ALfA-Newsletter vom 21.11.2003

News

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Abendland im Untergang: EU-Parlament will Embryonen-Tötung fördern

Strassburg (ALfA). Nach heftigen Debatten haben sich die Abgeordneten des Europaparlaments am 19. November für eine Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung aus Mitteln des Sechsten EU-Forschungsrahmenprogramms ausgesprochen. Das berichten unter anderem die "Süddeutsche Zeitung", die "Financial Times Deutschland", das "Handelsblatt", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Tageszeitung", die "Frankfurter Rundschau" (Ausgaben vom 20. November) sowie der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (19. November). Mit einer Mehrheit von 298 zu 214 Stimmen stimmten die Abgeordneten demnach für einen liberalen Antrag, wonach die EU die Tötung von Embryonen zu Forschungszwecken grundsätzlich finanziell fördern können soll. Eine Stichtagsregelung lehnte das Parlament ab. Damit könnten auch Forschungsprojekte finanziell unterstützt werden, die in mehreren Mitgliedsstaaten, unter anderem in Deutschland, Österreich und Frankreich, verboten sind und strafrechtlich verfolgt werden. Das Parlament besitzt allerdings nur beratende Funktion. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung fällt erst am 3. Dezember, wenn sich der EU-Ministerrat mit dem Thema befasst.

Die Parlamentsentscheidung fiel mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Liberalen und der Kommunisten. In ihrem Beschluss gingen die Parlamentarier über die Vorschläge der EU-Kommission hinaus und lehnten jegliche Begrenzung der Forschungsförderung durch Stichtage ab. Die EU-Kommission hatte im Juni dieses Jahres vorgeschlagen, nur die Forschung an Embryonen zu fördern, die vor dem 27. Juni 2002 erzeugt worden sind. Damit sollte verhindert werden, dass Embryonen zu Forschungszwecken erzeugt werden. Ohne Chancen war bei der Abstimmung ein insbesondere von den Grünen-Abgeordneten unterstützter Vorschlag, keinerlei Embryonenforschung durch die EU zu fördern. Keine Mehrheit fand auch der Antrag, nur die Forschung an bereits existierenden Stammzellen, aber nicht an Embryonen zu fördern.

(mehr dazu: www.sueddeutsche.de; www.ftd.de; www.handelsblatt.com; www.faz.net; www.taz.de; www.fr-aktuell.de; www.kath.net)

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"Inakzeptabel", "gefährlich", "unsinnig": Reaktionen auf Embryonen-Entscheidung

Berlin (ALfA). Die Entscheidung des Europäischen Parlaments zur EU-Förderung von verbrauchender Embryonenforschung ist auf heftige Kritik gestoßen. "Das Europäische Parlament hat heute eine große Chance leichtfertig vertan", erklärte die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL), Claudia Kaminski, in einer Mitteilung an die Presse (19. November). Statt der Förderung der Tötung von Embryonen zur Gewinnung embryonaler Stammzellen aus Mitteln des Sechsten EU-Forschungsrahmenprogramms eine klare Absage zu erteilen, habe das Parlament mehrheitlich, wenn auch nur knapp, ein "ethisch inakzeptables, gesundheitspolitisch gefährliches und forschungspolitisch unsinniges Votum" gefällt, so Kaminski. Menschliches Leben zu töten, um andere Menschen zu heilen, bleibe moralisch verwerflich. "Leben lässt sich nicht gegen Leben aufrechnen", hält Kaminski fest. Insofern habe das Parlament, das mehrheitlich dem Votum des Industrieausschusses statt dem des Rechtsausschusses gefolgt sei, der bisweilen geäußerten Kritik, die Europäische Union sei vor allem eine Wirtschafts- und weniger eine Wertegemeinschaft, neue Nahrung gegeben. Immerhin, erkennt die BVL-Vorsitzende an, habe das Parlament bekräftigt, dass die Förderung der "ethisch unbedenklichen adulten Stammzellforschung gegenüber der embryonalen Stammzellforschung Priorität haben müsse." Da Wissenschaftler inzwischen nachgewiesen hätten, dass embryonale Stammzellen ein hundertprozentiges Tumorrisiko bergen, wäre es auch aus gesundheitspolitischen Gründen konsequent gewesen, auf die Förderung embryonaler Stammzellforschung zu verzichten und stattdessen ganz auf die Forschung mit adulten Stammzellen zu setzen, mit denen es zahlreiche Heilungserfolge gebe, so Kaminski weiter. Der BVL fordert die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass der letztlich entscheidende EU-Ministerrat keine Entscheidung fällt, die gegen die Bestimmungen des deutschen Embryonenschutzgesetzes verstoßen.

Unterdessen hat der Staatssekretär im Berliner Bundesforschungsministerium, Wolf-Michael Catenhusen (SPD), betont, seine Regierung wolle jetzt in Brüssel für einen Kompromiss werben. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (20. November). Dieser Kompromiss sehe vor, dass die Forschung an Embryonen mit EU-Mitteln gefördert werden könne, sofern diese dabei nicht getötet würden, so Catenhusen. Wenn es um Projekte gehe, bei denen Embryonen zerstört werden, solle diese "heikle Frage" der nationalen Forschungsförderung vorbehalten bleiben. Vorrangig sei für die Bundesregierung bei der Entscheidung der EU-Forschungsminister aber, dass das derzeit geltende Moratorium für die EU-Förderung der Embryonenforschung fortgesetzt werde. Die Frage sei, ob es "Respekt und Zurückhaltung" bei Fragen gebe, wo tiefgreifende Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten herrschten, oder ob die EU "de facto zum Vorreiter" für niedrige ethische Standards werden wolle, so der SPD-Politiker weiter. "Das wäre aus deutscher Sicht sehr problematisch", zitiert "kath.net" Catenhusen. Deutschland stehe nicht allein und werde voraussichtlich ausreichend Verbündete finden, um eine Annahme des EU-Kommissionsvorschlags zur Förderung der Embryonenforschung zu verhindern. "Aber wir haben keine Chance, die Mehrheit zu bekommen", so der Staatssekretär. Das Kunststück bestehe jetzt darin, aus der Minderheitenposition Erfolge zu erzielen.

Als einen "Pyrrhussieg" hat der Berichterstatter des Europäischen Parlaments, der CDU-Politiker Peter Liese, die Abstimmung im Europäischen Parlament bezeichnet. In einer Mitteilung an die Presse (19. November) heißt es, die Änderungsanträge, die die Forschung mit embryonalen Stammzellen ganz ausschließen oder wie in Deutschland nur auf bestehende embryonale Stammzelllinien begrenzen wollten, seien insbesondere deshalb abgelehnt worden, da zwar alle CDU/CSU-Mitglieder im europäischen Parlament dafür gestimmt hätten, die Christdemokratische Fraktion jedoch dieser Linie nicht geschlossen gefolgt wäre, und die Sozialdemokraten, darunter auch viele deutsche, sich energisch dagegen ausgesprochen hätten. "Ich bin sehr enttäuscht über das Ergebnis der Abstimmung", so Liese. Diesem Vorschlag des Parlaments könne weder die Bundesregierung, noch die anderen kritischen Regierungen im Ministerrat zustimmen. "Das Parlament hat die Chance verpasst, Forschung einen klaren ethischen Rahmen zugeben."

Auch zahlreiche CDU-Bundestagsabgeordnete zeigten sich enttäuscht vom Abstimmungsverhalten der Europaparlamentarier. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Böhmer bedauerte in einer Pressemitteilung (19. November) die Entscheidung. "Würde die Entscheidung des Europäischen Parlaments Gemeinschaftsrecht, wäre dies der erste Schritt zu einer Kommerzialisierung menschlichen Lebens", erklärte Böhmer. Der Sprecher der CDU/CSU-Fraktion in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", Thomas Rachel, sagte in einer Pressemitteilung (19. November), bei dieser Entscheidung fehle es an Respekt vor menschlichem Leben. "Verbrauchende Embryonenforschung führt zu einer Herabstufung von menschlichem Leben zu Material und ist deshalb abzulehnen." Ebenso wie Rachel bezeichneten es auch die CDU-Politiker Hubert Hüppe und Julia Klöckner als besonders verhängnisvoll, dass gerade ein großer Teil der deutschen SPD-Europaabgeordneten durch ihr Abstimmungsverhalten mit verantwortlich für diesen "bioethischen Tiefpunkt für Europa" sei, so Hüppe in einer Mitteilung an die Presse (19. November).

Begrüßt hat dagegen die FDP-Politikerin Ulrike Flach die Entscheidung des Parlaments. "Heute ist ein guter Tag für die Forschung", erklärte sie auf der Internetseite der FDP. Die deutliche Entscheidung des EU-Parlaments bestätige die Auffassung der FDP voll und ganz. Nun müsse die deutsche Stichtagsregelung im Stammzellgesetz auf den Prüfstand. "Es kann nicht sein, dass der europäische Forschungsraum durch die Blockadepolitik einzelner Mitglieder Makulatur wird", so Flach.

(mehr dazu: www.bv-lebensrecht.de; www.kath.net)

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"Alles ganz konfus": Spaemann übersetzt Zypries

Hamburg (ALfA). Der Philosoph Robert Spaemann hat den Vortrag der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vom 29. Oktober 2003 über die Entwicklungen in der Embryonenforschung kritisiert. In der "Zeit" (Ausgabe vom 20. November) schreibt Spaemann, die Argumentation der Ministerin halte einer näheren Betrachtung nicht stand und führe in die Irre. Dass Zypries im Zusammenhang mit der Präimplantationsdiagnostik "ausdrücklich vom Lebensrecht eines Embryos" spreche, dann aber "in Zweifel ziehe, ob dem in vitro erzeugten Embryo so etwas wie Menschenwürde zukomme", sei unsinnig. "Wenn Frau Zypries menschlichen Embryonen Lebensrecht zuerkennt, dann hat sie ihnen bereits Menschenwürde zuerkannt, nämlich den Anspruch, von anderen nicht als gegen andere Werte abzuwägender Wert betrachtet, sondern als Subjekt von Rechten anerkannt zu werden." Bei einem Wesen, das ein Lebensrecht besitzt, komme es dagegen darauf an, "ob dort, wo es um die Existenz eines Wesens geht, die Perspektive dieses Wesens selbst zählt, ob es also zur Gemeinschaft der Personen gehört oder nicht." Ein Mensch könne freiwillig sein Interesse dem Interesse anderer unterordnen. Nur: "Der Embryo ist noch nicht so weit, sein Leben "opfern" zu können." Keinem Menschen gegenüber könne man rechtfertigen, dass man versucht habe, "ihn, als er noch von uns abhängig war, umzubringen."

Kritik äußert Spaemann auch an der Bestimmung der Menschenwürde durch die Bundesjustizministerin. Hier würde "alles ganz konfus". Zwar nenne Zypries "als unstrittige Minimalbestimmungen dessen, was Menschenwürde ausmacht", den "Respekt vor dem Eigenwert der Person und jeder individuellen Existenz", füge dem jedoch "die Möglichkeit der Eigenverantwortung und der selbstbestimmten Lebensgestaltung" hinzu. Spaemann: "Ich unterstelle der Ministerin nicht, dass sie geistig Behinderten und Altersdementen die Menschenwürde absprechen will, aber sie tut es natürlich, wenn sie das tatsächliche Vorhandensein der genannten Merkmale oder doch deren reales Potenzial als konstitutiv für Menschenwürde bezeichnet." Noch schlimmer sei, wenn die Ministerin meine, dass Menschenwürde von ihrer Anerkennung abhängt. "Wessen Menschenwürde nicht anerkannt und respektiert wird, besitzt also keine." Ob die Ministerin das wirklich sagen wolle, fragt der Philosoph und bietet sich als Übersetzer an.

Was Zypries sagen wolle, sei, so Spaemann in der "Zeit", "dass zwar der Embryo im Mutterleib Menschenwürde besitzt, nicht aber der in vitro erzeugte. Und zwar deshalb nicht, weil seine Möglichkeit, sich "als Mensch" zu entwickeln, lediglich eine "abstrakte Möglichkeit" beziehungsweise eine "Perspektive" ist." Das sei "seltsam", findet der Philosoph und erinnert daran, "dass die Befürworter der Straffreiheit oder sogar der Legalität der Abtreibung" immer argumentiert hätten, "das Lebensrecht des Fötus könne wegen dessen unauflöslicher Symbiose mit der Mutter nicht von deren Bereitschaft, ihn auszutragen, abgelöst betrachtet werden." Nun solle auf einmal "das Umgekehrte" gelten. Da der Embryo sich außerhalb des Mutterleibes befinde, also noch keine Nidation stattgefunden habe, solle er ebenso wenig einen Schutzanspruch besitzen wie der Embryo im Mutterleib vor der Nidation, deren Verhinderung durch die Spirale auch nicht verboten sei.

Im Zusammenhang mit der PID hätte die Ministerin geäußert, dass eine künstliche Erzeugung von Embryonen, um sie einer PID unterziehen zu können, "erst den Konflikt herbeiführe, der dann gegebenenfalls zu Lasten des Embryos gelöst wird". Dies gelte auch hier. Schließlich bringe erst die Erzeugung in vitro den Embryo "in die unnatürliche Lage, ohne Mutterleib zu existieren". "Aus der Tatsache", dass der künstlich erzeugte Embryo in den ersten Tagen seines Lebens der natürlichen Bedingungen für seine Entwicklung beraubt sei, schließe Zypries, dass er damit das Recht darauf verwirkt habe, diese Bedingungen sobald wie möglich wieder zu erlangen. Folge man dieser Logik, dann "ergäbe sich ein kompletter Zirkel: Weil die Bedingungen nicht gegeben sind, müssen sie auch nicht gegeben werden."

In seinem "Freiheit der Forschung oder Schutz des Embryos" überschriebenen Beitrag kritisiert Spaemann auch die Ansicht Zypries, zwischen dem Lebensrecht des Embryos und dem Grundrecht der Forschungsfreiheit müsse abgewogen werden. Zwar dürften "vorbehaltlose Grundrechte, wie das der Forschungs- oder der Wissenschaftsfreiheit, durch den Gesetzgeber nicht eingeschränkt werden." Ihre Begrenzung ergebe sich jedoch sozusagen von selbst aus der Achtung vor den Rechten anderer und der Rechtsgemeinschaft. Gebe es ein Lebensrecht des Embryos, "was Frau Zypries auch für in vitro erzeugte Föten zugesteht", dann werde dadurch die Forschungsfreiheit nicht eingeschränkt, "sondern sie kann sich a priori auf die Verwertung von zu diesem Zweck getöteten Embryonen nicht erstrecken", so Spaemann.

(mehr dazu: www.zeit.de)

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Skandal um Abtreibungsfinanzierung weitet sich aus: NRW nur Spitze des Eisberges

Berlin (ALfA). In der Bundesrepublik Deutschland werden bundesweit jedes Jahr durchschnittlich mehr als 35 Millionen Euro aus Steuergeldern zur Finanzierung vorgeburtlicher Kindstötungen aufgewandt. Das berichtet die katholische Tageszeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 15. November). Seitdem das "Gesetz zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen in besonderen Fällen" am 1. Januar 1996 in Kraft getreten sei, hätten die sechzehn Bundesländer bis heute zusammen weit über 250 Millionen Euro für die Finanzierung von "rechtswidrigen" aber "straffreien" Abtreibungen ausgegeben. Laut der "Tagespost" geht das aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe hervor.

Danach haben die Länder seit 1996 den Krankenkassen Kosten für die Tötung von 810.947 Kindern in einer Höhe von 250.523.352,60 Euro erstattet, so die Zeitung weiter. Das seien 90,3 Prozent der vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden gemeldeten Abtreibungen, die nach Paragraph 218 Absatz 1 StGB, der so genannten "Beratungsregelung", durchgeführt worden seien. 308,94 Euro koste demnach eine Abtreibung.

"Die Zahlen werfen die Frage auf, ob und wie in der Praxis eine wirkliche Einkommens- und Vermögensprüfung stattfindet", zitiert "Die Tagespost" den CDU-Politiker Hubert Hüppe. "Wenn man bedenkt, dass die alleinerziehende Mutter eines Kindes ihr gesamtes Vermögen bis auf einen bescheidenen Schonbetrag einsetzen muß, bevor sie Sozialhilfe empfängt, dann findet hier eine einseitige Privilegierung statt", so Hüppe weiter. Laut der "Tagespost" hat ein leitender Angestellter beim AOK-Bundesverband eingeräumt, dass die Krankenkassen bei der Ausstellung der Kostenübernahmeerklärungen auf die "Eigenauskunft" der abtreibungswilligen Frau angewiesen seien. Offensichtlich findet demnach eine Prüfung der tatsächlichen Einkommensverhältnisse nicht statt, so das Blatt weiter.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Nach Therapie mit adulten Stammzellen: Neues Gefühl für gelähmte Gliedmassen

San Paolo (ALfA). Wissenschaftler aus San Paolo haben durch eine Therapie mit adulten Stammzellen gelähmten Patienten wieder Sinnesempfindungen ermöglicht. Das meldet die österreichische Tageszeitung "Der Standard" (Online-Ausgabe vom 18. November). Aus dem Blut der gelähmten Patienten seien Stammzellen entnommen worden und in die Arterien eingeführt worden, um die geschädigten Bereiche zu versorgen. Zwei bis sechs Monate nach der Behandlung hätten 12 von 30 Rückenmark-Patienten auf eine elektrische Stimulation ihrer gelähmten Gliedmaßen reagiert. "Wir hoffen, dass die anderen Patienten ähnliche Fortschritte machen werden. Derzeit ist es aber noch zu früh, um von einem wirklichen Durchbruch zu sprechen", zitiert "Der Standard" den leitenden Wissenschaftler Tarciscio Barros.

(mehr dazu: http://derstandard.at)

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Weiterer Erfolg für die Adulten: Stammzellen heilen verletztes Muskelgewebe

Vancouver (ALfA). Ein bestimmter Stammzelltyp aus dem Knochenmark kann beschädigtes Muskelgewebe heilen. Das meldet das Online-Magazin "wissenschaft.de" (17. November) unter Berufung auf einen Bericht amerikanischer und kanadischer Forscher im Fachmagazin "Nature Medicine". Stammzellen im Knochenmark seien normalerweise an der Blutbildung beteiligt. Doch wie das Team um Fabio Rossi von der Universität British Columbia in Vancouver sowie ein Forscherteam um Margaret Goodell vom Baylor-College für Medizin in Houston beobachtet habe, könnten die Stammzellen bei Mäusen auch die Regeneration verletzter Muskeln in Gang bringen. Wie die Forscher festgestellt hätten, hätten sich die in die Muskel verpflanzten Stammzellen vermehrt und seien auf die Anzeichen einer Entzündung hin zur Verletzung gewandert. Dort seien sie in die Muskelfasern eingebaut worden. Allerdings sei nur selten die für eine Heilung notwendige Vermehrung der transplantierten Stammzellen zu beobachten gewesen, so die Forscher. Weitere Forschung könnte jetzt Wege zeigen, um den Heilungsprozess effizienter zu machen und daraus eine Therapie für Muskelkrankheiten zu entwickeln.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Stammzellen aus dem Knochenmark verletztes Muskelgewebe heilen kann (vgl. ALfA-Newsletter vom 18. Juli 2003). Laut "wissenschaft.de" war aber bislang nicht bekannt, wir der Heilungsprozess abläuft und welche Stammzelltypen ihn bewirken.

(mehr dazu: www.wissenschaft.de)

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Europaweite Legalisierung der Euthanasie? Hospiz Stiftung startet Briefaktion

Brüssel (ALfA). Am heutigen Freitag befasst sich der Gesundheitsausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, in die 45 Länderparlamente ihre Abgesandten schicken, mit einem Antrag zur Legalisierung der Euthanasie. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe vom 20. November). Laut dem Blatt finden voraussichtlich die Befürworter aktiver Sterbehilfe im Gremium eine knappe Mehrheit. Zwar habe die Parlamentarische Versammlung keine gesetzgebende Vollmacht, doch hätten die Diskussionen, die dort geführt werden, und das Stimmungsbild, das dort zum Ausdruck kommt, durchaus prägende Wirkung. Wie die FAZ berichtet, haben Ideen und Anregungen schon von dort über den Ministerrat Eingang in die Europäische Menschenrechtskonvention gefunden, in der bis jetzt das Töten von Menschen nicht gebilligt wird.

Unterdessen hat die Deutsche Hospiz Stiftung vor einer europaweiten Legalisierung der aktiven Sterbehilfe gewarnt. In einer Mitteilung an die Presse (18. November) hält Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, fest: "Das Recht auf Töten hat nichts mit der Würde des Menschen zu tun." Eine europaweite Legalisierung der aktiven Sterbehilfe würde dem Missbrauch Tür und Tor öffnen.

Laut der Hospiz Stiftung belegt eine neue Studie, dass in den Niederlanden jedes Jahr 900 Menschen getötet werden, obwohl sie dies nicht verlangt haben. Seit 2002 ist die aktive Sterbehilfe dort legal. "Eine anonymisierte Befragung unter den Ärzten ergibt, dass in 38 Prozent der Fälle die Angehörigen die Euthanasie des Betroffenen vorantreiben", heißt es in der Pressemitteilung. In 30 Prozent der Fälle werde dem Schwerstkranken der Wunsch nach Euthanasie unterstellt. "Es ist Humbug, von der Selbstbestimmung der Patienten zu reden. Die Menschen lassen sich töten, weil andere es wollen. Die Tötung erfolgt fremdbestimmt", so Brysch. Wenn das Euthanasie-Modell der Niederlande auf sämtliche europäische Staaten übertragen werde, dann würden jedes Jahr mindestens 100.000 Menschen durch aktive Sterbehilfe euthanasiert. Lege man die Missbrauchszahlen der Niederlande zugrunde, würden jedes Jahr 24.000 Menschen getötet, ohne dass eine Einwilligung vorliege.

Nach eigenen Angaben hat sich die Deutsche Hospiz Stiftung in einer Briefaktion an alle politischen Entscheidungsträger gewandt. Empfänger seien neben dem Bundeskanzler auch die 45 Außenminister des Ministerrats sowie die Delegierten der Parlamentarischen Versammlung und ihre Vertreter gewesen. Wie die FAZ berichtet, werden die Politiker in den Briefen aufgefordert, nicht für Sterbehilfe zu entscheiden, sondern sich dafür einzusetzen, die Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden zu verbessern. Außerdem seien die internationalen Dachverbände für Palliativmedizin und für Hospizarbeit mobilisiert worden.

(mehr dazu: www.faz.net; www.hospize.de)

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Uruguay vor Einführung der Fristenregelung: "Jane Roe" kämpft für das Leben

Montevideo (ALfA). Als erstes Land in Lateinamerika könnte Uruguay die Fristenregelung einführen. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (19. November). Derzeit werde im Senat ein Gesetzentwurf diskutiert, nach dem Abtreibung in den ersten zwölf Wochen straffrei sein soll. Bisher sei in Uruguay die vorgeburtliche Kindstötung nur aus medizinischen Gründen zulässig. Laut "kath.net" hat sich die Diskussion auch Norma McCovery eingeschaltet, die 1973 im Urteil "Roe vs. Wade" als Figur benutzt wurde, um die Abtreibung in den USA zu legalisieren. "Jane Roe" alias Norma McCovery habe einen radikalen Wandel zur Lebensschützerin vollzogen und reise nun nach Uruguay, um eine mögliche Einführung der Fristenregelung zu verhindern und über die Folgen der Abtreibung für Frauen zu sprechen.

Wie der katholische Nachrichtendienst weiter berichtet, hat ihr Anwalt, Richard Clayton, erklärt, McCovery habe beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten beantragt, die Entscheidung von 1973 zu revidieren. Für die Beibehaltung des Gesetzes seien fünf Mitglieder des Obersten Gerichts, vier seien dagegen. Die USA hätten durch die Abtreibung 40 bis 50 Millionen Kinder verloren, ein Drittel einer ganzen Generation. Eine ähnliche Situation könne nun in Uruguay entstehen, so der Anwalt. Deswegen sei es nötig, offen über die Folgen der Abtreibung für die Frauen und für die Kinder zu sprechen.

Im Dezember 2002 hatte die Abgeordnetenkammer Uruguays einem Gesetz zur Fristenregelung zugestimmt, so "kath.net" weiter. Gegen das Gesetz hätten sich Staatspräsident Jorge Batlle sowie maßgebliche Politiker ausgesprochen.

(mehr dazu: www.kath.net)

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"Alle Jahre wieder" dieses Mal ohne UNICEF: Spanier starten Kampagne

Madrid (ALfA). Eine spanische Bürgerinitiative startet eine Kampagne gegen den Verkauf von Weihnachtskarten von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNO). Das meldete der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (18. November). Grund für die Aktion sei, dass ein Teil der Verkaufserlöse in die Finanzierung von Tätigkeiten fließen würden, die dem Lebensrecht und der Würde der Person entgegenstünden, so die Initiatoren. Die Kampagne solle der spanischen Bevölkerung klarmachen, dass der Kauf einer UNICEF-Weihnachtskarte bedeute, indirekt Abtreibung, einen Sexualunterrichts unter einem hedonistischen Gesichtspunkt sowie Werbezüge für die Sterilisation unter jungen Frauen zu fördern und mitzufinanzieren.

Wie "kath.net" weiter berichtet, möchte die spanische Bürgerplattform "Hazteoir" die Verkäufer solcher Karten sensibilisieren und ihnen den Schaden erklären, den sie vielleicht unbeabsichtigt mitverschulden. Jeder sei eingeladen, UNICEF zu schreiben, und sei so im Idealfall mitverantwortlich, wenn die Kinderhilfsorganisation dem Druck nachgeben und ihre Politik ändern würde.

(mehr dazu: www.kath.net; www.hazteoir.com)


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