ALfA-Newsletter vom 17.12.2004

+++ Mit dieser Ausgabe des ALfA-Newsletters verabschiedet sich das bisherige Redaktionsteam, bestehend aus Stefan Rehder und Veronika Blasel. Ab dem kommendem Jahr wird der ALfA-Newsletter im Auftrag der ALfA von einem anderen Dienstleister erstellt. Wir wuenschen allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr. +++

News


 

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Killer für Kleinkinder: Unikliniken für Lizenz zum Töten von behinderten Kindern

Den Haag (ALfA). In den Niederlanden haben Mediziner aller acht Universitätskliniken verlangt, Säuglinge mit schweren Missbildungen töten zu dürfen. Das berichtet der "Spiegel" (Online-Ausgabe vom 14. Dezember). In einem öffentlichen Schreiben schlagen die Mediziner demnach die Einrichtung eines Expertengremiums vor, das die Sterbehilfe für Neugeborene in jedem Einzellfall prüfen solle. Die Regierung in Den Haag werde sich in den nächsten Monaten mit dem Thema befassen. Laut dem "Spiegel" bestehen erhebliche Zweifel, ob Regelungen des Euthanasiegesetzes in Holland von Medizinern befolgt werden. So habe eine Studie gezeigt, dass in 38 Prozent der Fälle Ärzte nicht nur töteten, weil der Patient unheilbar krank sei und keinen Lebenswillen mehr besitze, sondern auch, weil die Angehörigen "es nicht mehr ertragen" könnten, so der "Spiegel" weiter.

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass in einer Groninger Klinik Euthanasie an Babys als "Abtreibung nach der Geburt" bereits praktiziert wird (vgl. ALfA-Newsletter vom 10. Dezember).

(mehr dazu: www.spiegel.de)

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Ab in die Urne: Tötung auf Verlangen auch für Depressive gefordert

Amsterdam (ALfA). In den Niederlanden sollen Ärzte nach dem Vorschlag einer Regierungskommission auch bei lebensüberdrüssigen Menschen aktive Sterbehilfe anwenden dürfen. Das melden "Die Welt" sowie die "Berliner Morgenpost" (Ausgaben vom 17. Dezember). Die Kommission, die vom niederländischen Ärzteverband um eine Stellungnahme gebeten worden sei, habe erklärt, schwere psychische Erkrankungen seien gleichzustellen mit schweren körperlichen Krankheiten wie etwa Krebs. Deshalb müsse aktive Sterbehilfe in beiden Fällen erlaubt sein. Nach Ansicht der Kommission werde "Leiden zu oft mit körperlicher Krankheit gleichgesetzt", zitiert "Die Welt" aus der Stellungnahme. Doch auch bei Depressionen könne von unerträglicher Aussichtslosigkeit - in den Niederlanden zwingende Voraussetzung für Euthanasie - gesprochen werden. "Wenn wir den Leidensdruck in das Zentrum der Überlegung stellen, bietet das Gesetz ausreichenden Spielraum, das Leben wegen Depressionen zu beenden", heißt es laut der "Welt" in der Stellungnahme.

Unterdessen hat die Deutsche Hospiz Stiftung "mit Entsetzen" auf die Meldung aus den Niederlanden reagiert. In einer Mitteilung an die Presse (17. Dezember) erklärte Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung: "Die Niederlande haben die Büchse der Pandora längst geöffnet: Zuerst werden unheilbare Patienten gezielt getötet, dann behinderte Baby und nun werden psychisch Kranke schutzlos gestellt." Das gezielte Töten von Menschen sei in den Niederlanden zur Gewohnheit geworden. "Das ist ein Tabubruch, der sich auf ganz Europa auswirkt", so Brysch weiter. "Für uns in Deutschland heißt das: Wer an der Strafbarkeit der Tötung auf Verlangen etwas ändert, löst immer einen Dominoeffekt aus." Es sei nicht möglich, Missbrauch auszuschließen. "Deshalb sollte jeder Politiker, der eine Änderung des Paragraphen 216 StGB erwägt, die menschenverachtenden Folgen bedenken", erklärte Brysch. Auch die Niederlande hätten versäumt, ausreichend qualifizierte Hilfsangebote für die verzweifelten Menschen zu schaffen. Die Frage nach der Ursache der Verzweiflung falle unter den Tisch, die Menschen würden mit ihren Krankheiten und Schmerzen, Depressionen und ihrer Einsamkeit alleingelassen. Anstatt mit einer umfassenden Versorgung und Begleitung darauf zu reagieren, bekämen die Patienten als "Alternative" die Tötung angeboten. "Mit immer neuen Euthanasie-Regelungen sollen die Probleme beseitigt werden - an den eigentlichen Ursachen wird nichts geändert", so Brysch.

(mehr dazu: www.welt.de; http://morgenpost.berlin1.de; www.hospize.de)

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Euthanasie durch die Hintertür: BVL mahnt zur Vorsicht bei Patientenverfügung

Köln (ALfA). Anlässlich der aktuellen Bestrebungen in den Niederlanden, die Sterbehilfe-Regelungen weiter zu lockern, hat die Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht, Claudia Kaminski, zu höchster Vorsicht bei der gesetzlichen Regelung von Patientenverfügungen gemahnt. In einer Mitteilung an die Presse (17. Dezember) erklärte sie: "Dass in den Niederlanden künftig auch Lebensmüde auf Verlangen von Ärzten getötet werden sollen und die Euthanasie neugeborener Kinder mit Behinderungen inzwischen von acht Universitätskliniken gefordert wird, belegt die enorme Bedeutung, die einer restriktiven gesetzlichen Regelung von Patientenverfügungen in Deutschland zukommt." Bei der für das kommende Jahr geplanten Änderung des Betreuungsrechts müsse sichergestellt werden, dass in Deutschland der Tötung auf Verlangen nicht durch die Hintertür Einlass gewährt werde, so Kaminski weiter. "Vor dem Hintergrund der Entwicklung in den Niederlanden fordert der Bundesverband Lebensrecht Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) auf, den von ihr vorgelegten Entwurf noch einmal zu überdenken."

Auch der BVL unterstütze das Anliegen, Menschen vor Übertherapie und der damit verbundenen Leidensverlängerung zu schützen. "Dass Patienten Ärzten aber auch dann per Vorausverfügung ein Behandlungsverbot auferlegen können sollen, wenn die Krankheit nicht zum Tode führt und heilbar wäre, kann nicht akzeptiert werden und leistet der "Tötung auf Verlangen" von Lebensmüden Vorschub", so die BVL-Vorsitzende weiter. In der Praxis hätte dies zur Folge, dass Patienten einen Arzt zwingen könnten, sie an einer heilbaren Infektion sterben zu lassen, wenn etwa zuvor bei ihnen eine Demenzerkrankung diagnostiert worden wäre. Bis zur aktiven Tötung auf Verlangen wäre es dann nur noch ein kleiner Schritt. "Sowohl die Erfahrungen in den Niederlanden, Belgien und der Schweiz mit der Euthanasie als auch die Erfahrungen, die Deutschland mit der gesetzlichen Regelung der Abtreibung gemacht hat, zeigen deutlich, dass hier sehr viel höhere Wälle errichtet werden müssen, als dies der Entwurf des Bundesjustizministeriums bislang vorsieht", betonte Kaminski.

(mehr dazu: www.bv-lebensrecht.de)

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Richtungsweisend: Enquete legt Zwischenbericht Patientenverfügung vor

Berlin (ALfA). Die Enquetekommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" hat strengere Maßstäbe für die Beendigung von lebenserhaltenden Maßnahmen bei todkranken Patienten gefordert, als sie im Regierungsentwurf vorgesehen sind. Das berichten das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 16. Dezember), die "Yahoo! Nachrichten" (16. Dezember), die "Berliner Morgenpost" sowie "die tageszeitung" (Ausgaben vom 17. Dezember). In dem am 16. Dezember in Berlin vorgestellten "Zwischenbericht Patientenverfügungen" heißt es demnach, Willenserklärungen für das Lebensende dürften nicht starr umgesetzt werden. Die Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen dürfe nur in eng begrenzten Fällen und wenn die Krankheit irreversibel zum Tode führe in Frage kommen. Über den Abbruch oder Verzicht von Therapien solle nach Ansicht der Enquetekommission ein Gremium entscheiden, das sich aus einem Angehörigen, dem behandelnden Arzt sowie einem Rechtsvertreter und Pfleger zusammensetzt. Die Feststellung des Konsils müsse durch ein Vormundschaftsgericht bestätigt werden.

Zudem solle nach Willen der Mehrheit der Enquetekommission eine Patientenverfügung nur dann Gültigkeit besitzen, wenn sie in schriftlicher Form vorliegt. Wichtig sei außerdem ein regelmäßige Aktualisierung der Patientenverfügung, das Mitführen einer Hinweiskarte mit Angaben über Datum und Aufbewahrungsort der Verfügung und die Vorfestlegung auf einen Betreuer für den Fall des Verlusts der Entscheidungsfähigkeit.

Wie das "Deutsche Ärzteblatt" weiter berichtet, hat der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, den Bericht der Enquetekommission als "sinnvolles und richtungsweisendes Papier" bezeichnet. "Der Bericht kommt dem klaren Appell der deutschen Ärzteschaft gegen eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe nach. Das Töten von Menschen steht im krassen Widerspruch zum ärztlichen Auftrag, Leben zu retten", zitiert das Blatt Montgomery. Er begrüße vor allem, dass die Kommission im Gegensatz zum Willen der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) die Entscheidung über den Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen bei nicht einwilligungsfähigen Patienten an strenge Vorschriften binde. Im Zweifelsfall müssten die Weiterbehandlung und der Lebensschutz stets Vorrang haben, so Montgomery weiter. "Der Marburger Bund fordert von der Politik mehr finanzielle Mittel zur Behandlung von Schmerzpatienten und zur Förderung der Palliativmedizin. Darüber hinaus brauchen wir in Deutschland den flächendeckenden Aufbau dringend benötigter Hospizeinrichtungen, um ein möglichst würdevolles Lebensende zu gewährleisten", zitiert das "Deutsche Ärzteblatt" den Mediziner.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de; www.yahoo.de; http://morgenpost.berlin1.de; www.taz.de)

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Erfolgreiches Beratungsmodell: Abtreibungen bei Minderjährigen steigen weiter

Oldenburg (ALfA). Die Zahl der Abtreibungen bei Teenagern ist in diesem Jahr nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) erneut gestiegen. Das melden der "Südwestrundfunk" (11. Dezember), die "Pforzheimer Zeitung" (Ausgabe vom 13. Dezember) sowie "Yahoo! Nachrichten" (13. Dezember und 16. Dezember). Nach Angaben des Leiters der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg Andreas Vogt sei im Jahr 2004 jede achte Abtreibung bei einem Mädchen unter 20 Jahren vorgenommen worden, vor acht Jahren sei das nur bei jedem zwölften der Fall gewesen. Als besonders erschreckend bezeichnete Vogt laut SWR die Tatsache, dass im laufenden Jahr bereits rund 600 Mädchen unter 15 Jahren ihr ungeborenes Kind zur vorgeburtlichen Tötung freigegeben hätten.

Die TK beruft sich auf die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes nach Auswertung des 3. Quartals 2004 (vgl. ALfA-Newsletter vom 10. Dezember).

(mehr dazu: www.swr.de; www pz-news.de; www.yahoo.de)

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Erzdiözese Salzburg reagiert auf "Lex Gabi": Hilfen für Schwangere in Not verstärkt

Salzburg (ALfA). Angesichts der Weisung der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, ab April 2005 Abtreibungen auch in Landeskrankenhäusern durchführen zu lassen, hat die Erzdiözese Salzburg ein neues Hilfsprogramm für Schwangere in Not entwickelt. Das berichtet "Die Tagespost" (Ausgabe vom 11. Dezember). Mit den im Diözesanbudget zusätzlich vorgesehenen 100.000 Euro solle Wohnraum bereitgestellt, Ausbildung ermöglicht sowie die qualifizierte Beratung und seelsorgerische Begleitung ausgebaut werden.

Wie "Die Tagespost" weiter berichtet, hat unterdessen der Pastoralrat der Erzdiözese Salzburg in einer einstimmig beschlossenen Resolution betont, öffentlich finanzierte Krankenhäuser hätten den eindeutigen gesellschaftlichen Auftrag, zur Gesundung beizutragen und Leben zu erhalten. Deshalb sei es "untragbar", wenn "Ärzte und Pflegepersonal - gegen ihr Gewissen - in die Situation gebracht werden, menschliches Leben zu töten", zitiert das Blatt aus der Resolution. Hervorgehoben werde auch die Bedeutung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Ja zum Kind. Weiter heißt es laut der "Tagespost" in der Resolution: "Die Qualität jeder und gerade einer reichen und privilegierten Gesellschaft bemisst sich daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht - ungeborenen Kindern, Menschen mit Behinderung, Kranken, Alten und Sterbenden."

Inzwischen hat auch die Familien-Landesrätin Doraja Eberle (ÖVP) ein verbessertes Hilfsangebot für schwangere Frauen in Not angekündigt. Das melden die "Salzburger Nachrichten" (Ausgabe vom 11. Dezember). So solle im derzeitigen Gästehaus der Barmherzigen Schwestern in Salzburg ein Haus für Mutter und Kind eingerichtet werden, in dem 20 schwangere Frauen wohnen können. "Dieses Haus soll Frauen zugute kommen, die ihr Kind trotz ungewollter Schwangerschaft behalten wollen, auch wenn sich ihre Umgebung dagegen stellt", zitieren die "Salzburger Nachrichten" Eberle. Die Personalkosten würden vom Land übernommen.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de; www.salzburg.com)

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Kerry wird aus Schaden klug: Demokraten müssen sich für Lebensrechtler öffnen

Washington (ALfA). John Kerry, gescheiterter amerikanischer Präsidentschaftskandidat, hat gefordert, dass sich die Demokratische Partei kritischer mit dem Thema Abtreibung auseinandersetzen müsse. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (16. Dezember) unter Berufung auf einen Bericht des amerikanischen Nachrichtenmagazins "Newsweek". Die Partei müsse deutlicher machen, dass sie Abtreibungen nicht gut finde und mehr Lebensrechtler in ihre Reihen aufnehmen.

Wie "kath.net" weiter berichtet, steige unter den demokratischen Politikern die Bereitschaft, Pro-Life-Gesetzesvorlagen zu unterstützen. So sei beispielsweise der demokratische Senator Harry Reid Mitte November zum Minderheitenführer im Senat ernannt worden. Der gläubige Mormone habe in der Vergangenheit zwei Gesetze unterstützt, die ungeborene Kinder besser schützen sollen. Sowohl der Initiative gegen die "Partial-birth-abortion" (Teilgeburtsabtreibung) als auch dem Gesetz, das die Verletzung eines Ungeborenen bei einer Gewalttat gegen die Mutter zu einem neuen Strafbestand erhebt, habe Reid zugestimmt, so "kath.net" weiter.

(mehr dazu: www.kath.net)

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Brasilien: Bischöfe machen Font gegen Liberalisierung von Abtreibungen

Brasilia (ALfA). Mit scharfen Worten hat der Präsident der brasilianischen Bischofskonferenz, Kardinal Geraldo Majella Agnelo, die von der Regierung angestrebte Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung gegeißelt. Das meldet die katholische Nachrichtenagentur "Zenit" (16. Dezember). "Zu einem brüderlichen Miteinander soll man uns erziehen, nicht zu einem Miteinander von Brudermördern", zitiert "Zenit" den Kardinal. Die Lösung für die Probleme schwangerer Frauen sei nicht die Eliminierung ihrer ungeborenen Kinder, habe Agnelo betont.

In Brasilien sind laut "Zenit" Abtreibungen nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter gefährdet oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist. Für Januar 2005 habe die sozialistische Frauenministerin Nilcea Freire die Einsetzung einer Kommission angekündigt, in der Vertreter der Bevölkerung, des Abgeordnetenhauses und der Regierung gemeinsam das Abtreibungsrecht überarbeiten sollen.

(mehr dazu: www.zenit.org)

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EU-Richtlinie zu embryonaler Stammzellforschung geplant: Liese will mit Potocnik reden

Brüssel (ALfA). Der neue EU-Forschungskommissar Janez Potocnik hat erstmals öffentlich Position zur Förderung und Finanzierung der embryonalen Stammzellforschung bezogen. In einem Interview mit dem "Rheinischen Merkur" (Ausgabe vom 16. Dezember) erklärte er, embryonale Stammzellen seien "wertvoll für Therapie und Heilung". Allerdings stellte Potocnik gegenüber der Zeitung auch klar, dass die gezielte Produktion von embryonalen Stammzellen zu Forschungszwecken nicht erlaubt werden dürfe, "denn damit würden wir ethische Grenzen überschreiten. Aber wir werden uns nochmals genauer mit der Verwendung embryonaler Stammzellen, die bei künstlicher Befruchtung anfallen und deshalb existieren, beschäftigen müssen." Laut "Rheinischem Merkur" deutete Potocnik an, dass er eine neue EU-Richtlinie über Mindeststandards für den Umgang mit sogenannten überzähligen Embryonen initiieren wolle.

Unterdessen hat der CDU-Abgeordente im Europäischen Parlament Peter Liese angekündigt, er wolle "die Chance nutzen, mit dem sehr aufgeschlossenen neuen Forschungskommissar über eine restriktivere Handhabung zu diskutieren", zitiert der "Rheinische Merkur" den Bioethikexperten Liese. Der Vorgänger Potocniks, Philippe Busquin, war für eine Finanzierung von Forschungsvorhaben eingetreten, für die Embryonen getötet werden müssen. Über entsprechende Ethik-Leitlinien konnte sich der EU-Ministerrat jedoch nicht einigen. Deshalb wurde ein Moratorium vereinbart, das inzwischen allerdings ausgelaufen ist. Nach Angaben Lieses wird gegenwärtig ein Forschungsprojekt mit embryonalen Stammzellen mit EU-Geldern unterstützt.

(mehr dazu: www.merkur.de)

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Knochen wachsen: Giessener Forscher erzielen Erfolg mit adulten Stammzellen

New York (ALfA). Medizinern in Giessen ist es gelungen, das Knochenwachstum mit adulten Stammzellen anzuregen, die aus Körperfett gewonnen worden sind. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" (Online-Ausgabe vom 16. Dezember) sowie die "Yahoo! Nachrichten" (17. Dezember) unter Berufung auf einen Bericht des US-Fachmagazins "Journal of Cranio-Maxillofacial Surgery". Mit einer neuen Methode hätten die Ärzte die nach einer schweren Kopfverletzung großflächig beschädigte Schädeldecke eines siebenjährigen Mädchens wiederherstellen können. Wie die "Süddeutsche Zeitung" weiter berichtet, haben sich bereits drei Monate nach der Behandlung mit den Stammzellen Ansätze neuer Knochenbildung sowie eine fast vollständige Kontinuität der Schädeldecke gezeigt. Ein Jahr nach dem Eingriff sei der Kopf des Mädchens wieder vollständig von einer dünnen, aber festen Knochenschicht umgeben, erklärte der behandelnde Arzt Hans-Peter Howaldt von der Justus-Liebig-Universität in Giessen laut "Yahoo! Nachrichten". Deshalb sei es nun nicht mehr erforderlich, dass das Mädchen einen Schutzhelm trage.

Wie die "Yahoo! Nachrichten" weiter berichten, waren bei einem Sturz des Mädchens im Jahr 2001 grosse Stücke der Schädeldecke herausgebrochen. Nach Angaben Howaldts seien die Löcher zu gross gewesen, als dass sie durch die Verpflanzung von Transplantaten aus anderen Knochen des Mädchens hätten geschlossen werden können. "Aufgrund der nur beschränkt verfügbaren Knochenmenge vom Darmbeinkamm im Verhältnis zum Ausmaß des Traumas, welches sich über 120 cm2 erstreckte, mussten wir eine Alternativmethode zur konventionellen Knochentransplantation finden", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Mediziner. "Wir gingen von der Hypothese aus, dass aus Fettgewebe gewonnene Stammzellen bei der Beschleunigung des Heilungsprozesses eine Rolle spielen könnten, und entwickelten ein neues Verfahren", so Howaldt laut der "Süddeutschen" weiter. Bei dieser neuen Methode seien Stammzellen aus dem Fettgewebe des Mädchens mit Knochensplittern aus dem Darmbeinkamm vermischt worden. Die Stammzellen hätten sich in knochenbildende Zellen verwandelt und allmählich die Schädeldecke wieder aufgebaut.

(mehr dazu: www.süddeutsche.de; www.yahoo.de)

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Mit Dollar-Kelle gegen Abtreibung: Lotto-Millionärin gründet Pro-Life-Stiftung in USA

Baltimore (ALfA). Eine US-Lottomillionärin hat einen Fonds gegründet, der Pro-Life-Gruppen unterstützt. Das meldet der "Catholic News Service" (13. Dezember) sowie der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (14. Dezember). Im vergangenen Jahr habe Bernadette Gietka 180 Millionen US-Dollar in der Lotterie gewonnen. Mit diesem Geld wolle sie vor allem Gruppen unterstützen, die sich für eine Kultur des Lebens einsetzten, habe Gietka erklärt. Auch plane sie, ein Pro-Life-Musical zu finanzieren. "Ich möchte Abtreibung stoppen", zitiert "kath.net" Gietka, die auch weiterhin halbtags als Briefträgerin arbeite. "Darüber denke ich vierundzwanzig Stunden am Tag nach. Dafür muss ich arbeiten und deshalb habe ich auch die Stiftung gegründet", so die Lotto-Millionärin laut dem "Catholic News Service" weiter.

(mehr dazu: www.catholicnews.com; www.kath.net)


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