ALfA-Newsletter vom 24.10.2003

News

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USA verbieten brutale Abtreibungsmethode: Kritik von Abtreibungsbefürwortern

Washington (ALfA). In den USA hat der Senat mit großer Mehrheit ein Verbot der sogenannten "Teil-Geburts-Abtreibung" ("partial-birth abortion") verabschiedet. Das berichten unter anderem "Die Tageszeitung", die "Neue Zürcher Zeitung", die "Rheinische Post" (Ausgaben vom 23. Oktober) und das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 23. Oktober). Bei dieser Spätabtreibungsmethode wird während des eingeleiteten Geburtsvorgangs der Kopf des Kindes punktiert und das Gehirn abgesaugt. Der Entscheidung war ein jahrelanger Streit vorausgegangen. Nun ist erstmals seit 30 Jahren ein Gesetz zur Verschärfung der Abtreibungsbestimmungen vom US-Kongress gebilligt worden.

Wie die Zeitungen berichten, hat der Senat die Gesetzesvorlage mit 64 zu 34 Stimmen angenommen. Vorausgegangen sei eine hitzige Debatte. Der republikanische Fraktionschef im Senat, Bill Frist, habe argumentiert, dass das neue Gesetz Leben retten werde. "Wir haben endlich ein Verfahren verboten, das barbarisch, brutal und ein Angriff auf unser moralisches Gespür ist", so der Senator nach der Abstimmung. Dagegen habe die demokratische Senatorin Barbara Boxer von einem "sehr traurigen Tag für die Frauen der Vereinigten Staaten" gesprochen, so die "Neue Zürcher Zeitung". Ihre Parteikollegin Dianne Feinstein habe den Beschluss des Kongresses als einen "ersten Schritt zur Rekriminalisierung von Abtreibungen" bezeichnet, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt".

Präsident Bush habe die Billigung des Gesetzes durch den Senat begrüßt, dem das Repräsentantenhaus bereits vor drei Wochen zugestimmt hatte. Das Gesetz werde einer "abscheulichen Praxis" ein Ende setzen und den USA "eine Kultur des Lebens zurückgeben", zitieren die Zeitungen den US-Präsidenten. Er freue sich darauf, es zu unterzeichnen.

Seit 1995 hatte der republikanisch dominierte Kongress bereits zweimal für schärfere Abtreibungsbestimmungen gestimmt, die jedoch durch ein Veto des damaligen Präsidenten Bill Clinton verhindert worden waren.

(mehr dazu: www.taz.de; www.nzz.ch; www.rp-online.de; www.aerzteblatt.de)

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"Abtreibung ist moralisch inakzeptabel": Mehrheit der Amerikaner ist pro life

Washington (ALfA). Die Mehrheit der US-Amerikaner hält Abtreibungen für moralisch inakzeptabel. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (20. Oktober) unter Berufung auf eine Umfrage, die im Auftrag von "Washington Post" und "ABC News" Mitte Oktober durchgeführt wurde. Demnach bezeichneten es 58 Prozent der Befragten als moralisch nicht akzeptabel, wenn eine gesunde Frau ihr Kind abtreibe, deren Leben nicht durch die Schwangerschaft gefährdet sei. Zwei Drittel aller befragten Katholiken hätte diese Meinung geteilt, so kath.net weiter. Nur 39 Prozent der US-Amerikaner sähen in vorgeburtlichen Kindstötungen kein moralisches Problem.

In den vergangenen Monaten waren mehrere Umfragen zu dem gleichen Schluss gekommen. Erst im September hatte eine Umfrage ergeben, dass 51 Prozent der amerikanischen Frauen eine lebensschützende Haltung einnähmen, während nur 39 Prozent Abtreibungen befürworteten (vgl. ALfA-Newsletter vom 12. September).

(mehr unter: www.kath.net)

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Gouverneur rettet Koma-Patientin vor Tod durch Verhungern: Ehemann protestiert

Clearwater (ALfA). Der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, hat angeordnet, dass die künstliche Ernährung einer Koma-Patientin entgegen dem Wunsch ihres Mannes wieder aufgenommen wird. Das berichten unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Frankfurter Rundschau", die "Rheinische Post" (Ausgaben vom 23. Oktober) sowie der "Stern" und der "Spiegel" (Online-Ausgaben vom 22. Oktober). Bush, Bruder des amerikanischen Präsidenten, ordnete sechs Tage nach dem gerichtlich gebilligten Abbruch der künstlichen Ernährung die erneute Einsetzung der Magensonde an. In einem Eilverfahren hatte der Senat zuvor einem entsprechenden Gesetz zugestimmt, nur wenige Minuten später verabschiedete auch das Abgeordnetenhaus die Vorlage, so die Zeitungen.

Die heute 39-jährige Terri Schiavo erlitt 1990 bei einem Herzinfarkt einen schweren Gehirnschaden und befindet sich seitdem in einem Wachkoma. Ihr Ehemann klagte in einem jahrelangen Rechtsstreit gegen den erbitterten Widerstand der Eltern von Terri Schiavo auf die Beendigung der lebenserhaltenden Massnahmen. Die Eltern sind der Überzeugung, dass ihre Tochter das Bewusstsein voll wiedererlangen könnte und sehen Zeichen für den Versuch Terris, mit ihnen zu kommunizieren - etwa Lachen und Geräusche, die aus der Kehle kommen. Sie argwöhnen, so die "Frankfurter Rundschau", dass es dem Ehemann darum gehe, seine Frau los zu werden. Seinerzeit habe er die behandelnden Ärzte auf Schadensersatz verklagt, da sie den Zustand Terris falsch eingeschätzt hätten. Das Gericht habe ihm damals 700.000 Dollar für die Behandlung seiner Frau und 300.000 Dollar Schmerzensgeld zugesprochen. "Kaum hatte er die Summe in der Tasche, änderte sich sein Verhalten", zitiert die "Frankfurter Rundschau" die Eltern der Patientin.

Der Ehemann der Patientin bedauerte das Eingreifen des Gouverneurs, da der Wunsch seiner Frau zum Spielball politische Interessen geworden sei. Sein Anwalt nannte das Vorgehen Bushs "unmenschlich und barbarisch", so die Zeitungen weiter. Ein Berufungsgericht lehnte einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen das Gesetz ab. Innerhalb von fünf Tagen können vor Gericht weitere Argumente vorgebracht werden.

Bereits 2001 war die künstliche Ernährung Terri Schiavos abgebrochen worden. Zweieinhalb Tage später ordnete ein Gericht auf Antrag der Eltern die Fortsetzung der Ernährung an.

(mehr dazu: www.faz.net; www.fr-aktuell.de; www.rp-online.de; www.stern.de; www.spiegel.de)

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Beckmann greift Ethikrat an: Jahrestagung soll subtil den Lebensschutz aufweichen

Berlin (ALfA). Rainer Beckmann, Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Ethik und Recht der modernen Medizin", hat dem Nationalen Ethikrat vorgeworfen, mit seiner Jahrestagung über den "Umgang mit vorgeburtlichem Leben in anderen Kulturen" den Boden für eine Aufweichung des Embryonenschutzgesetzes und des Stammzellgesetzes bereiten zu wollen. In einem in der katholischen Tageszeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 23. Oktober) veröffentlichten Kommentar schreibt Beckmann, bislang habe sich der Gesetzgeber "ohne jeden Bezug auf Glaube und Religion jeweils strikt am Grundgesetz orientiert und sich unter Berufung auf Menschenwürde und Lebensrecht gegen Embryonenforschung und Embryonenverbrauch entschieden."

Die Antwort auf die Frage, welchen Nährwert angesichts einer klaren Rechtslage die Untersuchung religiöser Vorstellungen in anderen Kulturen haben solle, liege auf der Hand. Da bekanntermaßen die Auffassungen der Weltreligionen zum vorgeburtlichen Leben erheblich differierten, werde am Ende der Veranstaltung die "Erkenntnis" stehen, dass es keinen einheitlichen Maßstab für den Umfang des staatlichen Embryonenschutzes gebe, so Beckmann. "Aus "Respekt vor anderen Kulturen" werde man dem Gesetzgeber nahelegen, sich nicht länger als Gralshüter einer vermeintlichen Menschenwürde kleiner Zellhäufchen aufzuspielen", schreibt Beckmann in der "Tagespost". Die Tagung des Ethikrates sei daher keine Informationsveranstaltung, sondern selbst eine genuin biopolitische Maßnahme. Die längst bekannten Vorstellungen anderer Kulturkreise seien ein Vehikel, um die bisherigen Festlegungen als "Sonderweg" abstempeln zu können, der möglichst bald verlassen werden müsse, so das Mitglied der Enquete-Kommission weiter. Die subtile neu eingeschlagene Taktik nehme scheinbar die Überzeugungen der Weltreligionen ernst, doch nur, um die unterschiedlichen religiösen Auffassungen für die Relativierung des Schutzes menschlicher Embryonen zu nutzen.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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"Neue Dimension der Therapie": Adulte Stammzellen vor großer Zukunft?

Leipzig (ALfA). Durch den Einsatz von körpereigenem Gewebe könnte sich nach Ansicht des Leipziger Zellbiologen Augustinus Bader die Behandlung lebensbedrohlicher Krankheiten beschleunigen und verbilligen. Das berichten die "Frankfurter Rundschau", die "Thüringer Allgemeine", die "Leipziger Volkszeitung" sowie die "Dresdner Neuesten Nachrichten" (Ausgaben vom 23. Oktober). Zum Auftakt des ersten Weltkongresses für Regenerative Medizin in Leipzig sagte Bader, die Regenerative Medizin nehme eine neue Dimension der Therapie in Angriff, die heute noch undenkbar erscheine. Allerdings würden bis zu einer Routineanwendung noch Jahre vergehen.

Bei der Regenerativen Medizin wird im Unterschied zur klassischen Medizin mit Transplantaten und Implantaten von anorganischem Material auf körpereigene Zellen zurückgegriffen. Mit dem sogenannten Tissue Engineering (Gewebezüchtung) soll in Zukunft funktionsfähiges Gewebe - etwa eine Niere, eine Herzarterie oder blutbildendes Knochenmark - aus körpereigenen Stammzellen im Labor gezüchtet und dem Patienten eingepflanzt werden. Schon heute gibt es international erste klinische Anwendungen bei der Hautregeneration. An der Universität in Leipzig arbeiten Wissenschaftler derzeit am der Regeneration von Knochengewebe.

(mehr dazu: www.fr-akuell.de; www.thueringer-allgemeine.de; www.lvz-online.de; www.dnn-online.de)

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Gehen Argumente aus, wird es peinlich: Embryonenoffensive als "Psychoterror"?

Bruchsal (ALfA). Die "Embryonenoffensive" des Vereins "Durchblick e. V." ist auf zum Teil harsche Kritik gestoßen. Das melden die "Badischen Neuesten Nachrichten" (Ausgaben vom 17. Oktober, 18. Oktober und 21. Oktober). Vergangene Woche hatten Lebensrechtler in Karlsbad und den umliegenden Ortschaften begonnen, Briefe mit einer Informationsbroschüre und dem Modell eines zehn Wochen alten Fötus in Originalgröße zu verteilen (vgl. ALfA-Newsletter vom 17. Oktober). Mit Empörung habe pro familia auf das Verteilen der Kunststoff-Modelle reagiert. "Die Idee, bundesweit Millionen von Plastik-Embryonen zu verteilen, ist geschmacklos und grenzt an Psychoterror", zitieren die "Badischen Neuesten Nachrichten" die Vorsitzende des pro familia Landesverbandes, Birgit Kipfer. Die Empfänger dieser "abstrusen Gebilde" habe sie zum Protest aufgefordert, so die Zeitung weiter.

Thomas Schührer, der Vorsitzende des Vereins "Durchblick" hat unterdessen die Aktion verteidigt. Sie zeige zum einen, wie weit ein zehn Wochen alter Fötus bereits entwickelt sei. Zum anderen solle die Aktion bewusst machen, dass viele Frauen teils lebenslang unter den körperlichen und seelischen Folgen einer Abtreibung zu leiden hätten. "Jede Abtreibung hinterlässt zwei Opfer", zitieren die "Badischen Neuesten Nachrichten" Schührer. Wert lege der 37jährige darauf, dass seine Embryoaktion keine Glaubensfrage, sondern eine Menschrechtsfrage sei. Auch könne jeder selbst entscheiden, ob er sich damit auseinandersetzen will.

Anstatt "Menschen an den Pranger zu stellen", sollte sich der Verein "Durchblick" mit seinen Mitteln "für die Verbesserungen der finanziellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einsetzen", erklärte laut dem Blatt der Caritas-Geschäftsführer Albert Wild aus Bruchsal. Die Caritas distanziere sich ausdrücklich von der Aktion. Abtreibung sei keine Angelegenheit, der mit spektakulären Aktionen zu begegnen sei, sondern durch gezielte Unterstützung für die Frauen. Es stelle sich auch die Frage, wie diese Aktion auf Frauen wirke, die ungewollt kinderlos seien oder bereits Fehlgeburten erlitten hätten.

Mit Unverständnis habe auch der katholische Regionaldekan Erwin Bertsch reagiert. Die "Embryonenoffensive" sei eine "fragwürdige Geschmacksache" und habe nichts mit der offiziellen Position der Kirche zu tun, geben die "Badischen Neuesten Nachrichten" den Geistlichen wieder. Merkwürdig sei die Aktion, da seit dem Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerschaftskonfliktberatung Abtreibung kein Thema mehr sei, so der Seelsorger. Die Aktion halte er auch deshalb für sinnlos, weil weder in der Politik noch in der Kirche derzeit Handlungsbedarf bezüglich der vorgeburtlichen Kindstötungen bestehe.

(mehr dazu: www.embryonenoffensive.de; www.bnn.de)

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Für eine handvoll Dollar: Die Todesmaschine für Selberbauer ist da

Queensland (ALfA). Die australische "Voluntary Euthanasia Society" (VES) hat in Queensland eine Do-it-yourself-Todesmaschine zum Eigenbau vorgestellt. Das meldet der katholische Nachrichtendienst "kath.net" (22. Oktober). Die Geräte seien Teil einer Kampagne, um die Regierung zu zwingen, die Euthanasie-Gesetzgebung zu überdenken, habe der Präsident der VES erklärt. Die Bauzeit für die Maschine betrage etwa eine halbe Stunde, rund 20 Dollar würden an Materialkosten anfallen, so kath.net.

"Du kannst im Bett liegen bleiben, deine Augen schließen und schlafen gehen", zitiert die Nachrichtenagentur Sandra Milne, die bei einem Workshop das Gerät selbst zusammengebaut habe. Es bestehe aus einem Plastikcontainer, aus dem Kohlenmonoxid in die Atemwege geleitet werde. Sie habe allerdings nicht vor, das Gerät zu benutzen, habe die Frau erklärt.

(mehr dazu: www.kath.net)

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Neue Studie zeigt: Gentherapie kann Krebsgen aktivieren

Cedex (ALfA). Die Ursache für die Leukämie-Erkrankungen an einem renommierten Zentrum für Gentherapie im Pariser Hospital Necker sind anscheinend endgültig geklärt. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 20. Oktober) unter Berufung auf einen Bericht französischer und englischer Forscher im Fachmagazin "Science". Demnach seien zwei der neuen behandelten Kinder an Leukämie erkrankt, da die Gentherapie ein Krebsgen (Onkogen LMO2) aktiviert habe.

Die Therapien in Paris hätten als wesentlicher Triumph der Gentherapie gegolten. Bei neun von zehn Kindern sei es gelungen, mittels eines Retrovirus das Gen zu ersetzen, das für eine schwere Immundefizienz verantwortlich sei. Die Kinder hätten daraufhin nicht mehr in einer keimfreien Umgebung leben müssen, so das "Ärzteblatt". Doch nach der Therapie seien die jüngsten beiden Kinder an Leukämie erkrankt. Inzwischen seien sie durch Chemotherapie und eine Knochenmarkstransplantation zwar geheilt, doch die Komplikationen hätten dazu geführt, dass die Gentherapie in mehreren Ländern eingestellt worden sei.

Zentraler Bestandteil der Gentherapie sei es, dass sich Retroviren im Genom integrieren und als Fähre die Fracht des neuen korrigierten Gens an das Erbgut ablieferten. Werde das Gen aber in der Nähe von Onkogenen ins Genom integriert, sei eine unkontrollierte Vermehrung der Gene möglich. Die Forscher hätten nun vorgerechnet, dass bei einer Gentherapie etwa fünf bis sechs Millionen Zellen mit dem Retrovirus infiziert würden. Das bedeute, dass das Gen allein durch den Zufall etwa 70-mal in der Nähe des LMO2-Gens eingebaut würde, so das "Ärzteblatt" weiter. Wenn sich nur eine dieser Zellen daraufhin klonal vermehrte, könne dies eine Krebserkrankung auslösen.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)


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