ALfA-Newsletter vom 09.01.2004

News

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"Dement" oder "verlogen"? Kritik an Kanzler-Äußerungen zur Embryonenforschung

Berlin (ALfA). Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Bio- und Gentechnologie ausdrücklich zum "Innovationsfeld" erklärt und eine neue Debatte über die Forschung an embryonalen Stammzellen gefordert. Das melden unter anderem die "Frankfurter Neue Presse" (Ausgabe vom 8. Januar) und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 7. Januar). Bei der Vorlage der Weimarer Innovations-Leitlinien der SPD habe der Kanzler "Forschungsrestriktionen" in der Biotechnologie beklagt. Das Stammzellgesetz, das der Bundestag fraktionsübergreifend beschlossen hatte, sei "partiell zu zurückhaltend", zitieren die Zeitungen Schröder. Die Debatte über die ethischen Grenzen der Bio- und Gentechnologie könne nicht als abgeschlossen gelten. "Auch in dieser Frage kann man nichts zementieren", so Schröder. Zuvor hatte Schröder in einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" (Ausgabe vom 5. Januar) erklärt, die Entscheidung über das Stammzellgesetz sei Anfang 2002 "unter dem Druck der Gesellschaft" zustande gekommen. Jetzt müsse die Diskussion neu beginnen.

Die Forderungen des Kanzlers sind auf zum Teil heftige Kritik gestoßen. Das berichten "Der Tagesspiegel" (Ausgabe vom 8. Januar), die "Süddeutsche Zeitung", das "Handelsblatt" sowie die "Berliner Morgenpost" (Ausgaben vom 9. Januar). Der Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", Rene Röspel (SPD), habe davor gewarnt, eine Liberalisierung der embryonalen Stammzellforschung als Ausweis für die Innovationsfähigkeit des Landes zu betrachten. "Wir brauchen kein neues Stammzellgesetz", zitiert die "Berliner Morgenpost" Röspel. Wer die Debatte wieder aufleben lassen wolle, brauche neue Argumente. "Und die gibt es nicht", so Röspel. Auch Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat dem Kanzler widersprochen, so das "Handelsblatt". Das geltende Gesetz stelle für die laufende Grundlagenforschung "keine Restriktion" dar, so Bulmahn. Eine Debatte über eine Novelle des Stammzellgesetzes sei allenfalls "in einigen Jahren" erforderlich, wenn es um neue Therapien gehe. In dieser Legislaturperiode plane die Bundesregierung keinen Vorstoß für mehr Möglichkeiten in der embryonalen Stammzellforschung, habe die Bundesforschungsministerin betont. Laut der "Süddeutschen" hat unterdessen der Staatssekretär im Forschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen, über eine "Sonderethik fürs Reagenzglas" gespottet und den grundsätzlichen Vorrang des Lebensschutzes vor den Forschungs- und Wirtschaftsinteressen eingeklagt.

Auch der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) hat den Kanzler scharf kritisiert. "Eine Lockerung der Regeln zum Umgang mit menschlichen embryonalen Stammzellen wäre ein Placebo für die Wissenschaft in Deutschland", erklärte er in einer Pressemitteilung (6. Januar). Schröder und die SPD versuchten sich forschungsfreundlich zu geben, "aber die Wirkung von Placebos verpufft schnell, wenn es sich um eine wirklich ernste Krankheit handelt", so Liese. Die tatsächliche Bedeutung der embryonalen Stammzellforschung sei sehr gering und konkrete Erfolge am Patienten seien bisher nirgendwo zu verzeichnen. Mit seiner Äußerung, die Entscheidung zum Stammzellimport sei unter Druck der Gesellschaft zustande gekommen, widerspreche Schröder sich selbst. Schröder habe der jetzt geltenden Kompromisslösung ausdrücklich zugestimmt und nicht für den sehr weitgehenden Antrag der CDU-Abgeordneten Hinze und Reiche sowie der FDP-Abgeordneten Flach votiert. Dabei habe er schon vorher eine sehr liberale Position vertreten. Der Kanzler habe also 2001 eine sehr liberale Position vertreten, in 2002 einem relativ restriktiven Gesetz zugestimmt und fordere nun 2004 wieder eine liberale Lösung. "Wenn er zu mir als Patient käme, würde ich sagen, er leidet an Demenz (die Störung der Gehirnfunktion, die mit Vergesslichkeit einhergeht). Aus der politischen Debatte heraus kann ich sein Verhalten aber nur als verlogen bezeichnen", so Liese.

(mehr dazu: www.rhein-main.net; www.faz.net; www.spiegel.de; www.tagesspiegel.de; www.sueddeutsche.de; www.handelsblatt.com; http://morgenpost.berlin1.de)

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41 Millionen Euro für Abtreibungen in 2003: FAZ beruft sich aufs "LebensForum"

Berlin (ALfA). Die deutschen Steuerzahler mussten im Jahr 2003 rund 41 Millionen Euro für rechtswidrige, aber straffreie Abtreibungen bezahlen, die nach dem "Gesetz zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen" finanziert worden sind. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 5. Januar) unter Berufung auf eine in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "LebensForum" der "Aktion Lebensrecht für Alle" veröffentlichten Statistik. Danach werden in Deutschland die Kosten für im Schnitt etwa 90 Prozent aller nach der Beratungsregelung vorgenommenen Abtreibungen vom Staat übernommen (vgl. ALfA-Newsletter vom 19. Dezember, 21. November und 14. November).

Die bereits vollständigen Erhebungen für das Jahr 2002 werfen viele Fragen auf, die aber keine Partei aufgreifen will, so die FAZ. Die Zahlen zeigten, dass allein im Jahr 2002 5058 Abtreibungen mehr abgerechnet als dem Statistischen Bundesamt gemeldet wurden. Laut der FAZ rechnen Ärzte offensichtlich mehr Abtreibungen ab, als sie nach Wiesbaden meldeten. Dies sei ein Verstoß gegen die Meldevorschriften, der das Bundesgesundheitsministerium auf den Plan rufen müsste.

Fragwürdig sei auch die Auslegung des 1995 beschlossenen Gesetzes zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen. Der Steuerzahler würde verpflichtet, für die Tötung eines ungeborenen Kindes zu zahlen, wenn die verfügbaren persönlichen Einkünfte der Mutter 912 Euro nicht übersteigen. Das bedeutet, dass etwa eine nicht berufstätige Ehefrau eines wohlhabenden Mannes, die keinen ehevertraglich festgelegten Anspruch auf ein monatliches "Taschengeld" von über 900 Euro hat, sich vom Steuerzahler eine Abtreibung finanzieren lassen kann, so die FAZ.

Die Übernahme der Kosten muss von der abtreibungswilligen Schwangeren bei der Krankenkasse beantragt werden, die wiederum mit der Behörde abrechnet. Laut FAZ scheint bei der Antragstellung die Unterschrift unter der Antrag auszureichen. In einem "Gemeinsamen Rundschreiben der Spitzenverbände der Krankenkassen" vom 1. Juli 2003 würden die Mitarbeiter indirekt darauf hingewiesen, dass nach der Unterschrift der Frau Nachfragen zu unterlassen seien, damit im gesamten Verfahren die vom Gesetz eingeforderte Achtung des "Persönlichkeitsrecht der Frau unter besonderer Berücksichtigung ihrer Schwangerschaft" gewährleistet sei.

(mehr dazu: www.faz.net)

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Zurück in die Zukunft: Muskelzellen zurückverwandelt in adulte Stammzellen

Washington (ALfA). Eine Arbeitsgruppe in den USA hat eine Chemikalie entwickelt, mit der sich bereits ausdifferenzierte Zellen wieder zurück in adulte Stammzellen verwandeln lassen. Das melden die "Basler Zeitung" (Online-Ausgabe vom 27 Dezember) sowie das Internet-Magazin "wissenschaft.de" (Ausgabe vom 24. Dezember). Die Substanz mit dem Namen "Reversin" kann die Programmierung spezialisierter Muskelzellen löschen, und sie so in ihre eigenen, unspezialisierten Vorläuferzellen verwandeln, aus denen wiederum verschiedene Gewebstypen wie Knochen- oder Fettzellen entstehen können, berichten die Zeitungen unter Berufung auf eine Vorabveröffentlichung der Fachzeitschrift "Journal of the American Chemical Society".

Im allgemeinen verläuft die Entwicklung einer Zelle geradlinig nur in eine Richtung. Aus einer omnipotenten embryonalen Stammzelle entwickelt sich eine adulte Stammzelle, die zwar immer noch flexibel verschiedene Gewebearten bilden, jedoch nicht mehr einen vollständig neuen Organismus aufbauen kann. Schließlich spezialisieren sich die adulten Stammzellen etwa zu Muskel-, Leber oder Nierenzellen, die jeweils an ihre Funktion angepasste Eigenschaften besitzen. Nur in den seltensten Fällen kann diese Spezialisierung rückgängig gemacht werden, so "wissenschaft.de" weiter. Beispielsweise könnten sich Leberzellen bei einer Verletzung zurück in Vorläuferzellen für neues Lebergewebe verwandeln.

Laut "wissenschaft.de" ist es dem Team um Sheng Ding vom Scripps-Forschungsinstitut im kalifornischen La Jolla nun gelungen, diesen Prozess an spezialisierten Muskelzellen künstlich nachzuahmen. Eine solche entspezialisierende Substanz könne ein wichtiges Werkzeug für die Medizin sein, da in Zukunft mit Hilfe von Substanzen wie Reversin aus eigenem Körpergewebe die sonst nur schwierig zu gewinnenden adulten Stammzellen hergestellt werden könnten.

(mehr dazu: www.baz.ch; www.wissenschaft.de)

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Fettabsaugen fürs Herz: Neue Therapie mit adulten Stammzellen entwickelt

Frankfurt (ALfA). Forscher des US-Unternehmens wollen Stammzellen aus dem Fettgewebe zur regenerativen Behandlung von Herzinfarkten weiterverwenden. Das berichtet das "Handelsblatt" (Ausgabe vom 30. Dezember). Zur Zeit werde erforscht, wie die zwischen den Fettzellen eingelagerten Stammzellen chemisch isoliert werden können und wie sie wirken, wenn sie in das durch den Infarkt geschädigte Gewebe injiziert werden. Erste Zwischenergebnisse seien ermutigend. Der bei Macropore als medizinischer Direktor für die Entwicklung der neuen Methode zuständige Marc Hedrick hoffe sogar, dass eine Kultivierung der Stammzellen überflüssig wird. "Dem Körper können ohne Vollnarkose problemlos ein bis zwei Liter Fettgewebe entnommen werden", zitiert das "Handelsblatt" Hedrick. Ziel sei es, ein Gerät zu entwickeln, das aus dem Fettgewebe innerhalb von maximal 30 Minuten ausreichend Stammzellen für die Therapie isoliert. So könnte direkt im Anschluss an die Behandlung des akuten Infarkts die Injektion der Stammzellen erfolgen. "Das verspricht nicht nur die beste medizinische Wirkung, sondern auch niedrige Behandlungskosten, weil nur ein einziger Eingriff notwendig ist", so Hedrick. Laut dem "Handelsblatt" werden erste Studien am Patienten voraussichtlich Mitte 2004 in den USA und in Frankfurt durchgeführt.

Da Herzinfarktpatienten meist unter einer Kombination aus Stress, Bewegungsmangel und Übergewicht leiden, könnte sich die neue Methode leicht zum Renner entwickeln, gibt das "Handelblatt" Andreas Zeiher, Leiter der kardiologischen Abteilung an der Universitätsklinik in Frankfurt am Main, wieder. Allerdings müsse sich die neue Infarkt-Therapie mit der ebenfalls noch jungen Therapie mit adulten Stammzellen aus dem Knochenmark messen lassen. Bei diesem Verfahren wird Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen, die darin enthaltenen Stammzellen isoliert und einige Tage vermehrt. Werden sie dann in das geschädigte Gewebe injiziert, wirken sie in dreifacher Weise: Sie reparieren zerstörte Blutgefässe, verhindern das Absterben weiterer Zellen und können begrenzt auch neue Blutgefässe bilden (vgl. ALfA-Newsletter vom 19. Dezember und 29. August).

Wie die Zeitung weiter berichtet, hat Zeiher unterstrichen, dass auch die neueste Methode das Herz nach einem Infarkt nicht hundertprozentig wiederherstellen könne. Ohne Stammzelltherapie würde das Herz nach dem ersten Infarkt durchschnittlich etwa 20 bis 30 Prozent seiner Funktionsfähigkeit wiedererlangen. Mit einer Therapie mit adulten Stammzellen seien bis zu 80 Prozent möglich.

(mehr unter: www.handelsblatt.com)

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Klonverbot und Embryonenschutz: Ärztepräsident nimmt Regierung in die Pflicht

Frankfurt (ALfA). Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat die Bundesregierung zu einem klaren Votum für ein weltweites Klonverbot aufgefordert. Das berichten die "Financial Times Deutschland" (Online-Ausgabe vom 31. Dezember) sowie "Yahoo! Nachrichten" (Online-Ausgabe vom 1. Januar). In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP habe Hoppe kritisiert, dass Deutschland sich bei der Abstimmung des Rechtsausschusses der UN-Vollversammlung im vergangenen November enthalten hat. "Das Mandat des Bundestages sah vor, sich für ein generelles Verbot des Klonens von Menschen einzusetzen", zitiert die FTD den Ärztepräsidenten.

Laut dem Blatt forderte Hoppe die Bundesregierung auf, sich bei der neuen, für Herbst 2004 angesetzten Abstimmung dem Votum des Bundestages verpflichtet zu fühlen. Der oberste Vertreter der 385.000 Ärzte in Deutschland habe zudem den Vorstoß von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) für die Forschung an künstlich erzeugten Embryonen scharf kritisiert. "Menschen dürfen selbst im frühesten Stadium ihrer Entwicklung nicht für andere verfügbar gemacht werden", zitiert "Yahoo! Nachrichten" Hoppe. Unter keinen Umständen dürften Embryonen als Erzeugnis für den Heilungsprozess anderer ausgenutzt werden. Menschliches Leben einer sogenannten Rechtsgüterabwägung zu unterziehen, könnte zu einem unkontrollierten "Selektionsautomatismus" führen. "Dann wäre es auch nicht mehr weit, bis eine Positivliste zur Auswahl genetisch erwünschter Eigenschaften grundsätzlich über die Lebensperspektive eines Embryos entscheidet", so Hoppe.

Zugleich habe der Präsident der Bundesärztekammer vor Bestrebungen in der Europäischen Union gewarnt, EU-Mittel für die verbrauchende Embryonenforschung zu bewilligen, solange es dazu keinen Konsens in der EU gebe. Es würden sonst Steuergelder für Forschungsprojekte eingesetzt, die gegen deutsche Gesetze verstießen. "Das kann kein Land und keine Regierung akzeptieren", zitiert die FTD Hoppe.

(mehr dazu: www.ftd.de; http://de.news.yahoo.com)

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"Erhebliche Zweifel" an Statistik: DGGG fordert Verbot von Spätabtreibungen

Berlin (ALfA). Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hat gefordert, dass Abtreibungen generell nur noch bis höchstens 22 Schwangerschaftswochen nach der Empfängnis zugelassen werden und Ärzte nicht mehr in jedem Fall für unerkannte Schäden bei ungeborenen Kindern haftbar gemacht werden können. Das berichtet "Die Welt" (Ausgabe vom 22. Dezember). Diese beiden Hauptforderungen an den Gesetzgeber hätten die Ärzte in einem gut 40-seitigen Positionspapier veröffentlicht. In der Begründung heiße es, dass etwa ab der 22. Woche ein ungeborenes Kind auch außerhalb des Mutterleibes lebensfähig sei, so dass sich aus ärztlicher Sicht der Schutzanspruch des Ungeborenen nicht mehr von demjenigen des bereits geborenen Kindes unterscheide.

Laut Statistik wurden im Jahr 2002 von insgesamt 130.387 vorgeburtlichen Kindstötung 188 Abtreibungen nach der 23. Schwangerschaftswoche durchgeführt. An dieser Zahl hegt die Arbeitsgruppe unter Leitung des Lübecker Frauenarztes und DGGG-Präsident Klaus Diedrich jedoch "erhebliche Zweifel", so die Welt. "Berichte aus der Praxis zeigen, dass in mehreren Kliniken in der Bundesrepublik Spätabbrüche erfolgen, die dann offenbar teilweise als Totgeburten und nicht als Abbrüche registriert werden", zitiert "Die Welt" Diedrich. Als Ursache dafür werde von den Ärzten die Neufassung des Paragraphen 218 im Jahr 1995 genannt, bei der die embryopathische Indikation gestrichen und in die medizinische Indikation eingeflossen sei. Dadurch sei eine Tötung des Kindes praktisch bis kurz vor der Geburt möglich. In diesem Zusammenhang kritisieren laut der "Welt" die Ärzte auch die unklare Auslegung des Begriffes "medizinische Indikation". Wenn sich die zu erwartenden Belastungen durch den späteren Unterhalt für das Kind in entscheidender Weise negativ auf den Gesundheitszustand der Mutter auszuwirken drohten, falle dies nach geltender Rechtssprechung bereits unter "medizinische Indikation".

Wie "Die Welt" weiter berichtet, zeigen sich die Mediziner auch besorgt darüber, dass sich viele Frauenärzte angesichts der verbesserten Methoden der pränatalen Diagnostik zunehmend mit dem Anspruch der Eltern auf ein gesundes Kind konfrontiert sähen. Oft werde eine Abtreibung sogar im Sinne eines vermeintlichen Rechtsanspruchs eingefordert. Die behandelnden Ärzte stünden dann vor dem Problem, dass sie möglicherweise für hohe Unterhaltsforderungen aufkommen müssten, werde ein schwerbehindertes Kind geboren.

Die Arbeitsgruppe befürchte, dass sich aus diesem verstärkten Haftungsdruck heraus längst eine Praxis entwickelt habe, im Zweifel eine Tötung des ungeborenen Kindes zu empfehlen, um von vornherein einem Klageverfahren aus dem Weg zu gehen. Um dem entgegenzuwirken, bedürfe es dringend "klarer rechtlicher Rahmenbedingungen", zitiert "Die Welt" aus dem DGGG-Positionspapier.

(mehr dazu: www.welt.de)

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Kassen streichen Gelder für Sterbende: Palliativ-Care-Team vor dem Aus

Greifswald (ALfA). Nach sechs Jahren stehen die mobilen Palliativ-Care-Teams der Universität Greifswald vor dem Aus. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 6. Januar). "Die Teams aus Arzt und Krankenschwester konnten in den vergangenen Jahren mehr als 800 Krebspatienten zu Hause besuchen und auch in fortgeschrittenem Stadium Beschwerden und Krankheitssymptome lindern und ihnen so ein Weiterleben zu Hause ermöglichen - für viele Patienten der letzte Wunsch", zitiert das "Ärzteblatt" Wolf Diemer, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Laut dem Blatt haben die AOK und die Ersatzkassen in Mecklenburg-Vorpommern die Zuzahlungen seit Mitte 2003 eingestellt. Jetzt könne das Uniklinikum Greifswald trotz aller Bemühungen die weitere Patientenbetreuung nicht mehr ohne Kostendeckung durchführen. "Es hängt alles davon ab, ob die Krankenkassenverbände in Mecklenburg-Vorpommern die Zeichen der Zeit erkennen und die Palliative-Care-Teams doch noch weiter finanzieren", so Diemer. Schließlich habe sich diese Art der Patientenbetreuung, in Kooperation zwischen Klinikum und Hausärzten, bundesweit in mehreren Modellprojekten als sinnvoll erwiesen.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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"Hier ist der Kalvarienberg": Bischof betete an Weihnachten vor Abtreibungsklinik

Phönix (ALfA). Den Heiligen Abend hat der neue Bischof von Phönix, Thomas J. Olmsted, zusammen mit etwa 200 Lebensschützern betend vor einer Abtreibungsklinik verbracht. Das meldet die katholische Nachrichtenagentur "kath.net" (6. Januar). Der Bischof ist erst seit kurzem im Amt, und dies war sein erster nicht-liturgischer öffentlicher Auftritt, so "kath.net" unter Berufung auf einen Artikel in der Zeitung "Arizona Republic".

Gegenüber Reportern habe Olmsted unterstrichen, er beteilige sich an der Aktion, um zu beten, nicht um zu protestieren. Zu Weihnachten werde gefeiert, dass Gott Mensch geworden sei. "Ich bin hier, um für die Mutter und das ungeborene Kind zu beten, vor allem für jene in schwierigen Situationen, dass sie die Hilfe bekommen, die sie benötigen", zitiert "kath.net" den Bischof. Abtreibungskliniken seien der Kalvarienberg, denn hier stürben unschuldige Opfer, so Olmsted weiter. Er sehe es als seine Aufgabe an, sich für das Leben einzusetzen. "Ich habe eine besondere Verpflichtung, die Lehre der Kirche zu erklären und die frohe Botschaft über das Leben weiterzugeben, vor allem an Katholiken", sagte laut "kath.net" der Bischof.

(mehr dazu: www.kath.net)

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"Couragiert und überzeugend": Annen ist "Lebensrechtler des Jahres"

Wetzlar (ALfA). Klaus Günter Annen ist von der Evangelischen Nachrichtenagentur "idea" zum "Lebensrechtler des Jahres" gewählt worden. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (28. Dezember). Am Ende eines jeden Jahres wählt die evangelische Nachrichtenagentur die "Christen des Jahres", die nach Ansicht der idea-Redaktion besonders couragiert und überzeugend ihren Glauben gelebt haben.

In der Begründung zur Wahl Annens zum "Lebensrechtler des Jahres" heißt es: "Abtreibungsärzte müssen es sich gefallen lassen, dass ihr Tun als Mord bezeichnet wird und dass die hohe Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland mit dem Etikett "neuer Holocaust" belegt wird. Diesen juristischen Sieg hat der katholische Lebensrechtler Klaus Günter Annen (Weinheim bei Heidelberg) vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe errungen. Das Gericht sieht zwar in den Formulierungen einen "erheblichen Vorwurf und eine spürbare Kränkung", doch sei dies durch die Meinungsfreiheit im Kampf um eine fundamentale Frage gedeckt. Annen hat wie kaum ein anderer den Skandal der massenhaften Tötung ungeborener Kinder im Bewusstsein gehalten."

(mehr dazu: www.idea.de; www.kath.net)

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