ALfA-Newsletter vom 05.03.2004

News

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"Leuchtendes Beispiel": Annan lobt radikale Abtreibungsorganisation

New York (ALfA). UN-Staatssekretär Kofi Annan hat eine Auszeichnung der Pro-Abtreibungsorganisation "International Womens Health Coalition" (IWHC) entgegengenommen. Das meldet das "Catholic Family and Human Rights Institute" (C-FAM) in seinem "Friday Fax" (5. März). Die IWHC hat sich eigenen Angaben zufolge das Ziel gesetzt, weltweit allen Frauen den freien Zugang zur Abtreibung auf Verlangen zu ermöglichen.

Laut "Friday Fax" hat Annan in seiner Dankesrede die Organisation ein "leuchtendes Beispiel" genannt. "Ich bin bewegt, dass Sie mich für diesen Preis gewählt haben. Vor allem möchte ich meine Hochachtung vor der Arbeit der International Womens Health Coalition überall auf der Welt bezeugen", so Annan. "Wenn es mehr solcher Pioniere gäbe wie Sie, wäre die Welt ein besserer Ort."

(mehr dazu: www.c-fam.org; www.iwhc.org)

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190.000 Unterschriften für das Leben: Portugal hält an Abtreibungsgesetz fest

Lissabon (ALfA). Ein neuer Anlauf zur Lockerung der Abtreibungsgesetze in Portugal ist im Parlament mit der Mehrheit der Mitte-Rechts-Parteien abgelehnt worden. Das meldet die "Junge Welt" (Ausgabe vom 5. März). Nach einer vierstündigen Debatte hat das Parlament neben dem Antrag der Opposition, Abtreibungen zu legalisieren, auch die von etwa 120.000 Portugiesen unterzeichnete Petition über ein Referendum zu dieser Frage abgelehnt, so die Zeitung.

Unterdessen hat ein Zusammenschluss portugiesischer Lebensrechtsorganisationen in einer von 190.000 Portugiesen unterzeichneten Petition gefordert, das geltende Abtreibungsrecht beizubehalten, Schwangere in Konfliktsituationen stärker zu unterstützen und finanzielle Anreize für kinderreiche Familien zu schaffen. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (5. März). Diese Petition werde am 10. März im Parlament behandelt. "Für eine Frau in einer ausweglosen Situation darf die Lösung nie der Tod ihres ungeborenen Kindes sein", zitiert "kath.net" Teresa Aires de Campos, eine der Koordinatorinnen der Pro-Life-Koalition. "Wir wollen eine Gesellschaft aufbauen, in der ein neugeborenes Kind nie als Last empfunden wird, die man auslöschen muss. Wir wollen ein Land errichten, in dem Kinder immer willkommen geheißen werden", so die Koordinatorin.

Laut "kath.net" verbietet das seit 1984 geltende Abtreibungsrecht in Portugal jede Abtreibung nach der zwölften Schwangerschaftswoche. Für Schwangere in Lebensgefahr und Vergewaltigungsopfer bestehen Ausnahmeregelungen. 1997 wurde ein Antrag zur Freistellung der Abtreibung mit 112 gegen 111 Stimmen im Parlament abgewiesen, in einem Referendum lehnte 1998 auch das Volk eine Gesetzesänderung ab.

(mehr dazu: www.jungewelt.de; www.kath.net)

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"Geld fehlt kinderreichen Familien": Kritik an Abtreibungsfinanzierung reißt nicht ab

Kaufering (ALfA). Das Forum Deutscher Katholiken und die Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester in den deutschsprachigen Diözesen haben die Finanzierung von Abtreibungen aus Steuermitteln kritisiert. In einer gemeinsamen Erklärung (1. März) heißt es, der Einsatz von Steuergeldern zur Tötung ungeborener Kinder geschehe trotz einer extrem niedrigen Geburtenrate, die das gesamte Sozialsystem gefährde. "Das Geld für die Abtreibungen fehlt kinderreichen Familien, Kindergärten und Einrichtungen für die Jugendarbeit", so die Vorsitzenden des Forums und der Arbeitsgemeinschaft, Hubert Gindert und Gerhard Braun.

Ende Dezember 2003 hatte das LebensForum (4/2003), die Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA), berichtet, dass die sechzehn deutschen Bundesländer im Jahr 2002 mit über 40 Millionen Euro rechtswidrige aber straffreie Abtreibungen subventioniert haben. Mehr als 250 Millionen Euro sind seit der Novellierung des Paragraphen 218 bundesweit aus Steuermitteln für die Tötung ungeborener Kinder ausgegeben worden.

In der Pressemitteilung danken die Vorsitzenden des Forums Deutscher Katholiken und der Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester auch dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Anfang Januar die Finanzierung von Abtreibungen aus Steuermitteln als "Skandal" angeprangert hatte (vgl. ALfA-Newsletter vom 9. Januar). Für seine mutige Wortmeldung gegen die political correctness verdiene der Erzbischof Anerkennung, Respekt und Dank. "Wir rufen alle Katholiken und die Bürger "guten Willens" auf, das Bemühen von Erzbischof Ludwig Schick zu unterstützen", so Gindert und Braun.

(mehr dazu: www.forum-deutscher-katholiken.de; www.alfa-ev.de)

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Kein "Stummer Schrei": Kroatischer Minister will Film in Schulen verbieten

Zagreb (ALfA). Der Dokumentarfilm "Der stumme Schrei" soll nach Willen des Ministers für Wissenschaft, Bildung und Sport, Dragan Primorac, nicht mehr an kroatischen Schulen gezeigt werden. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (3. März). Der Film, der eine Abtreibung zeigt, könne negative psychische Folgen für Jugendliche haben. Laut "kath.net" erklärte Primorac auf einer Pressekonferenz, er habe in einem Schreiben alle Schulleiter aufgefordert, den Film nicht mehr zu zeigen. Ein Expertenteam werde ein definitives Urteil über diesen Film und über andere Filme abgeben, die im Religionsunterricht gezeigt werden.

(mehr dazu: www.kath.net)

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US-Forscher rüsten auf: 17 neue Stammzelllinien freigegeben

New York (ALfA). Eine der führenden Universitäten der USA, Harvard in Cambridge bei Boston, hat 17 neue menschliche Stammzellinien zu Forschungszwecken freigegeben. Das melden die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 5. März), der "Boston Globe" (Ausgabe vom 4. März) sowie "Yahoo!Nachrichten" (3. März). Die Herstellung der Zelllinien sei mit Mitteln der Harvard-Universität, des Howard Hughes Medical Institute und der "Juvenile Diabetes Research Foundation" finanziert worden. Für die Entwicklung der Zelllinien seien sogenannte überzählige Embryonen einer Befruchtungsklinik getötet worden, nachdem die Eltern ihr Einverständnis gegeben hätten.

Bisher konnten die US-Wissenschaftler nur an 15 Zelllinien forschen, die bis August 2001 hergestellt worden waren. Präsident Bush hatte damals angeordnet, dass staatliche Gelder nur für die Forschung an diesen bereits bestehenden Stammzelllinien zur Verfügung gestellt werden dürfen. Damit wollte er verhindern, dass für staatlich finanzierte Forschungsprojekte Embryonen getötet werden. Experimente an den neuen Stammzelllinien müssen demnach privat finanziert werden.

(mehr dazu: www.faz.net; www.bostonglobe.com; http://de.news.yahoo.com)

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Das 100-Millionen-Dollar-Zentrum: Stammzellforschung im großen Stil

Boston (ALfA). Die amerikanische Universität Harvard will ein 100-Millionen-Dollar-Zentrum zur Forschung an embryonalen Stammzellen einrichten. Das berichten "Die Welt" (Ausgabe vom 2. März), die "Netzeitung" (Ausgabe vom 1. März) und der "ORF" (29. Februar). Das Zentrum werde ohne staatliche Hilfe eingerichtet, da die US-Regierung nur Projekte mit Zelllinien fördert, die vor August 2001 hergestellt worden sind.

"Wir haben im gesamten Harvard-System Forscher, die an verschiedenen Aspekten von Stammzellen arbeiten", zitiert die "Netzeitung" den Rektor Steven Hyman unter Berufung auf einen Artikel in der "New York Times". Ziel des Projektes sei es, diese Wissenschaftler zusammen zu bringen. An der Planung des vorläufig "Harvard Stem Cell Institute" genannten Zentrums arbeiteten bereits zwanzig Forscher.

Wie "Die Welt" weiter berichtet, betreiben auch einige andere US-Universitäten Stammzellforschung. An der Stanford-Universität in Palo Alto (Kalifornien), der Universitäten von Wisconsin, von Minnesota und von Kalifornien in San Francisco sowie der Universität in New Jersey würde bereits an embryonalen Stammzellen geforscht, allerdings in einem wesentlich kleineren Rahmen als in Boston geplant.

(mehr dazu: www.welt.de; www.netzeitung.de; www.orf.at;)

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Herzinfarkt-Therapie mit adulten Stammzellen: Jenär Forschern gelingt Durchbruch

Jena (ALfA). Ärzte der Universität Jena haben eine neue Therapie entwickelt, um das Herz nach einem Infarkt mit Hilfe von Wachstumsfaktoren und Stammzellen zu heilen. In einer Mitteilung an die Presse (3. März) heißt es, es sei erstmals gelungen, die körpereigenen Stammzellen von Infarkt-Patienten dazu anzuregen, das zerstörte Gewebe zu ersetzen.

Bei der neuen Therapie werde den Patienten das verschlossene Herzkranzgefäss sofort nach Ankunft in der Klinik mit einem Herzkatheter und Einbringung einer Gefäßstütze wiedereröffnet. Zwei Tage nach dem akuten Infarkt werde dann der Wachstumsfaktor G-CSF in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Damit erreichen die Jenaer Wissenschaftler eigenen Angaben zufolge einen ca. 10fachen Anstieg der weißen Blutkörperchen, der mit einem etwa 25fachen Anstieg der adulten Stammzellen, die natürlicherweise im Blut kursieren, verbunden ist. Die vielen im Blut zirkulierenden Stammzellen können sich dann entlang des wiedereröffneten Herzkranzgefässes im Herzinfarktareal einnisten und das Gewebe in den folgenden Wochen partiell reparieren.

Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, wurden zur Kontrolle des Therapieerfolges die Pumpfunktion, die Wandbewegung des Herzens im Infarktareal und die Durchblutung unmittelbar vor der Entlassung der Patienten und nach drei Monaten kontrolliert. Die Wissenschaftler konnten damit weltweit erstmalig den Beweis erbringen, dass sich die Funktion der linken Herzkammer sowie die Durchblutung des vom Infarkt betroffenen Areals des Herzmuskels nach der Therapie mit Wachstumsfaktoren deutlich verbessert.

(mehr dazu: www.med.uni-jena.de)

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PND mit Formaldehyd: Bluttest könnte Fruchtwasseruntersuchung ersetzen

Columbia (ALfA). Ein einfacher Bluttest bei der Mutter könnte in Zukunft die risikoreiche Fruchtwasseruntersuchung bei einer Schwangerschaft ersetzen. Das berichten das "Deutsche Ärzteblatt" sowie "wissenschaft.de" (Online-Ausgaben vom 3. März). Amerikanische Forscher hätten ein Verfahren entwickelt, mit dem sie den Anteil des kindlichen Erbguts im mütterlichen Blut sei weit erhöhen können, dass ausreichend Material für eine genetische Untersuchung vorhanden sei.

Wie die Wissenschaftler berichteten, gelangen während der Schwangerschaft Zellen und Zellbruchstücke über die Plazenta vom kindlichen Blukreislauf in den der Mutter. Bisher habe der Anteil dieser freien fötalen DNA bei unter acht Prozent gelegen. Ravinder Dhallan und seine Mitarbeiter von der Biotechnik-Firma Tavben in Columbia hätten nun eine Methode entwickelt, mit der sie den Anteil der kindlichen Erbsubstanz stark erhöhen können. Sie versetzten der mütterliche Blutprobe Formaldehyd. Diese Chemikalie stabilisiere die mütterlichen Blutzellen, so dass die darin enthaltene DNA eingeschlossen bleibe. Zugleich würden durch das Formaldehyd bestimmte Verdauungsenzyme gestoppt, die sonst einen Teil der kindlichen DNA zersetzten. Durch dieses Verfahren sei es gelungen, den Anteil der Erbsubstanz des Kindes auf über 25 Prozent zu erhöhen.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de; www.wissenschaft.de)

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"In schwerer Sorge": Schweizer Bischöfe warnen vor Legalisierung der Euthanasie

Bern (ALfA). Die Schweizer Bischöfe haben eindringlich und "in schwerer Sorge" vor einer Legalisierung der Euthanasie gewarnt. In einem Offenen Brief (4. März) fordern sie den Europarat auf, einen Bericht des Schweizer Abgeordneten Dick Marty fallenzulassen. "Dieser Rapport widerspricht der Empfehlung 1418 (von 1999) über die Menschenrechte und die Würde Schwerkranker sowie Sterbender und öffnet Tür und Tor für die Einführung einer Gesetzgebung zur Legalisierung der Euthanasie in den Mitgliedstaaten des Europarates", heißt es in dem Brief.

Die vordergründig menschenfreundliche Lösung der Beendigung von Schmerzen und Leiden durch die legale Beihilfe zum Suizid sei in höchstem Grade widersprüchlich: Sie setze Menschen mit Behinderungen, chronischem Leiden, Schwerkranke und Sterbende, Alte und Gebrechliche unter einen enormen Druck, der Gesellschaft nicht zu Last zu fallen und sich einer allgemeinen Praxis zu beugen. "Dass dabei schwerwiegende Verstöße gegen die persönliche Freiheit, Rechte und Würde des Kranken gemacht werden, lässt sich in der gängigen Praxis in den Niederlanden bereits nachvollziehen", stellen die Schweizer Bischöfe fest. "Nach Meinung der Schweizer Bischofskonferenz sollten die Probleme und Leiden soweit wie möglich beseitigt werden und nicht die Kranken und Sterbenden!"

(mehr dazu: www.kath.ch/sbk-ces-cvs)

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Den Tod vor Augen: Brite klagt Recht auf Weiterleben ein

London (ALfA). In Großbritannien hat ein vierundzwanzigjähriger Mann vor dem High Court sein Recht auf Weiterleben eingeklagt. Das meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 1. März). Der Kläger Oliver Leslie Burke sitzt wegen einer schweren fortschreitenden Hirnerkrankung seit zwölf Jahren im Rollstuhl, so die Zeitung. Mit dem Prozess wolle er verhindern, dass, wenn er sich nicht mehr artikulieren könne, Ärzte über den Abbruch der künstlichen Ernährung entscheiden dürften.

Laut der FAZ orientieren sich die britischen Ärzte am sogenannten "best interest", dem Wohl der Patienten. Nach Auffassung des obersten englischen Gerichts sei dieses Wohl vor allem aus medizinischer Sicht zu bestimmen. Es spiele nicht nur eine Rolle, ob ein Patient überhaupt weiterleben kann, sondern auch, welche Qualität sein Leben mutmaßlich besitzen werde. Ärzte könnten so etwa die künstliche Ernährung unabhängig vom vermuteten oder tatsächlichen Willen des Patienten abbrechen, wenn sie annähmen, dass die künstliche Ernährung Leiden verursache oder den Patienten mehr belaste, als sie ihm nütze. Nach einem Gespräch mit den Angehörigen und dem Behandlungsteam könne die Magensonde entfernt oder gar nicht erst gelegt werden. Der Tod trete dann nach zwei bis drei Wochen ein.

Burke will nun erreichen, dass diese Behandlungsrichtlinien geändert werden, so die FAZ weiter. Er vertrete die Ansicht, dass sie gegen das in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerte Recht auf Leben und das Recht auf Achtung des Privatlebens verstießen.

(mehr dazu: www.faz.net)


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