ALfA-Newsletter vom 07.02.2004

News

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Im Wappen des Kreuzes: Nun sollen auch Ärzte Beihilfe zum Selbstmord leisten

Bern (ALfA). Künftig sollen auch Ärzte in der Schweiz Beilhilfe zum Selbstmord leisten können. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, sähen das die neuen Richtlinien vor, welche die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) Mitte der Woche vorgestellt hat. Laut den "Baseler Nachrichten" (Ausgabe vom 05.02.) hielten die neuen Richtlinien zwar fest, dass die Beihilfe zum Selbstmord kein Teil ärztlicher Tätigkeit sei, gleichwohl könnten besondere Umstände und die Respektierung des Patientenwillen den Arzt im Einzelfall veranlassen, einem todkranken Patienten bei dessen Suizid behilflich zu sein.

SAMW-Präsident Werner Stauffacher legte laut der Zeitung dar, die neuen Richtlinien erkennten an, "dass ein Arzt im konkreten Einzelfall in die Notlage kommen kann, einem ihm vertrauten Patienten Sterbehilfe zu leisten, ohne sich den Vorwurf machen zu lassen, unärztlich zu handeln".

Nach Informationen von "Spiegel-Online" (Ausgabe vom 05.02.) und dem Internetportal "Swissinfo" (05.02.) war dies in der Schweiz bislang ausschließlich Organisationen wie "Exit" oder "Dignitas" vorbehalten. Laut Swissinfo hätten diese zum Teil auch Menschen beim Selbstmord unterstützt, "die noch Jahre weiterleben könnten".

Die neuen Richtlinien der SAMW hätten dagegen "Patienten in ihrer letzten Lebensphase" im Blick. Gemeint seien Kranke, bei denen der Arzt zur Überzeugung gelangt sei, dass sie innerhalb von Tagen oder einigen Wochen sterben werden, so die "Neue Zürcher Zeitung" (Ausgabe vom 05.02.). "Nicht anwendbar sind die revidierten Richtlinien für schwer leidende Patienten, die womöglich noch Jahre zu leben haben." Auch lehne die SAMW "rigoros jede Art von aktiver Sterbehilfe" ab, so die NZZ weiter.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" (Ausgabe vom 06.02.) fehle in der jetzigen Präambel der frühere Hinweis auf die "steigenden Gesundheitskosten". Stattdessen werde nun "streng humanistisch, gleich im ersten Satz die Schutzbedürftigkeit der Sterbenden betont." Gegenüber dem letztjährigen Papier müsse der Beilhilfe zum Selbstmord leisten wollende Arzt nun auch keinen "speziell kompetenten" auswärtigen Arzt vor der Tat konsultieren. Es genüge nun eine beliebe Drittperson, deren Votum einzuholen sei, so die SZ.

(mehr dazu: www.sueddeutsche.de; www.nzz.ch; www.spiegel-online.de; www.swissinfo.ch)

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Alarmiert: Erzbischof von Lyon sieht Euthanasie in Frankreich auf dem Vormarsch

Rom. (ALfA). Nach Ansicht des Erzbischofs von Lyon, Philippe Kardinal Barbarin, besteht die Gefahr, dass die Euthanasie auch in Frankreich auf zunehmende Akzeptanz stoße. Laut dem katholischen Internetportal "kath.net" (Ausgabe vom 06.02.) sagte Barbarin auf einer Pressekonferenz in Rom, die politische Lage in seinem Land werde von den Gesetzen in den Niederlanden und in Belgien beeinflusst. Frankreich stehe unter dem Druck, dem Beispiel dieser Länder zu folgen. Oft höre der das Argument, "wenn ein kleines Land wie Belgien das tun kann, dann sollten wir nicht zurückbleiben". Barbarin sagte, er appelliere immer wieder an Wissenschafter, Mediziner und Politiker, sich für die Wahrung der Würde menschlichen Lebens einzusetzen.

(mehr dazu: www.kath.net)

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Belgien: Katholische Krankenhäuser nicht unter allen Umständen gegen Sterbehilfe

Rom (ALfA). In Belgien schlössen auch viele katholische Krankenhäuser aktive Sterbehilfe nicht grundsätzlich aus. Das berichtet "Radio Vatikan" (Ausgabe vom 07.02.) unter Berufung auf belgische Medienberichte. Demnach komme eine Studie der Katholischen Universität Löwen und des belgischen katholischen Krankenhausverbandes zu dem Ergebnis, dass nur zwei der katholischen Krankenhäuser des Landes aktive Sterbehilfe unter allen Umständen ablehnten. In den anderen Krankenhäusern seien sie unter bestimmten Bedingungen möglich.

(mehr dazu: www.kath.de)

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Vorbildlich: Sozialminister gegen Spätabtreibungen und für einfachere Adoption

Erfurt (ALfA). Thüringens Sozialminister Klaus Zeh (CDU) hat sich gegen Spätabtreibungen ausgesprochen und für erleichterte Adoptionen plädiert. Das berichtet die katholische Zeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 03.02.) unter Berufung auf die Katholische Nachrichtenagentur (KNA). Danach bezeichnete Zeh bei der Debatte im Erfurter Landtag über den Bericht der Enquete-Kommission "Wahrung der Würde des menschlichen Lebens ins Grenzsituationen" die derzeitige Gesetzlage als "unbefriedigend". Sie trage den inneren Konflikten von Eltern und Ärzten in dieser Situation zu wenig Rechnung. Das gelte besonders für Spätabtreibungen von Kindern, bei denen durch Pränataldiagnostik Behinderungen festgestellt worden seien. "Behinderte Kinder haben genauso ein Lebensrecht wie nicht behindert", wird Zeh zitiert.

Weiter versprach der Minister der Meldung zufolge sich für eine Überprüfung bestehender Regelungen zur Adoptionsfreigabe einzusetzen. Es sei bedauerlich, "dass eine Abtreibung offenbar als gesellschaftsfähig gilt, während eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption freigibt, als Rabenmutter angesehen wird."

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Jetzt online: Anonyme Schwangerenberatung via Internet im Bistum Köln

Köln (ALfA). Die Schwangerenberatung im Erzbistum Köln "esperanza" hat ein neues Programm gestartet. Frauen und Männer, die Rat und Hilfe in Schwangerschaftskonflikten suchen, können sich jetzt auch kostenlos und vertraulich über das Internet beraten lassen. Das berichtet die "Kölnische Rundschau" (Ausgabe vom 04.02.) Unter www.esperanza-online.de können Ratsuchende in einem geschützten Bereich Kontakt zu einer Beraterin aufnehmen. Konzipiert sei die Bildschirm-Kommunikation mit den 15 "Esperanza"-Beratungsstellen im Erzbistum Köln als erste Kontaktaufnahme und schnelle Hilfe in Krisen, so die Zeitung.

Aus dem anonymen Kontakt per Internet könne sich, falls gewünscht, selbstverständlich jederzeit ein persönliches Gespräch ergeben. "Wir hoffen, über das Medium Internet verstärkt Jugendliche zu erreichen, die Fragen zu Freundschaft, Liebe und Sexualität haben. Ganz besonders richtet sich das Angebot natürlich an junge Mädchen, die ungewollt schwanger sind", zitiert die Zeitung Esperanza-Beraterin Monika Dorweiler. Über einen Postleitzahlenfilter würden die Anfragen automatisch zur zuständigen esperanza-Beratungsstelle weitergeleitet. Eine Antwort gebe es innerhalb von 48 Stunden.

Grossen Wert werde auf die Sicherheit des Systems gelegt. Die Daten würden verschlüsselt auf den Server übertragen. Sowohl bei der Übermittlung der Nachrichten als auch bei der Bearbeitung in den Beratungsstellen sei sichergestellt, dass Dritte keinen Zugriff auf die Anfragen und Antworten hätten.

(mehr dazu: www.rundschau-online.de)

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Johannes Paul II.: "Wir dürfen uns nicht mit der Abtreibung abfinden"

Rom (ALfA). Papst Johannes Paul II. hat am 1. Februar die extrem niedrige Geburtenrate in Italien beklagt und Politiker aufgerufen, sich für eine familienfreundlichere Gesellschaft einzusetzen. Das berichtet das katholische Internetportal "kath.net". In Italien wurde am 1. Februar der "Tag des Lebens" unter dem Motto "Ohne Kinder gibt es keine Zukunft" gefeiert. Beim Angelusgebet am Sonntag sagte der Papst laut "kath.net": "Viele Ehepaare wünschen sich mehr Kinder, sind aber gleichsam gezwungen, aus wirtschaftlichen Gründen darauf zu verzichten", sagte der Papst. "Die staatliche Unterstützung ist lobenswert, aber oft ungenügend. Eine organischere Politik zugunsten der Familien ist nötig. Die Familie, die aus der Ehe hervorgeht, ist die Grundzelle der Gesellschaft." In ihrem Innern müsse das Leben immer "gefördert, verteidigt und geschützt werden".

Wer sich für das Leben einsetzt, müsse sich gegen die Abtreibung stark machen, betonte der Papst "Wir dürfen uns nicht mit den Angriffen auf das Leben, insbesondere mit der Abtreibung, abfinden! Wir müssen unsere Bemühungen verstärken, damit das Recht der ungeborenen Kinder auf Leben durchgesetzt wird, und zwar nicht gegen die Mütter, sondern gemeinsam mit den Müttern", zitiert "kath.net" das Oberhaupt der katholischen Kirche.

(mehr dazu: www.kath.net)

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Rumäniens Bevölkerung sinkt stetig: Abtreibung einer der Hauptgründe

Hermannstadt (ALfA). Seit 1990 sind die Bevölkerungszahlen in Rumänien stetig gesunken. Gab es 1990 noch 23.206.720 Einwohner, so wurden 2002 nur noch 21.698.181 gezählt. Das berichtet die "Deutsche Welle" (Online-Ausgabe vom 05.02.). Als Grund für das Minus von 15.179.539 Einwohnern gibt das "Zentrum für Gesundheitsstatistiken und medizinische Dokumentation" laut der "Deutschen Welle" neben Auswanderungen eine sinkende Geburtenrate und eine steigende Sterblichkeitsrate an.

So sei die Geburtenrate dramatisch gesunken: Lag sie 1991 noch bei 11,9 pro 1.000 Einwohner, so waren es 2002 nur noch 9,7 pro 1.000. Die Lebendgeburten verringerten sich im gleichen Zeitraum von 275.275 (1991) um 64.746 auf 210.529 (2001). Wie das "Zentrum für Gesundheitsstatistiken und medizinische Dokumentation" bekannt gab, sei dies auf die nach der Wende erfolgte Freigabe der Abtreibungen zurückzuführen. Eine Rolle spiele zudem, dass junge Familien es sich oft nicht leisten können, Kinder zu haben.

Der niedrigen Geburtenrate stehe eine hohe Sterblichkeitsrate gegenüber. Sie stieg von 10,7 im Jahr 1991 auf 12,4 (2002). Als wichtigste Todesursachen nennen die Statistiker laut dem Bericht Herz- und Gefäßerkrankungen, bösartige Tumore, Erkrankungen der Atem- und Verdauungswege sowie Unfälle.

(mehr dazu: www.dw-world.de)

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CDU-Abgeordneter will Lebensbeginn gesetzlich festschreiben: Mensch mit Nidation

Berlin (ALfA). Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Gehb fordert, der Gesetzgeber solle den Beginn des Lebens mit der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter festschreiben. In einem von der Tageszeitung "Die Welt" (Ausgabe vom 03.02.) moderierten Streitgespräch mit seinem Parteifreund Thomas Rachel sagte Gehb demnach wörtlich: "Mit der künstlichen Befruchtung haben wir die Büchse der Pandora geöffnet und jetzt müssen wir Auswüchse vermeiden. In unserer Debatte um menschliches Leben und Menschenwürde muss das der Gesetzgeber leisten, indem er sagt: Das Leben beginnt mit der Nidation, der Einnistung in die Gebärmutter."

Wissenschaft sei dynamisch, unser Recht dagegen statisch, kritisiert Gehb im weiteren Verlauf des Gesprächs. Weil es keinen Naturwissenschaftler gebe, der rechtsverbindlich sagen könne, wann das Menschensein beginne und Ende, sei der "Gesetzgeber aufgerufen", dies "zu bestimmen".

Rachel, Sprecher der CDU/CSU-Bundestragsfraktion in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages, warnte davor, "rein rechtspositivistisch alles setzen zu wollen. Dies widerspricht dem Ansatz des Grundgesetzes. Wir haben ein anderes, ein christliches Menschenbild und insofern einen anderen Ausgangspunkt: Menschenwürde ist nicht verliehen, sondern wohnt dem Menschen von Natur aus inne."

(mehr dazu: www.welt.de)

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