Labor gezeugt worden. Danach sei der Embryo Sales eingepflanzt worden. Die Geburt sei nach Angaben der Ärzte ohne Komplikationen verlaufen. Das Kind sei gesund und bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Wie die Zeitungen weiter berichten, war für dieses Vorgehen eine Sondergenehmigung notwendig, da in Brasilien normalerweise nur Blutsverwandte der biologischen Mutter Leihmütter sein dürfen. Probleme bereite allerdings das brasilianische Gesetz, das nur jene Frau als Mutter anerkenne, die das Kind tatsächlich ausgetragen habe. Nun wollen laut der "Basler Zeitung" die biologischen Eltern des Kindes vor Gericht ziehen, damit sie auch in den offiziellen Registern als Eltern anerkannt werden.

(mehr dazu: www.rp-online.de; www.baz.de; www.welt.de)

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Organspende soll Schule machen: CDU-Politiker fordern bessere Aufklärung

Berlin (ALfA). Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel hat sich für eine größere gesellschaftliche Anerkennung von Organspenden ausgesprochen. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 2. Juni). In Berlin habe Merkel vor Journalisten am 1. Juni einen eigenen Spenderausweis ausgefüllt und eine bessere Aufklärung über die Notwendigkeit von Organspenden gefordert, so das "Deutsche Ärzteblatt".

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner, Mitglied der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", hat eine intensivere Diskussion in der breiten Bevölkerung über das Thema Organspende gefordert. Das berichtet der "Rheinische Merkur" (Ausgabe vom 3. Juni). Den Grund für die geringe Anzahl von Personen, die einen Organspenderausweis besitzen, sieht Klöckner darin, dass "sich die Menschen weiterhin zu wenig mit dem Tabuthema Tod auseinandersetzen", zitiert das Blatt die Politikerin. Um der Organspende mehr Aufmerksamkeit zu schaffen, schlägt Klöckner laut dem "Rheinischen Merkur" vor, das Thema in die Lehrpläne aufzunehmen. Daneben solle es bei der Führerscheinprüfung Bestandteil des Theoriestoffes werden. Auch mit dem TÜV habe Klöckner Kontakt aufgenommen. "Jeder Autofahrer muss alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Wenn er dort auf eine Broschüre zur Organtransplantation stößt, kann das Thema viel schneller als bisher Breitenwirkung bekommen", zitiert das Blatt die Politikerin. Zudem gebe es Überlegungen, auf den Versicherungschips der Krankenkassen zu vermerken, ob eine Person Organspender ist oder nicht.

Unterdessen hat Dietmar Mieth, Professor für Theologische Ethik und Sachverständiger der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" darauf hingewiesen, dass das Hirntod-Kriterium bei der Organspende nach wie vor ein Dilemma darstellt. In einem Interview mit dem "Rheinischen Merkur" (Ausgabe vom 3. Juni) erklärte Mieth: "Ein Hirntoter ist ein Sterbender, aber das Sterben ist irreversibel." Deshalb halte er es für zulässig, einem Hirntoten Organe zu entnehmen. "Der Hirntod sollte aber nicht zum ganzheitlichen Tod des Menschen aufgewertet werden", so der Ethiker im "Rheinischen Merkur".

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de; www.merkur.de)

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ALfA weitet Schwangerenberatung aus: Kompetente Ratgeber gesucht

Düsseldorf (ALfA). In den vergangenen Wochen hat die Zahl der hilfesuchenden Schwangeren, die sich an die Beratungsstelle der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) gewandt haben, erheblich zugenommen. Deshalb bittet die ALfA um Mithilfe. Gesucht werden Personen, die Auskunft geben können über rechtliche Themen wie "Schwangerschaft und Probezeit" oder die Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Ämtern. Gefragt ist auch medizinischer Rat bei Themen wie "Medikamente in der Schwangerschaft", "Krankheit beziehungsweise Behinderung der Mutter oder des Kindes". Darüber hinaus werden Freiwillige gesucht, die sich bereiterklären, eine Schwangere zu begleiten oder bei sich aufzunehmen oder die sich als Babysitter zur Verfügung stellen. Interessenten können sich bei Frau Brigitte Kaiser-Afroune unter der Telefonnummer 0211/97 03 977 oder per Email unter der Adresse "beratung-alfa@gmx.de" melden.

(mehr dazu: www.alfa-ev.de)


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