ALfA-Newsletter vom 04.07.2003

News

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Neunstündiger Überlebenskampf ohne ärztliche Hilfe: Tim wird sechs Jahre alt

Meschede (ALfA). Tim aus Oldenburg, der 1997 wegen Down-Syndrom abgetrieben werden sollte, seine Abtreibung jedoch überlebte, wird am 5. Juli sechs Jahre alt. Daran erinnert die Aktion "Tim-lebt", eine Kampagne der Stiftung Ja zum Leben, in einer Mitteilung an die Presse (3. Juli). Der Fall Tim hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, da man ihn neun Stunden nach seiner versuchten Abtreibung nahezu unversorgt hatte liegen lassen. Die Verfahren wegen versuchter Tötung durch Unterlassen sowie der Verdacht auf Körperverletzung wurden mittlerweile von der Staatsanwaltschaft Oldenburg eingestellt.

Als "widersprüchlich" und "nicht haltbar" betrachtet Dr. med. Claudia Kaminski, Sprecherin der Kampagne "Tim-lebt", die im Einstellungsbescheid aufgeführten medizinischen Gutachten: "Es ist völlig spekulativ und in keiner Weise belegt", dass Tim wegen Unterkühlung überlebt habe, wenn "gleichzeitig im ärztlichen Gutachten sogar dargelegt wird, dass Massnahmen wie Inkubator, Wärmestrahler für Frühgeborene unumgänglich sind!" Gesichert sei dagegen, dass Unterkühlung ein signifikant höheres Infektionsrisiko durch die damit verbundene Unterdrückung der körpereigenen Abwehr mit sich bringe. Ebenso erscheine die Argumentation zur Schmerzempfindung absolut fadenscheinig. "Die vorliegende Argumentation ist nicht stichhaltig", so Kaminski. "Jeder Anästhesist weiss, dass Hypnose und Analgesie zwei verschiedene Komponenten der Narkose sind. Man kann daher nicht davon ausgehen, dass Tim tatsächlich keine Schmerzen empfunden hat." Schon 1991 habe die Bundesärztekammer Richtlinien herausgegeben, die eine vollständige Anästhesie bei Spätabtreibungen empfehlen.

Tims Schicksal mache auf dramatische Weise auf die völlig unzureichende Abtreibungsgesetzgebung in Deutschland aufmerksam, erklärte die Ärztin. Tim sei bei weitem kein Einzelfall. Allein im vergangenen Jahr seien 188 Spätabtreibungen beim Statistischen Bundesamt gemeldet worden; die Dunkelziffer liege nach Einschätzung von Fachleuten jedoch weitaus höher. Durch den stetig ausgeweiteten Einsatz der Pränataldiagnostik sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. "Hinzu kommt, dass die "Kind-als-Schaden-Urteile" deutscher Gerichte Ärzte dazu bringen werden, im Zweifel lieber zur Abtreibung zu raten, als die Gefahr einer Unterhaltszahlung für ein behindertes Kind auf sich zu nehmen", fürchtet Kaminski, die auch Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) und der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) ist.

(mehr dazu: www.tim-lebt.de)

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Vorstoß: Union will Paragraphen 218 ändern und Spätabtreibungen reduzieren

Berlin (ALfA). Die Union will den Paragraphen 218 beim Thema Spätabtreibungen ändern. Das melden die "Süddeutsche Zeitung" sowie die "Westdeutsche Allgemeine" (Ausgaben vom 4. Juli). Damit solle die Zahl der Abtreibungen nach der 22. Schwangerschaftswoche "deutlich" gesenkt werden. Der Gesetzgeber sei angesichts der "unerträglich großen Zahl" von Spätabtreibungen zur Nachbesserung des Gesetzes verpflichtet, habe der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach das Vorhaben begründet. Ein entsprechender Antrag solle im Herbst von der Fraktion verabschiedet werden.

In ihrem Antrag schlage die Union vor, den Paragraphen 218a um die Formulierung zu ergänzen, dass "ein embryopathischer Befund allein" als Begründung einer medizinischen Indikation nicht ausreiche, so die "Süddeutsche". Auch solle eine Beratungspflicht für die Schwangere eingeführt werden. So müsse es vor und nach der Pränataldiagnostik eine Pflicht zur medizinischen und psycho-sozialen Beratung geben. Zum anderen müsse eine spezielle Fortbildung der Berater eingeführt werden. Auch sollten Ärzte besser vor Schadenersatz-Ansprüchen geschützt werden, wenn ein behindertes Kind geboren werde. Aus Angst vor Klagen rieten sie in einigen Fällen zur Abtreibung, heiße es in einer am 3. Juli veröffentlichten Erklärung.

Die CDU hat bereits eine Gesetzesinitiative mit fast gleichem Wortlaut in den Bundestag eingebracht. Diese scheiterte jedoch im vergangenen Jahr an der rot-grünen Mehrheit.

(mehr dazu: www.süddeutsche.de; www.waz.de)

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Reaktionen: BVL und CDL begrüßen Spätabtreibungs-Initiative der Union

Berlin (ALfA). Der Bundesverband Lebensrecht (BVL) begrüßt, dass die Union eine Gesetzinitiative plant, welche erneut den Versuch unternimmt, die hohe Zahl der Spätabtreibungen zu reduzieren. Das erklärt die Vorsitzende des BVL, Dr. med. Claudia Kaminski in einer Mitteilung an die Presse (4. Juli). Kaminski erinnerte daran, dass Mitgliedesverbände des BVL, wie die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), die Christdemokraten für das Leben (CDL), die Juristen-Vereinigung Lebensrecht (JVL) und das Treffen Christlicher Lebensrechtgruppen (TCLG) auf ihrer gemeinsamen Tagung "Spätabtreibungen - Situationsanalyse und Lösungsmöglichkeiten" im April 2000 in Königswinter dazu eine Resolution verabschiedet hätten. In dieser sei unter anderem gefordert worden, die weite medizinisch-soziale Indikation in 218a Abs. 2 StGB wieder auf eine enge, rein medizinische Indikation zurückzuführen. "Ungeborene Kinder dürfen nicht wegen einer vorgeburtlichen Schädigung oder einer Erbkrankheit getötet werden. Dies gebietet nicht nur die allgemeine Achtung der Menschenwürde, sondern auch das Diskriminierungsverbot aus Art. 3 Abs. 3 Satz 2 Grundgesetz, wonach niemand ? auch kein ungeborenes Kind ? wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf", heisst es in der Resolution.

Auf dieser Grundlage sei der BVL laut Kaminski bereit, "mit allen, die ernsthaft etwas gegen die entsetzlichen Spätabtreibungen unternehmen wollen, in einem konstruktiven Dialog einzutreten." Das gelte insbesondere für die Union, die bereits in der letzten Legislaturperiode einen Vorstoß in dieser Frage unternommen hätte, jedoch an der Mehrheit der Regierungskoalition im Bundestag gescheitert sei.

"Mit Entsetzen" stelle der BVL dagegen fest, dass die forschungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Katherina Reiche unwidersprochen äußern konnte, die EU solle die nicht nur in Deutschland verbotene verbrauchende Embryonenforschung mit Steuergeldern der Mitgliedsländern fördern.

Auch die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr, hat den Antrag zur Vermeidung von Spätabtreibungen nachdrücklich begrüßt. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die derzeitige gesetzliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs das behinderte ungeborene Leben nicht ausreichend schütze. "Die Initiative aus den Reihen der Unionsparteien trägt somit der Nachbesserungspflicht Rechnung, die das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber auferlegt hat, wenn sich die derzeitige gesetzliche Regelung als unzureichend erweist," äußerte Löhr.

Zur Zeit werden Schwangerschaftsabbrüche bis unmittelbar zur Geburt des Kindes unter Berufung auf die medizinische Indikation durchgeführt. Schon kleinste angenommene Behinderungen des Kindes würden inzwischen als unzumutbare psychische Belastung der Mutter ausgelegt und damit als Gefährdung ihrer Gesundheit. In diesen Fällen finde die Abtreibung außerdem ohne psycho-soziale Beratung statt, so die Vorsitzende der CDL. Viele Kinder, die abgetrieben würden, seien bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähig. Immer wieder überlebten diese Kinder sogar ihre Abtreibung zunächst, wie im Fall des berühmt gewordenen Oldenburger Säuglings Tim. "Dies ist barbarisch und unserer Gesellschaft nicht würdig", so die CDU-Politikerin. Eine Gesellschaft, die Behinderten keinen Platz einräume und deren uneingeschränkte Gleichwertigkeit in Frage stelle, könne sich nicht human nennen.

"Offenbar findet allmählich doch ein Umdenken statt." konstatiert Löhr. "Es bleibt zu hoffen, dass das neue Tabuthema "Abtreibung" mit seinen tödlichen Konsequenzen wieder stärker ins öffentlich Bewusstsein rückt."

(mehr dazu: www.bv-lebensrecht.de; www.cdl-online.de)

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"Grüner Punkt" auf Eizellen: Abgetriebene Föten sollen Mütter werden

Madrid (ALfA). Frauen, die eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen wollen, können eventuell bald auf Eizellen zurückgreifen, die aus dem Gewebe abgetriebener Föten gewonnen wurden. Das berichtet die britische Zeitung "Telegraph" (Ausgabe vom 1. Juli). Ein Team Israelischer und niederländischer Forscher habe in einem Experiment sieben abgetriebenen Kindern das Eierstock-Gewebe entnommen und im Labor vier Wochen lang kultiviert. Die die Eizellen produzierenden Follikel hätten sich normal entwickelt, allerdings sei noch nicht das Stadium erreicht worden, in dem sie gesunde Eizellen abgegeben hätten. Nun würden die Forscher versuchen, im Labor Bedingungen zu schaffen, unter denen die Follikel zum Eisprung gebracht werden könnten.

"Wenn wir sie reifen lassen können, dann können sie für künstliche Befruchtungen genutzt werden", zitiert der "Telegraph" Tal Biron-Shental vom Meir Hospital in Kfar Saba, Israel, der an der Studie mitarbeitet. Zwar gebe es viele ethische Bedenken, doch solange keine endgültigen Forschungsergebnisse vorlägen, müsse auf diese keine Antwort gegeben werden.

(mehr dazu: www.telegraph.co.uk)

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Entscheidung verschoben: Der EU-Embryonenstreit geht weiter

Strassburg (ALfA). Im Gegensatz zu ihren ursprünglichen Plänen hat die Europäische Kommission am vergangenen Dienstag nicht über die Förderung der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen entschieden. Das berichten unter anderen die "Süddeutsche Zeitung", "Die Welt" (Ausgaben vom 2. Juli), die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Berliner Zeitung" sowie "Die Tagespost" (Ausgaben vom 3. Juli). Angesichts massiver Kritik an den Vorschlägen des zuständigen Kommissars, des Belgiers Philippe Busquin, habe die Kommission am Dienstagnachmittag in Strassburg das Thema Embryonenforschung lediglich diskutiert. Eine Entscheidung solle am 8. Juli fallen, so die Zeitungen.

Busquin, der als entschiedener Befürworter der Embryonenforschung gilt, hatte vorgeschlagen, die Forschung an Embryonen mit Haushaltsmitteln der Europäischen Union zu fördern. In seinem Entwurf hiess es, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass künftig auch neue Stammzelllinien nötig seien.

Der Vorsitzende der Bundestags-Enquetekommission zur Biomedizin, Rene Röspel (SPD), hat laut FAZ die überraschende Verschiebung der Entscheidung als ein positives Zeichen gewertet. Er setze darauf, dass der frisch ernannte beamtete Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen, die Zeit nutzen werde, um in Brüssel klarzumachen, dass wichtige Interessen Deutschlands berührt seien. Es gehe nicht an, dass Deutschland Forschungsprojekte mit Embryonentötung mitfinanzieren solle, die durch deutsches Gesetz streng verboten seine, so Röspel.

Unterdessen haben der Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sowie 170 Abgeordnete von SPD, CDU und Grünen die EU-Kommission in einem Protestbrief aufgefordert, auch in Zukunft keine Zuschüsse für die Forschung an menschlichen Embryonen zu genehmigen. Mittel aus Europas Forschungshaushalt dürften nur für Zwecke verwendet werden, "die aus Sicht aller Mitgliedstaaten förderungsfähig sind", heiße es in dem Schreiben an Kommissions-Chef Prodi, so die "Süddeutsche Zeitung". Thierse plane, noch in dieser Woche im Bundestag einen fraktionsübergreifenden Antrag zu verabschieden, der sich insbesondere gegen EU-Mittel zur Forschung an neuen humanen Stammzellen wendet. Dieser Beschluss solle auch die Bundesregierung bei den anstehenden Verhandlungen im Brüsseler Ministerrat binden.

Die FDP habe dagegen einen Antrag vorgelegt, in dem sie die Bundesregierung davor warne, sich aus der Finanzierung des EU-Forschungsrahmenprogramms zurückzuziehen. Unter bestimmten Auflagen sei diese Forschung akzeptabel. Die forschungspolitische Sprecherin von CDU/CSU, Katherina Reiche, hat nach Angaben der "Berliner Zeitung" eine Ausweitung der Förderung der Embryonenforschung gefordert. "Die Union muss sich entscheiden, ob sie weiter als forschungsfreundliche Partei wahrgenommen werden will", zitiert die Zeitung Reiche. Reiche habe sich entschieden dafür ausgesprochen, in Europa auch Forschungszweige zu fördern, die in Deutschland verboten seien. Wettbewerb zwischen den Ländern müsse möglich sein.

(mehr dazu: www.sueddeutsche.de; www.welt.de; www.faz.net; www.berlinonline.de; www.die-tagespost.de)

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Das Scheunentor hat sich bewährt: Böhmer zufrieden mit Stammzellgesetz

Berlin (ALfA). Ein Jahr nach Inkrafttreten des Stammzellgesetzes hat die Union eine positive Bilanz gezogen. Das meldet die "Frankfurter Rundschau" (Ausgabe vom 1. Juli). Das Stammzellgesetz habe sich bewährt, so die Fraktionsvize Maria Böhmer (CDU) am 30. Juni in Berlin.

Böhmer habe betont, die Erfahrungen zeigten, dass die zur Verfügung stehende Anzahl an Stammzellen ausreiche. Die Forschung bleibe mit der gesetzlichen Regelung im internationalen Vergleich führend. Auch neuere Forschungsergebnisse hätten an der Tragfähigkeit des Gesetzes nichts geändert, so die Politikerin weiter. Laut der "Frankfurter Rundschau" habe Böhmer zugleich dafür geworben, den "richtungsweisenden Ansatz" des deutschen Stammzellgesetzes auch auf EU-Ebene zu übernehmen. Mit allem Nachdruck solle die Bundesregierung in Brüssel für den Ansatz des deutschen Stammzellgesetzes werben.

Bislang wurden in Deutschland drei Anträge zum Import embryonaler Stammzellen bewilligt, über einen vierten soll in Kürze entschieden werden.

(mehr dazu: www.fr-aktuell.de)

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Hoffnung auf Heilquelle: Forscher finden pluripotente Stammzellen in Fruchtwasser

Wien (ALfA). Forscher der Wiener Universität haben im Fruchtwasser einen Zelltyp gefunden, der möglicherweise die gleichen pluripotenten Eigenschaften besitzt wie embryonale Stammzellen. Das berichten die "Salzburger Nachrichten" (Ausgabe vom 2. Juli). "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass diese Zellen aus dem Fruchtwasser ein Protein mit dem Namen Oct-4 produzieren. Dieses gilt als Marker für menschliche, pluripotente Stammzellen", zitiert die Zeitung Markus Hengstschläger vom Pränatalmedizinischgenetischen Labor der Abteilung für Pränatale Diagnostik und Therapie an der Wiener Universität für Frauenheilkunde.

Allerdings stünden die Wiener Forscher noch am Anfang, so das Blatt. Auch wenn der Oct-4-Marker erstmals außerhalb von Embryonen gefunden worden sei, sei dies noch kein Beweis dafür, dass die Zellen aus dem Fruchtwasser tatsächlich pluripotent seien, habe Hengstschläger eingeräumt. Dazu müsse man erst in mühsamer Kleinarbeit mit der Züchtung von Geweben aus dem Fruchtwasser beginnen.

Mit schlüssigen Ergebnissen sei nicht vor fünf bis zehn Jahren zu rechnen. Sollte der Beweis aber gelingen, so wäre die Gewinnung von Stammzellen aus Embryonen mit einem Schlag hinfällig, heisst es in den "Salzburger Nachrichten".

(mehr dazu: www.salzburg.com)

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Geiz ist geil: Rabatte auf IVF bei Eizellspende in England

London (ALfA). In Großbritannien haben Patientinnen seit kurzem die Möglichkeit, eigene Eizellen zu spenden und dafür eine preiswerte In-Vitro-Fertilisationsbehandlung (IVF-Behandlung) zu erhalten. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 27. Juni). Die Methode sei vor allem für Patientinnen interessant, die es sich nicht leisten könnten, umgerechnet rund 3400 Euro für eine künstliche Befruchtung zu bezahlen.

Nach Angaben des Blattes bietet der Londoner Arzt Dr. Ian Craft in seiner Klink Logan Centre for Assisted Reproduction preiswerte Behandlungen an. Anstatt die 3400 Euro pro In-Virto-Fertilisationsbehandlung zu bezahlen, müsse die Patientin lediglich rund 1500 Euro aufbringen. Dafür verpflichte sie sich, eigene Eizellen zu spenden, damit diese von der Klinik für IVF-Behandlungen anderer Patientinnen genutzt werden könnten. Laut Craft haben bisher vier Frauen das Angebot angenommen und Eizellen gespendet.

Die britische Aufsichtsbehörde (Human Fertilisation and Embryology Authority, HFEA) habe die Methode für zulässig erklärt. Allerdings hätten Medizinethiker vor den Konseqünzen gewarnt. Um sich eine künstliche Befruchtung leisten zu können, könnten sich sozialschwache Frauen gegen ihren Willen gezwungen sehen, Eizellen zu spenden.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Britischer Gerichtsstreit um eingefrorene Embryonen: Änderung des IVF-Gesetzes?

London (ALfA). Das oberste Gericht in London verhandelt seit dem 30. Juni über die Klage zweier Britinnen, die ihre nach einer künstlichen Befruchtung eingefrorenen Embryonen gegen den Wunsch der Väter austragen wollen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP (30. Juni). Nach Angaben ihrer Anwältin wollten die Frauen eine Änderung des britischen Gesetzes über In-Vitro-Fertilisation (IVF) erreichen. Bislang sei ohne die Zustimmung beider Erzeuger sowohl die Konservierung als auch die Verwendung von Embryonen nach künstlicher Befruchtung unzulässig. "Dieser Fall wirft wichtige rechtliche, moralische und ethische Fragen auf über die Rechte eines Embryos und die widerstreitenden Interessen einer Frau, die Mutter werden will, und eines Mannes, der kein Vater sein will", zitiert AFP die Anwältin der beiden Frauen.

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Medizinische Experimente: Unter bestimmten Umständen auch ohne Einwilligung

Strassburg (ALfA). Nach jahrelangen Beratungen hat der Europarat am 26. Juni Vorschläge für den Schutz von Versuchspersonen bei medizinischen Forschungsprojekten vorgelegt. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 27. Juni). Damit sollten auch ethische Mindeststandards für Experimente mit nicht-einwilligungsfähigen Menschen - beispielsweise Koma-Patienten, geistig Behinderte oder Säuglinge - festgelegt werden, wird der Leiter der Bioethik-Abteilung des Staatenbundes, Carlos de Sola, wiedergegeben.

Der von Experten aus den 45 Europaratsländern erarbeitete Text lege Umstände und Zielsetzungen von Forschungsexperimenten mit Menschen fest. Medizinische Experimente mit Menschen sollten demnach grundsätzlich nur dann genehmigt werden, wenn sich die Testpersonen dazu "ausdrücklich" bereit erklärten, wenn es keine Alternativen gebe und wenn der erwartete Nutzen in einem angemessenen Verhältnis zu den Risiken stehe. Über mögliche Risiken müssten die Teilnehmer ausführlich informiert werden.

Unter bestimmten Umständen dürften allerdings auch Experimente mit Menschen erlaubt sein, die wegen ihres Alters oder Gesundheitszustandes nicht selbst einwilligen könnten. Dies solle auch dann gelten, wenn das Forschungsvorhaben den Beteiligten keinen direkten therapeutischen Nutzen bringe; Voraussetzung sei, dass ein Nutzen für andere Menschen "in der gleichen Alterskategorie oder mit der gleichen Krankheit" erwartet werde.

Das Protokoll werde nun dem Ministerkomitee und der Parlamentarier-Versammlung des Europarats unterbreitet.

(mehr dazu. www.aerzteblatt.de)

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Von Schlagzeilen-Heimweh geplagt: Antinori kündigt Foto von geklontem Kind an

Madrid (ALfA). Der italienische Frauenarzt Severino Antinori hat ein Foto eines angeblich geklonten Embryos angekündigt. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Ausgabe vom 1. Juli). Am Rande eines Kongresses europäischer Reproduktionsmediziner in Madrid habe Antinori mitgeteilt, dass das Bild des sieben Tage alten Klons in ein oder zwei Monaten in einer Online-Fachzeitschrift erscheinen werde.

Zugleich habe der Mediziner erneut die Vorbehalte gegen das Klonen kritisiert. "Diese Technik ist weder dumm noch ungeheuerlich, sondern eine große Chance", zitiert die Zeitung Antinori. Erst vergangenen Januar habe der Arzt für Schlagzeilen gesorgt, als er in Rom wegen der angeblichen Verfolgung durch die italienischen Gesundheitsbehörden in einen Hungerstreik getreten sei, so die Zeitung.

Eine mögliche Veröffentlichung des Bildes ist kein Beweis für das Klonen. Nur durch eine Erbgutanalyse lässt sich ein Klon zweifelsfrei identifizieren.

(mehr dazu: www.ksta.de)

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"Abtreibung. Wer bestimmt, wer leben darf?": Neue idea-Dokumentation erschienen

Wetzlar (ALfA). Die schockierende Zahl von 1.000 Abtreibungen pro Werktag in Deutschland hat die Evangelische Nachrichtenagentur idea veranlasst, eine Dokumentation zu erstellen, die Mut machen soll zu einem uneingeschränkten Ja zum Kind. Wie idea mitteilte, soll sie Betroffenen fundierte Information und Aufklärung bieten, um eine verantwortliche Entscheidung treffen zu können, das Bewusstsein für die Verantwortung zum Schutz des Lebens im Mutterleib stärken und Verzweifelten einen Weg zu praktischer Hilfe zeigen.

Zu beziehen ist die Dokumentation "Abtreibung. Wer bestimmt, wer leben darf?" bei idea e.V., Postfach 1820 in 35528 Wetzlar oder unter der Telefonnummer: 06441/915-122 bzw. Faxnummer: 06441/915-148. Die E-Mail-Adresse lautet: vertrieb@idea.de.

(mehr dazu: www.idea.de)

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