ALfA-Newsletter vom 06.05.2004

News

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Mutiger Kandidat: Köhler für Prüfung des Paragrafen 218

Berlin (ALfA). Der Kandidat von Union und FDP für die Bundespräsidentenwahl, Horst Köhler, hat eine Überprüfung der Abtreibungsgesetzgebung angeregt. In einem Interview mit dem "Rheinischen Merkur" (Ausgabe vom 6. Mai) bezeichnete er vor allem die hohe Zahl der Spätabtreibungen als "äußerst bedenklich". In der persönlichen Begegnung mit behinderten Menschen könne man immer wieder erleben, dass diese ebenso fröhlich und ebenso traurig seien wie alle anderen Menschen, dass ihr Leben ebenso lebenswert sei wie das nicht behinderter Menschen. "Den Wert menschlichen Lebens kann und darf man nicht differenzieren nach dem Kriterium einer geistigen oder körperlichen Behinderung", so Köhler. In diesem Zusammenhang verwies er auch darauf, dass seine eigene Tochter erblindet ist. "Sie lässt kein Zweifel an ihrer Überzeugung, dass Behinderte das gleiche Lebensrecht haben wie Nichtbehinderte. Das hat für mich Überzeugungskraft."

Bezüglich der embryonalen Stammzellforschung und des sogenannten therapeutischen Klonens erklärte Köhler gegenüber dem "Rheinischen Merkur", dass er sich in diesen Bereichen noch kein fertiges Urteil gebildet habe. Jedoch betonte er: "Nicht alles, was wissenschaftlich-technisch möglich ist, darf auch gemacht werden." Im Zweifel gehe für ihn Lebensschutz vor Wissenschaftsfreiheit.

Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) hat ausdrücklich begrüßt, dass sich Horst Köhler für die Überprüfung der Abtreibungsgesetzgebung ausgesprochen hat. In einer Mitteilung an die Presse (6. Mai) erklärte die Bundesvorsitzende der ALfA, Claudia Kaminski, dass in den vergangenen dreißig Jahren seriösen Schätzungen zufolge in Deutschland über acht Millionen Kinder ihr Leben durch Abtreibung verloren haben. "Auch das Ziel, welches mit der letzten Reform des Paragraphen 218 im Jahr 1995 erklärtermaßen verfolgt wurde, nämlich weniger statt mehr Abtreibungen, wurde nicht erreicht", so Kaminski. Der zuletzt zu verzeichnende leichte Rückgang der gemeldeten absoluten Abtreibungszahlen könne nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Häufigkeit, mit der Kinder im Mutterleib getötet werden, zugenommen habe. "Aufgrund des demografischen Wandels und der jahrzehntelangen Abtreibungspraxis gibt es heute lediglich weniger Frauen im gebärfähigen Alter", erklärte Kaminski. Diese würden laut den vom Statistischen Bundesamt bis 2002 ermittelten Zahlen jedoch häufiger abtreiben als 1996. Sowohl die Regierung Kohl als auch die Regierung Schröder und der Deutsche Bundestag hätten sich bislang geweigert, der Nachbesserungspflicht, die das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber zur Auflage gemacht hat, nachzukommen. "Vor diesem Hintergrund verdient der von Herrn Köhler gezeigte Mut, sich als Bewerber um ein politisches Amt derart zu positionieren, unsere Anerkennung", so Kaminski.

(mehr dazu: www.rheinischer-merkur.de; www.alfa-ev.de)

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"Wir sind ein sterbendes Volk": Wetter kritisiert Abtreibungspraxis

München (ALfA). Der Münchener Kardinal Friederich Wetter hat die Abtreibungspraxis in Deutschland kritisiert. Das berichtet die katholische Tageszeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 6. Mai). Bei der bayerischen Landestagung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) habe Wetter beklagt, dass vorgeburtliche Kindstötungen weithin nicht mehr als Unrecht empfunden würden. "Unsere Gesellschaft, die sonst so sensibel ist und sich schon bei geringfügigen Ungerechtigkeiten entrüstet, lässt die fortwährende Tötung tausender und abertausender Kinder im Mutterschoss kalt", zitiert "Die Tagespost" den Kardinal. Dabei zeige die demographische Entwicklung, "dass wir ein sterbendes Volk sind, wenn sich nichts ändert."

Wetter habe weiter kritisiert, dass der Staat die Abtreibungen mitfinanziere, die er verfassungsgemäß als Unrecht deklariert habe. Berlin sei nicht bereit, die vom Bundesverfassungsgericht erlassene Auflage zu erfüllen, die Wirksamkeit des geltenden Gesetzes zu überprüfen. Offenbar hätten die meisten politischen Verantwortlichen das Thema zu den Akten gelegt, weil es angeblich nicht vermittelbar sei. Wie "Die Tagespost" weiter berichtet, hat der Münchener Kardinal in diesem Zusammenhang auch den Ausstieg der katholischen Kirche aus dem staatlichen Schwangerenberatungssystem gerechtfertigt. Papst Johannes Paul II. habe "mit gutem Grund" darauf gedrängt, "dass das Zeugnis der Kirche für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens nicht verdunkelt wird" und die Kirche "nicht an einem System mitwirkt, das dem gebotenen Lebensschutz nicht gerecht wird", zitiert das Blatt Wetter.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Hilfe kommt scheinlos an: Zulauf bei katholischer Schwangerenberatung

Köln (ALfA). Im Erzbistum Köln haben im vergangenen Jahr 6.131 schwangere Frauen Unterstützung durch die katholischen "esperanza"-Beratungsstellen erhalten. Das meldet "Die Tagespost" (Ausgabe vom 6. Mai) unter Berufung auf eine Mitteilung des Diözesan-Cariatsverbandes Köln. Die Zahl sei leicht gestiegen. Im Jahr 2002 hätten die 21 Einrichtungen 6.015 Frauen gezählt, die Hilfe bei seelischen Belastungen und finanziellen Problemen gesucht hätten. Knapp die Hälfte der Frauen seien Ausländerinnen, etwa fünf Prozent seien minderjährig gewesen.

Hinter dem Beratungs- und Hilfenetz "esperanza" stehen die 21 Beratungsstellen der Caritas, des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) sowie eines Kirchengemeinde-Verbandes der Erzdiözese Köln.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de; www.esperanza-online.de)

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Schluss mit Haftcreme: Adulte Stammzellen lassen Zähne wachsen

London (ALfA). Britische Forscher haben im Tierversuch nachgewiesen, dass sich mit Hilfe von adulten Stammzellen neue Zähne züchten lassen. Das melden die "Bild-Zeitung", die "Basler Zeitung" (Ausgaben vom 3. Mai), die "Rheinische Post" (Online-Ausgabe vom 3. Mai) sowie "Der Standard" (Online-Ausgabe vom 5. Mai). Ein Forscherteam um Paul Sharpe vom Londoner Kings College habe Stammzellen aus dem Blut beziehungsweise dem Knochenmark isoliert, im Labor kultiviert und dann in den Kiefer eingepflanzt. Nach etwa zwei Monaten habe sich aus der Stammzelle ein Zahn entwickelt.

Der entscheidende Vorteil dieser Methode sei, "dass ein lebendiger Zahn das umliegende Gewebe sehr viel besser erhalten kann als eine künstliche Prothese", zitieren die Zeitungen den Genforscher Sharpe. Das Verfahren solle in den kommenden beiden Jahren auch am Menschen getestet werden. Mindestens fünf Jahre werde es dauern, bis diese neue Technik vermarktet werden könne. Ein mit Hilfe von adulten Stammzellen nachgezüchteter Zahn werde dann nicht teurer sein als ein künstlicher Zahn.

(mehr dazu: www.bild.t-online.de; www.baz.ch; www.rp-online.de; http://derstandard.at)

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Erfolg ist mit den Anständigen: "Adulten Stammzellen gehört die Zukunft"

Mönchengladbach (ALfA). Hans Edgar Reis, einer der deutschen Pioniere der Forschung an adulten Stammzellen, hat prophezeit, dass die Zukunft in der Stammzellforschung den adulten Stammzellen gehört. Das berichtet "Die Tagespost" (Ausgabe vom 6. Mai). Auf der diesjährigen "Sozialethiker-Tagung" der "Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle" in Mönchengladbach habe Reis, der Chefarzt für Innere Medizin der Gladbacher Kliniken Maria Hilf ist, erklärt, dass sich schon heute mit den adulten Stammzellen mehr Heilungserfolge nachweisen ließen als mit den embryonalen Stammzellen. Und das, obwohl die adulte Stammzellforschung gerade einmal acht Jahre alt sei, während mit embryonalen Stammzellen seit über vier Jahrzehnten geforscht würde, so Reis. Auch hätten sich die anfänglichen Sorgen der Forscher, dass die adulten Stammzellen für Therapien weniger geeignet seien als die embryonalen, durch den Nachweis der Multipotenz von adulten Knochenmarkstammzellen im Jahr 2002 längst zerstreut.

Weiter berichtet "Die Tagespost", Reis habe unterstrichen, dass die extremen Nachteile der embryonalen Stammzellen längst offenkundig seien. Die Übertragung des aus ihnen gezüchteten Gewebes auf einen fremden Organismus führe immer zu Abstoßungsreaktionen, die nur durch die dauerhafte Verabreichung schwerer Medikamente unterbunden werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass die transplantierten embryonalen Stammzellen in dem Organismus, den sie heilen sollten, Tumore ausbildeten, sei nachweisbar so hoch, dass "eine Anwendung beim Menschen" laut Reis nicht in Frage komme, so das Blatt. Diese Nachteile würden dazu führen, dass die Pharmaindustrie, an deren Tropf auch die Stammzellforschung hänge, künftig in die adulte statt in die embryonale Stammzellforschung investieren werde. Denn, so Reis weiter, "die Industrie wird mit Sicherheit die nebenwirkungsärmste Form wählen". Dies wisse auch Oliver Brüstle, habe Reis versichert und berichtet, dass Brüstle selbst auch damit begonnen habe, an adulten Stammzellen zu forschen. "Jeder, der sieht, wie sich die Literatur entwickelt, und an dem Kuchen teilhaben will, muss an adulten Stammzellen forschen", erklärte Reis laut er "Tagespost". Es habe sich also "im Nachhinein" als "glücklich erwiesen", dass der Bundestag mit seinem Stammzellbeschluss die verbrauchende Embryonenforschung "gebremst" habe.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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"Entlarvend und verantwortungslos": Weiter Kritik an Clements Embryonen-Plänen

Meschede (ALfA). Die Kritik an der Forderung von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), die gesetzlich geltenden Grenzen für den Embryonenschutz aufzuheben, reißt nicht ab. In einer Mitteilung an die Presse (4. Mai) erklärten die Christdemokraten für das Leben (CDL), der Vorstoß Clements sei ein weiterer Versuch der Bundesregierung, den grundgesetzlich garantierten Schutz des menschlichen Lebens auszuhebeln. "Entlarvend ist, dass dies ausgerechnet vom Wirtschaftsminister erneut in die Debatte eingeführt wird", so die Bundesvorsitzende der CDL, Mechthild Löhr. Der wiederholte Versuch, die rechtlichen Schranken gegen die menschenverbrauchende Forschung zu beseitigen, sei "durch nichts zu rechtfertigen und außerdem verantwortungslos". Statt die ohnehin knappen Forschungsgelder in ethisch unbedenkliche Bereiche wie etwa in die erfolgreichere Forschung mit adulten Stammzellen zu investieren, für die niemand sterben müsse, sei Clement und die Regierung darauf fixiert, zur Zeit noch rechtswidrige Wege zu beschreiten und die Gesetze aufzuweichen, so Löhr weiter.

Clement missachte mit seiner Forderung, die seinen Angaben zufolge auch die Bundesregierung mehrheitlich teile, die Beschlüsse des Deutschen Bundestags zum restriktiven Stammzellimport, zum Klonen und zur Embryonenforschung auf europäischer Ebene. Laut Mechthild Löhr ist es unvergessen, dass Clement 2001 durch seine demonstrative Reise nach Isräl mit dem Stammzellforscher Oliver Brüstle für die Freigabe der embryonenverbrauchenden Stammzellforschung warb und Kanzler Schröder in der bioethischen Debatte vor "ideologischen Scheuklappen" warnte. "Die Bundesregierung befindet sich auf biopolitischen Abwegen", betonte die CDL-Vorsitzende. Den Deutschen Bundestag rief sie in der Pressemitteilung zum eindeutigen Widerstand gegen das beabsichtigte Töten für die Forschung auf.

(mehr dazu: www.cdl-online.de)

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"Den Tod zulassen, aber nicht zuteilen": Deutsche Ärzte gegen aktive Sterbehilfe

Berlin (ALfA). Die deutsche Ärzteschaft hält weiterhin an ihrem strikten "Nein" zur aktiven Sterbehilfe fest. Das berichten das "Deutsche Ärzteblatt", die "Ärzte Zeitung" (Online-Ausgaben vom 5. Mai), "Die Welt", die "Berliner Zeitung" sowie "die tageszeitung" (Ausgaben vom 5. Mai). "Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und auf ein Sterben in Würde - nicht aber das Recht, getötet zu werden", zitieren die Zeitungen den Präsidenten der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe. Bei der Vorstellung der neuen "Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung" betonte Hoppe: "Wir Ärzte wollen den Tod zulassen, aber wir wollen ihn nicht zuteilen." Ein einklagbares Recht auf aktive Sterbehilfe sei zwar vermeintlich die ultimative Verwirklichung des Rechts auf Selbstbestimmung, "doch von da aus ist der Weg nicht mehr weit in eine Gesellschaft, die den Menschen den Tod nahelegt, wenn sie mit dem Leben nicht mehr zurecht kommen", so der Präsident der Bundesärztekammer. Hoppe schloss aus, dass es überhaupt Fälle gibt, in denen das Leid eines Patienten so unerträglich ist, dass sich der Arzt berufen fühlt, einer Selbsttötung zu assistieren oder den Patienten zu töten. "Diese Mitleidsdebatte können wir nicht akzeptieren", so Hoppe laut der taz. "So hat das woanders auch angefangen, das bedeutet den Durchbruch." Es gebe immer Wege, die Schmerzen zu lindern - bis hin zum Einsatz einer Narkose.

Hoppe erklärte weiter, jeder Patient müsse sich zu jeder Zeit sicher sein, dass die Ärzte konsequent für das Leben einträten und weder wegen wirtschaftlicher, politischer noch anderer Gründe das Recht auf Leben zur Disposition stellten. Mit Blick auf die Niederlande warnte Hoppe auch auf die Gefahr des Missbrauchs. In einem Drittel der Fälle sei dort das ausdrückliche Verlangen der Betroffenen nach Sterbehilfe zweifelhaft. Immer mehr holländische Bürger würden inzwischen sogenannte Lebenswunscherklärungen mit sich führen, in denen sie sich gegen aktive Sterbehilfe aussprechen.

Mit den neuen Richtlinien zur Sterbebegleitung wird laut der Zeitungen vor allem die Verbindlichkeit von Patientenverfügungen gestärkt. In einer solchen Erklärung wird festgehalten, ob ein Mensch im Fall einer unheilbaren tödlichen Erkrankung oder Verletzung eine lebensverlängernde medizinische Behandlung wünscht. Wenn der Betroffene es verlange, so Hoppe, könne der Arzt auf Maßnahmen zur Verlängerung des Lebens verzichten oder diese abbrechen. Voraussetzung sei, dass die Behandlung den Tod nur hinauszögern würde. Liege keine Patientenverfügung vor, müssten Ärzte ihrer Verpflichtung zur Lebenserhaltung jedoch unbedingt nachkommen.

Die von Hoppe vorgestellten Richtlinien sollen einen angemessenen Umgang mit Patienten nahelegen, die an einer schweren Krankheit bald sterben werden. Sie sind zwar nicht bindend, werden aber von Gerichten zur Klärung herangezogen.

Unterdessen hat die Deutsche Hospiz Stiftung die neuen Richtlinien als "schwammig formuliert" kritisiert. In einer Stellungnahme (4. Mai) des Geschäftsführenden Vorstandes der Stiftung, Eugen Brysch, heißt es unter anderem, es sei "völlig unverständlich", dass sich die Bundesärztekammer vom Artikel 1 des Grundgesetzes entferne. Ein "Sterben in Würde" hätten die alten Richtlinien gefordert. "Die in den neuen Richtlinien formulierten "menschenwürdigen Bedingungen" hingegen stufen diesen Würdebegriff ab", so Brysch. Gefährlich an diesem Begriff sei die "Schwammigkeit". Auch sei zu kritisieren, dass die Möglichkeit des Patienten entfalle, seine letzte Lebensphase selbst zu gestalten. Die terminologische Reduzierung auf die "Ablehnung einer Behandlung" nehme Schwerstkranken und Sterbenden ihr Recht, Behandlungen einzufordern, etwa die umfassende medizinische, pflegerische, psycho-soziale und - falls gewünscht - seelsorgerische Begleitung durch Palliative-Care. Als "außerordentlich problematisch" bezeichnet es Brysch, dass nach den neuen Richtlinien der "praktisch untaugliche" Begriff der mündlichen Patientenverfügung aufgenommen worden sei. "Diese Aussage karikiert den eigentlichen Sinn einer Patientenverfügung, da sie die Praxistauglichkeit torpediert, und übertrumpft in ihrer Anmaßung alle positiven Pflänzchen der neuen Richtlinien", kritisiert Brysch. Durch die Gefahr der Falschinterpretation mündlicher Aussagen sei dem Missbrauch Tor und Tür geöffnet. "Wenn die neuen Richtlinien der Bundesärztekammer als Grundlage für die thematische Arbeit entscheidender Ausschüsse und Kommissionen dienen sollen - dann wird allein durch diese Aussage das Schicksal Schwerstkranker und Sterbender zukünftig von lebensgefährlicher Beliebigkeit bestimmt", so Brysch.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de; www.äztezeitung.de; www.welt.de; www.berlinonline.de/berliner-zeitung; www.taz.de; www.hospize.de)

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Viel Kritik: Rheinland-pfälzische Bioethik-Kommission für Ausnahmen bei Sterbehilfe

Mainz (ALfA). Aktive Sterbehilfe soll nach Ansicht der Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz in Ausnahmefällen straffrei sein, grundsätzlich aber verboten bleiben. Das berichten "Die Welt" (Ausgabe vom 5. Mai), der "Südwestrundfunk", das "Wiesbadener Tagblatt" (Online-Ausgaben vom 3. Mai) sowie der Evangelische Pressedienst "epd" (30. April). Justizminister Herbert Mertin (FDP) habe bei der Vorstellung der Empfehlungen der Kommission erläutert, dass dann von einer Bestrafung der an sich "rechtswidrigen und schuldhaften Tat" abgesehen werden solle, wenn ein "entwürdigender Todeskampf" verhindert werden könne. Weiter empfehle die Kommission eine gesetzliche Regelung, dass eine vorab formulierte Patientenverfügung bindende Kraft für Betreuer, Ärzte und Gerichte haben solle. Bei einem Patienten im Wachkoma solle die Behandlung abgebrochen werden dürfen, wenn der Patient dies zuvor ausdrücklich gewünscht habe. Auch der Wille eines Sterbenskranken zur Selbsttötung solle respektiert werden. In diesem Fall solle es keine strafbewehrte Pflicht zur Rettung geben.

Unterdessen hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) laut "Südwestrundfunk" die Pläne der Kommission abgelehnt. Diese Position mache sich die Regierung nicht zu eigen. Man habe Bedenken, dass die Tür zur aktiven Sterbehilfe endgültig geöffnet werden könnte, so Beck. Der Ministerpräsident habe erklärt, er sei dicht an der Haltung der Kirchen, die sich deutlich gegen den Vorstoß der Bioethik-Kommission ausgesprochen hatten. Wie das "Wiesbadener Tagblatt" berichtet, hat der Trierer Bischof Reinhard Marx erklärt, die Pläne dürften aus Sicht der christlichen Ethik unter keinen Umständen toleriert werden. Auch die Evangelische Kirche im Rheinland hat laut "epd" den Vorstoß vehement zurückgewiesen. Präses Nikolaus Schneider habe betont, mit dieser Forderung öffne die Kommission Tor und Tür zur aktiven Sterbehilfe. Damit sei ein Dammbruch zu befürchten. "Das können wir nicht akzeptieren", zitiert der "epd" Schneider. Ebenfalls eine klare Absage hat der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, der Empfehlung erteilt. "Auch in extremen Fällen können wir aktive Sterbehilfe nicht akzeptieren", zitiert "Die Welt" Hoppe. Eine wie von der Kommission empfohlene Änderung des Strafgesetzbuches würde den "Durchbruch" bringen, habe Hoppe gewarnt.

(mehr dazu: www.welt.de; www.swr.de; www.wiesbadener-tagblatt.de; www.epd.de)

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Letzter Aufruf: Stiftung Ja zum Leben bittet um Rucksendung von Unterschriftenlisten!

Meschede (ALfA). Die Stiftung Ja zum Leben bittet dringend, die Listen mit den im Rahmen der Kampagne "Tim lebt" gesammelten Unterschriften gegen Spätabtreibung bis zum 10. Mai an folgende Adresse zurückzusenden: Stiftung Ja zum Leben, Haus Lär, 59872 Meschede. Wie die Sprecherin der Kampagne, Dr. med. Claudia Kaminski, mitteilte, sind inzwischen weit über 70.000 Unterschriften gesammelt worden. Unterstützten kann man die Kampagne auch über das Internet, indem man auf der Seite www.tim-lebt.de/links/index.html auf elektronischem Weg eine Unterschrift leistet.

(mehr dazu: www.tim-lebt.de)


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