ALfA-Newsletter vom 06.08.2004

Die Redaktion des ALfA-Newsletters macht Ferien. Deshalb erscheint der nächste Newsletter erst am 27. August. Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erholsamen Urlaub!

News

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"Terminale Sedierungen" in Holland: Aktuelle Studie mit erschreckenden Zahlen

Rotterdam (ALfA). Die "terminale Sedierung" ist eine von Ärzten bevorzugte Form der Sterbehilfe in den Niederlanden. Das berichtet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 3. August) unter Berufung auf eine in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlichten Studie. Laut dem "Ärzteblatt" wird bei einer terminalen Sedierung der Patient mit Medikamenten in einen Tiefschlaf versetzt und gleichzeitig seine Sondenernährung und Flüssigkeitszufuhr eingestellt, was zum Tod des Patienten führt.

Das Team um Judith Rietjens von der Erasmus-Universität in Rotterdam habe eine Befragung unter 410 Ärzten durchgeführt. 52 Prozent der Mediziner hätten angegeben, dass sie schon einmal eine terminale Sedierung durchgeführt hätten. Wie das "Deutsche Ärzteblatt" weiter berichtet, haben die Ärzte in nur 59 Prozent der Fälle die Entscheidung zur terminalen Sedierung mit den Patienten diskutiert und nur in einem Drittel der Fälle auch erläutert, dass dabei die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr gestoppt wird. Eine Beschleunigung des Todes sei in 47 Prozent der Fälle als Teil der Indikationsstellung angeben worden, in 17 Prozent der Fälle sei die Herbeiführung der Todes die explizite Absicht der Ärzte gewesen.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Neuer Euthanasie-Skandal in Deutschland? Pfleger spritzte zehn Menschen tot

Kempten (ALfA). Mit Beruhigungs- und Narkosespritzen soll ein 25 Jahre alter Krankenpfleger in einem Krankenhaus in Sonthofen mindestens zehn Patienten getötet haben. Das berichten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgaben vom 3. August und 5. August) und "Die Welt" (Ausgaben vom 31. Juli, 4. August und 6. August). Der Krankenpfleger habe nach seiner Festnahme die Taten gestanden und als Motiv Mitleid angegeben. Laut der "Welt" habe er das Leid der "dahinsiechenden Menschen" nicht mehr ertragen können und die Patienten "erlösen" wollen. Wie die Zeitungen weiter berichten, sei man dem Täter auf die Spur gekommen, da Medikamente im Krankenhaus fehlten. Die Menge der entwendeten Mittel reiche allerdings aus, um mehr als zehn Menschen zu töten.

Die Staatsanwaltschaft überprüfe deshalb nun insgesamt 80 Todesfälle. Es handele sich dabei um die Männer und Frauen, die während der Dienstzeit des Krankenpflegers in der Klinik gestorben seien, so die Zeitungen weiter. Ein konkreter Tötungsverdacht liege aber derzeit nicht vor.

Unterdessen hat die Deutsche Hospiz Stiftung auf die Gefährdung Schwerstkranker und Sterbender überall in der Kranken- und Altenpflege hingewiesen. In einer Mitteilung an die Presse (31. Juli) erklärte Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung: "Morde durch Pflegepersonal kommen immer wieder vor." Nirgendwo könne so unauffällig getötet werden wie bei Schwerstpflegebedürftigen. Laut Brysch wird an diesen Missständen deutlich, dass das Personal häufig völlig überfordert ist. "Schuld ist aber auch die Einschätzung vieler gesunder Menschen, wann ein Leben unwert sei." Die Betroffenen sähen dies meist ganz anders. Doch in der öffentlichen Diskussion würden Einzelschicksale aus dem Blickwinkel der Gesunden eingeordnet. "Der einzige Daseinszweck für alte Menschen ist in dieser Denkweise ein früher Tod, nicht ein menschenwürdiges Leben", so Brysch.

Daher fordert die Deutsche Hospiz Stiftung einen radikalen Systemwechsel im Gesundheitswesen. Hochbetagte, Schwerstkranke und Sterbende müssten überall menschenwürdige Rahmenbedingungen vorfinden. "Mangelnde Pflege, Vernachlässigung der Aufsicht und Kostendruck ist auch eine Form der Tötung", so Brysch. Besorgniserregend sei die aktuelle rechtspolitische Diskussion zur Ergänzung des Paragraphen 216 StGB. "Wer jetzt, wie die Arbeitsgruppe der Justizministerin Zypries vor wenigen Wochen empfohlen hatte, den Tatbestand "Tötung auf Verlangen" durch einen Freibrief für das "terminale Sedieren" aufweichen will, schlägt der Staatsanwaltschaft wichtige Instrumente der Tataufklärung aus der Hand", so Brysch.

(mehr dazu: www.faz.net; www.welt.de)

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Reproduktionsmediziner in Sorge: Immer weniger künstliche Befruchtungen

München (ALfA). Die Zahl der künstlichen Befruchtungen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2004 um die Hälfte zurückgegangen. Das berichtet das Magazin "Focus" (Online-Ausgabe vom 1. August) unter Berufung auf eine Umfrage des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren (BRZ). Danach sind etwa 15.000 In-vitro-Fertilisationen (IVF) weniger vorgenommen worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Als Begründung werde angegeben, dass die Paare nach der Gesundheitsreform circa die Hälfte der Kosten, die bei einer künstlichen Befruchtung anfallen, selbst tragen müssten. Frauen über 40 bekämen von der Krankenkasse die IVF-Kosten in der Regel gar nicht erstattet.

Wie der "Focus" weiter berichtet, rechnet der Vorsitzende des Bundesverbande der Reproduktionsmediziner, Michäl Thäle, damit, dass aufgrund der Einsparungen in Zukunft jährlich etwa 10.000 Kinder weniger geboren werden. Gegenüber dem Magazin sagte Thäle, dies sei angesichts der ohnehin niedrigen Geburtenrate und der besorgniserregenden demographischen Entwicklung "ein völlig falsches familienpolitisches Signal".

(mehr dazu: www.focus.de)

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Kind bei künstlicher Befruchtung vertauscht: 1 Million Dollar Schadensersatz

San Francisco (ALfA). Ein Gericht in San Francisco hat einer Frau eine Million Dollar Schadensersatz zugesprochen, weil ihr Ärzte nach einer künstlichen Befruchtung einen falschen Embryo eingesetzt haben. Das berichten "Die Welt", die "Berliner Morgenpost" (Ausgaben vom 5. August) sowie "Yahoo!Nachrichten" (4. August). Die Ärzte hätten vor der Frau die Verwechslung geheim gehalten, bis das heute knapp dreijährige Kind zehn Monate alt gewesen sei. Ihnen sei der Fehler zwar schon kurz nach der Prozedur aufgefallen, sie hätten jedoch geschwiegen, da sie befürchteten, dass die Frau das Kind abtreiben würde, wenn sie die Wahrheit erführe.

(mehr dazu: www.welt.de, http://morgenpost.berlin1.de; www.yahoo.de)

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Die "mit dem Bösen kooperieren": Keine Kommunion für Pro-Abtreibungs-Politiker

Atlanta (ALfA). In den USA haben sich die katholischen Bischöfe von drei Diözesen in die Debatte um den Kommunionempfang für Pro-Abtreibungs-Politiker eingeschaltet. Das melden die britische Tageszeitung "The Guardian" (Ausgabe vom 5. August) sowie der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (5. August). In einer gemeinsamen Stellungnahme heiße es, dass solche Politiker "öffentlich mit dem Bösen kooperieren", zitiert "The Guardian". Deshalb lebten sie im Zustand der schweren Sünde.

Aus diesem Grunde hätten der Erzbischof von Atlanta, John F. Donoghue, der Bischof von Charlotte, Robert J. Baker, sowie der Bischof von Charleston, Peter J. Jugis, die Priester ihrer Diözese angewiesen, diesen Politikern die Kommunion zu verweigern. Erst wenn sie öffentlich ihre Ansichten widerrufen hätten, dürften die betreffenden Politiker wieder die Kommunion empfangen, so die Bischöfe.

(mehr dazu: www.guardian.co.uk; www.kath.net)


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