ALfA-Newsletter vom 05.09.2003

News

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Bush weitet Verbot aus: Kein Geld für Abtreibungen im Ausland

Crawford (ALfA). US-Präsident George W. Bush hat das Verbot von Finanzierungshilfen für ausländische Organisationen ausgeweitet, die Abtreibungen unterstützen oder gutheißen. Das berichtet das "Deutsche Ärzteblatt" (Ausgabe vom 1. September). Künftig beträfe das bislang nur für die US-Entwicklungsbehörde USAID geltende Verbot auch die meisten US-Bundesbehörden.

Ausländische Nichtregierungsorganisationen, die Abtreibungen als Mittel der Familienplanung vornähmen, finanzierten oder unterstützten, dürften keine staatliche Unterstützung der USA erhalten. Projekte zur Aids-Hilfe seien von dem Verbot ausgenommen, so das "Deutsche Ärzteblatt". Die neue Anordnung beträfe allerdings laut US-Regierungsangaben nur wenige Programme, da Finanzierungshilfen ins Ausland vor allem von USAID geleistet würden.

1984 wurde unter der Regierung von Ronald Reagan das Verbot einer Unterstützung von Abtreibungen ausgesprochen. George Bush als dessen Nachfolger erneuerte die Vorschrift, Bill Clinton dagegen schaffte sie kurzfristig ab. George W. Bush führte das Verbot im März 2003 wieder ein.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Nach Vergewaltigung: Frau bringt Mädchen zur Welt

Orlando (ALfA). In Florida hat eine geistig behinderte Frau, die nach einer Vergewaltigung schwanger geworden war, ein Mädchen zur Welt gebracht. Das berichtet die englische Tageszeitung "The Guardian" (Ausgabe vom 31. August). Das Kind sei am Samstag durch einen Kaiserschnitt entbunden worden und sei wahrscheinlich gesund.

Der Fall war öffentlich geworden, nachdem ein Richter angeordnet hatte, dass die Frau, die sich auf dem geistigen Stand eines Kindergartenkindes befinden soll, ihr Kind nicht abtreiben dürfte. Der Gouverneur Jeb Bush, Bruder des amerikanischen Präsidenten, war initiativ geworden und hatte einen Vormund für das Ungeborene gefordert (vgl. ALfA-Newsletter vom 27. Juni). Vom Gericht wurde das in diesem Fall abgelehnt, eine grundsätzliche Entscheidung wurde allerdings noch nicht getroffen.

Laut "The Guardian" haben Abtreibungsbefürworter Bush beschuldigt, durch sein Intervenieren die Tür öffnen zu wollen für flächendeckende Ernennungen von Vormunden für die ungeborenen Kinder abtreibungswilliger Frauen. Bush habe dagegen betont, dass nur in äußerst seltenen Fällen die Interessen des Kindes durch einen Vormund zu vertreten seien.

(mehr dazu: www.guardian.co.uk)

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Alles für das Baby: Eizell- und Spermien-Sucher in Aktion

Den Haag (ALfA). Eine niederländische Internetfirma bietet Menschen mit Kinderwunsch seit dem 28. August an, ihnen für eine Zeugung Eizellen und Spermien zu beschaffen. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Ausgabe vom 28. August). Gegen eine Zahlung von 2500 Euro suche die Firma geeignete Spender, führe Tests durch und liefere Eizellen und Sperma an das gewünschte Krankenhaus. Das Gesundheitsministerium in Den Haag prüfe derzeit, ob die Internetfirma gesetzwidrig sei und habe die Leitung zu einem Gespräch bestellt.

In Großbritannien gebe es bereits einen ähnlichen Fall, der eine Debatte ausgelöst habe. "Wir prüfen, ob es eine rechtliche Möglichkeit gibt, die Aktivitäten zu stoppen", zitiert das Blatt einen Vertreter der Gesundheitsbehörden. Falls es sich jedoch ausschließlich um Vermittlungsdienste handele, "könnten sie eine Lücke im Gesetz gefunden haben."

Laut "Deutschen Ärzteblatt" habe unterdessen die Vereinigung niederländischer Ärzte (KPMG) ihre Mitglieder dazu aufgerufen, die Kommerzialisierung des Kinderwunsches zu boykottieren.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Fehlbildungen nach künstlicher Befruchtung: Langzeitstudien gefordert

Köln (ALfA). Der Direktor des Humangenetischen Instituts in Mainz, Thomas Haaf, hat Langzeitstudien zur Abschätzung des epigenetischen Risikos für das Auftreten von Fehlbildungen nach künstlichen Befruchtungen gefordert. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 29. August). Haaf sehe einen begründeten Verdacht, dass Imprintingkrankheiten, wie zum Beispiel Beckwith-Wiedemann und Angelman-Syndrom, gehäuft bei Kindern vorkommen, die künstlich erzeugt wurden. In Tierexperimenten sei bereits gezeigt worden, dass die Kulturbedingungen und Manipulation von in vitro kultivierten Embryonen die Expression von geprägten Genen und das fetale Wachstum beeinflussen könnten. Geprägte Gene spielten nicht nur beim Wachstum von Fetus und Plazenta eine Rolle, sondern beeinflussten auch die Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten und Verhalten. Daneben stünden sie in Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs.

Haafs Forderung liegt die biologische Entdeckung zugrunde, dass es in der befruchteten Eizelle innerhalb weniger Stunden zu einer aktiven Demethylierung ("Umprogrammierung") des väterlichen Genoms kommt. Das mütterliche Genom demethyliert erst nach dem Zweizellstadium schrittweise. Die Eizelle versucht, die aus der männlichen Keimbahn vererbten Methylierungsmuster weitgehend auszulöschen. Störungen dieser elternspezifischen Reprogrammierungsvorgänge können eine Ursache für Fehlbildungen sein.

Schon im vergangenen Jahr hatten Studien darauf hingewiesen, dass künstliche Befruchtungen das Fehlbildungsrisiko signifikant erhöhen (vgl. ALfA-Newsletter vom 10. Mai 2002). Besonders häufig treten demnach Fehlbildungen bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (Icsi) auf. Bei diesem Verfahren wird die Samenzelle mit Hilfe einer Pipette direkt in die Eizelle gespritzt. Eine australische Studie hatte ergeben, dass mit dem Icsi-Verfahren gezeugte Kinder eine mehr als doppelt so hohe Fehlbildungsrate aufweisen.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Mindestmass an Menschlichkeit eingefordert: Säuglinge nicht dem Tod überlassen

Madison (ALfA). Ein Komitee des Senats im US-Bundesstaat Wisconsin hat beschlossen, einen Gesetzentwurf zu unterstützen, der medizinische Versorgung für Kinder einfordert, die ihre Abtreibung überlebt haben. Das meldet "LifeNews" (28. August). Der Gesetzentwurf sei mit vier zu einer Stimme angenommen worden.

In einer der Abstimmung vorausgegangenen öffentlichen Anhörung seien lebhaft die Grausamkeiten geschildert worden, die in vielen Krankenhäusern ungewollten Kindern angetan würden. In den meisten Fällen würden die hilflosen Säuglinge sich selbst überlassen, bis sie stürben.

(mehr dazu: www.lifenews.com)

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Schon 200 Herzen geheilt: Erfolge der Infarkt-Therapie mit adulten Stammzellen

Wien (ALfA). Auf der diesjährigen Tagung der European Society of Cardiology in Wien haben Kardiologen aus aller Welt auf die Therapieerfolge mit adulten Stammzellen bei Herzinfarkt-Patienten hingewiesen. Das melden das "Deutsche Ärzteblatt" sowie die "Culture of Life Foundation" (Ausgabe vom 2. September). Vor zwei Jahren hätte eine Gruppe um Bodo Eckehard Strauer von der Universität Düsseldorf über das regenerative Potenzial von adulten Stammzellen in der Herzinfarkt-Therapie berichtet (vgl. ALfA-Newsletter vom 29. August 2003). Einem 46-jährigen Mann seien damals sechs Tage nach dem Infarkt über einen Katheter Stammzellen aus dem Knochenmark ins Herz gespritzt worden. In den folgenden Wochen schon habe sich das durch den Infarkt zerstörte Gewebe regeneriert und die Durchblutung habe sich gebessert. Inzwischen seien weltweit bereits über 200 Patienten erfolgreich mit dieser Therapie behandelt worden.

Allerdings habe Hans Figulla von der Universität Jena auf dem Kongress solche Erfolge nicht bestätigen können, so das "Deutsche Ärzteblatt". Bei seinen mit der gleichen Methode behandelten Patienten sei keine Besserung eingetreten. Gefordert würden nun randomisierte Studien mit einer größeren Fallzahl.

(mehr dazu: www.culture-of-life.org; www.aerzteblatt.de)

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"Und bekommst Du ein Baby, so brauch ich Gewalt": England startet Untersuchung

London (ALfA). In Großbritannien hat eine offizielle Untersuchung zur Diskriminierung Schwangerer am Arbeitsplatz begonnen. Das berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian" (Ausgabe vom 1. September). Umfragen hätten zuvor ergeben, dass ein fünftel aller Befragten schon erlebt hätten, dass schwangere Frauen diskriminiert würden. Vielen würden unpassende Aufgaben übertragen, sie würden mit unfreundlichen und kritischen Äußerungen konfrontiert oder sogar entlassen.

"Bei unseren Helplines melden sich mehr Frauen wegen Problemen, die sie am Arbeitsplatz aufgrund ihrer Schwangerschaft haben, als wegen jedes anderen Problems. Wir hören von sehr beunruhigenden Fällen, wo Frauen zurückgesetzt, bestraft oder sogar an die Luft gesetzt worden sind wegen ihres Babys", zitiert das Blatt Jenny Watson von der "Equal opportunity commission" (EOC), einem Ausschuss für Chancengleichheit.

Die Untersuchung solle 18 Monate dauern, so der "Guardian". Im Februar 2005 würden die Empfehlungen dann der Regierung vorgelegt.

(mehr dazu: www.guardian.co.uk)

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TV-Spots als Lebensretter: Amerikanische Lebensrechtsbewegung macht Werbung

Phönix (ALfA). Die amerikanische Lebensrechtsbewegung "Arizona Right to Life" hat eine neue TV-Kampagne gestartet, die für das Lebensrecht ungeborener Kinder werben soll. Das meldet "LifeNews" (30. August). In den Spots würde deutlich gemacht, dass das Leben etwas Heiliges und Schützenswertes sei. Abtreibung könne nicht die Antwort auf eine ungewollte Schwangerschaft sein. "Durch den Einsatz von special effects, kraftvollen Bildern und einer überzeugenden Sprache zeigen diese Werbespots unsere Verpflichtung, die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu schützen", wird Shane Wikfors von "Arizona Right to Life" zitiert.

Vor vier Jahren sei eine ähnliche Kampagne initiiert worden, so "LifeNews". Sie hätte damals 93 Prozent der Haushalte erreicht und Schätzungen zufolge 3300 Kindern das Leben gerettet.

(mehr dazu: www.lifenews.com)


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