ALfA-Newsletter vom 28.02.2004

News

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US-Kongress schafft Rechtsstatus für ungeborene Kinder: Ausnahme Abtreibung

Washington (ALfA). Der US-Kongress hat am Donnerstag (26.02.) ein Gesetz verabschiedet, das ungeborenen Kindern unter bestimmten Bedingungen einen eigenen Rechtsstatus verleiht. Das berichtet die katholische Zeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 28.02.) unter Berufung auf die Katholische Nachrichtenagentur (KNA). Das Gesetz sehe vor, dass die Verletzung oder Tötung des ungeborenen Kindes bei einem Angriff auf die schwangere Mutter als gesonderte Straftat zu bewerten sei. Abtreibungen seien jedoch aus der neuen Regelung ausdrücklich ausgenommen, schreibt das Blatt. Für das Gesetz stimmten 254 Senatoren, 163 dagegen.

Weiter heißt es, Gegner des Gesetzes hätten kritisiert, auf diese Weise solle das "Recht auf Abtreibung" unterminiert und vorgeburtliche Kindstötungen durch die Hintertür verboten werden.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Hoppe: Aus biologischer und ärztlicher Sicht ist der Embryo von Anfang an Mensch

Stuttgart (ALfA). Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg Dietrich Hoppe, hat seine Ablehnung des Klonens (vgl. ALfA-Newsletter vom 20.02.) bekräftigt. Den Stuttgarter Nachrichten (Ausgabe vom 26.02.) sagte Hoppe: "In Deutschland ist das Klonen von menschlichen Embryonen verboten - unabhängig von dem damit verfolgten Zweck. Schon der Versuch ist strafbar. An dieser eindeutigen Ablehnung jedweden Klonens sollten wir festhalten".

Der Zeitung zufolge forderte Hoppe weiter: "Wir müssen uns sehr deutlich vor Augen führen, dass das Klonen von Embryonen erhebliche Auswirkungen auf unser Verständnis von Menschenwürde und schützenswertem Leben haben wird." Dies gelte auch für die Grundsatzfrage, wann menschliches Leben beginnt und ab wann es geschützt werden muss.

Der Präsident der Bundesärztekammer stellt klar: "Aus biologischer, vor allem aber aus ärztlicher Sicht ist ein Embryo von der Verschmelzung der Keimzellen an ein Mensch".

(mehr dazu: www.stuttgarter-nachrichten.de)

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Deutsche lehnen therapeutisches Klonen ab: Minderheit sieht darin letzten Ausweg

Hamburg (ALfA). Die Mehrheit der Deutschen lehnt auch das sogenannte therapeutische Klonen ab. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" (Ausgabe vom 22.02.) unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis. Danach würden 52 Prozent der Befragten "unter keinen Umständen" Gewebe transplantiert bekommen wollen, das aus geklonten Embryonen gewonnen wurde, die dazu nach ihrer Erzeugung getötet werden müssen.

68 Prozent sind gar der Ansicht, dass das Klonen für medizinische Zwecke generell verboten bleiben solle. Nur 28 Prozent befürworten eine Aufhebung des Verbots, menschliche Embryonen zu diesem Zweck zu erzeugen.

42 Prozent gaben an, sie könnten sich vorstellen, sich selbst Gewebe aus geklonten Embryonen einsetzen zu lassen, allerdings nur "bei schweren Krankheiten als letzte Chance, wenn gar nichts anderes helfen kann".

Mit dem Klonen zu Forschungszwecken wollen Forscher Gewebe züchten, mit dem bislang unheilbare Krankheiten wie Parkinson und Diabetes therapiert werden sollen. Erst kürzlich hatten südkoreanische Forscher menschliche Embryonen geklont und aus ihnen eine Stammzelllinie gewonnen. (vgl. ALfA-Newsletter vom 20.02.).

(mehr dazu: www.welt.de)

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Neuer Streit um Donum Vitae: Bischof Müller antwortet auf Albert Keller

Regensburg (ALfA). Der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, hat den Jesuitenpater Albert Keller aufgefordert, seine "unglaublichen Anschuldigungen gegen die deutschen Bischöfe" zurückzunehmen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Ausgabe vom 23.02.). Die Zeitung bezieht sich auf einen Beitrag Müllers für das März-Heft der Zeitschrift "Stimmen der Zeit".

In der November-Ausgabe der "Stimmen der Zeit" hatte der Jesuit Keller "mündige Christen" zur Unterstützung von "Donum Vitae" aufgerufen und die Bischöfe kritisiert, weil in ihren Schwangerenkonfliktberatungsstellen, keine Scheine mehr ausgestellt werden. Wie Keller damals schrieb, nähmen die Bischöfe damit in Kauf, "dass infolge ihrer Entscheidung, mehr Kinder abgetrieben werden als ohne sie". In Bayern seien bis Herbst 2003 rund 3.000 Frauen durch Schein-Beratung von Donum-Vitae ermutigt worden, "Ja" zu ihrem Kind zu sagen.

In der aktuellen Ausgabe kritisiert Müller, dies sei die "unbewiesene Tatsachenbehauptung", da die Zahl allein auf Einschätzungen der Beraterinnen über den weiteren Verlauf der Schwangerschaften ihrer Klientinnen beruhe. Doch selbst wenn die Zahl realistisch wäre, werfe sie Fragen auf, wie die, was mit den übrigen 7.000 Kindern geschehen sei?

Laut Müller habe Donum Vitae in Bayern bis Herbst 2003 rund 10.000 Konfliktberatungen durchgeführt. "Kann Donum Vitae es verantworten, 10.000 Beratungsscheine auszustellen, von denen 7.000 als Tötungslizenzen verwendet werden?" fragt der Bischof.

(mehr dazu: www.sueddeutsche.de)

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Verkehrte Welt: Katholische Akademie empfiehlt distanzierten Umgang mit Embryo

Freiburg (ALfA). Eine von der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg zusammen mit dem "Zentrum für Ethik und Recht in der Medizin" im Universitätsklinikum Freiburg veranstaltete Tagung "Bilder des Unsichtbaren - Die Darstellung des Embryos in Geschichte und Gegenwart" hat für erhebliche Irritationen gesorgt.

Wie die katholische Zeitung "Die Tagespost" berichtet (Ausgabe vom 21.02.) sei es das zu Beginn der Veranstaltung erklärte Ziel der Tagung gewesen, "zu einem distanzierteren Umgang mit dem Embryo zu finden."

Autor des Beitrags ist der Vorsitzende der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e.V., Bernward Büchner, der selbst an der Tagung teilgenommen hatte. Seinem Bereicht zufolge habe die Soziologin Barbara Duden in ihrem Eingangsreferat die Ansicht vertreten, mit der Darstellung des Embryos würde eine optische Täuschung desorientierend als Erkenntnismittel eingesetzt. Duden, eine Vorkämpferin für die Streichung des Paragraphen 218, forderte, Frauen müssten definieren können, ob und was der Embryo sei. "Wenn für die Frau nichts sei, dann sei auch nichts. Dann sei der Embryo eben eine Sache oder gar nichts. Dieser merkwürdigen These wurde von den weiteren Referentinnen eigentlich nicht widersprochen", schreibt Büchner.

Laut der Gynäkologin Regina Rasenack änderten Frauen unter Eindruck des Ultraschallbildes öfters ihre Einstellung zum Schwangerschaftsabbruch. Deshalb würden solche Bilder von der "Anti-Abortion-Liga" auch oft "zur Stimmungsmache" eingesetzt, gibt der Bericht die Referentin wieder.

Weiter heißt es: Nachdem die für ihre Fernsehbeiträge mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Filmemacherin Beatrice Sonhueter vom Bayerischen Rundfunk ihren Film "Ab wann ist der Mensch ein Mensch?", der ihre eigene kritische Einstellung zum sogenannten therapeutischen Klonen deutlich zum Ausdruck bringe, gezeigt und erläutert hätte, hätten die anderen Referentinnen den Film "als hysterisierend, fundamentalistisch, tendenziös, moralisierend oder Ängste weckend" kritisiert. Barbara Duden bemängelte dem Zeitungsbericht zufolge die "völlig unangemessene Rede von Würde in Bezug auf eine Sache". Allein der Ethiker Walter Lesch habe Sonhueters Position "mehr als sympathisch" gefunden.

(mehr dazu: www.die-tagespost.de)

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Italiens Samenbanken vor Aus: Widerstand gegen Gesetze zum Embryonenschutz

Rom (ALfA). In Italien wächst laut dem "Deutschen Ärzteblatt" (Online-Ausgabe 26.02.) der Widerstand gegen die kürzlich vom Parlament durchgesetzten neuen Gesetze, welche die künstliche Befruchtung regeln. Wie das Blatt wörtlich schreibt: hätten "zahlreiche bekannte Ärzte sowie dutzende Patientengruppen" gegen "die drakonischen Bestimmungen scharf protestiert".

Die neuen Bestimmungen seien von der Regierung Berlusconi gegen den Widerstand zahlreicher Ärzte-Organisationen durchgesetzt worden. Weiter heißt es: "Parlamentarier konnten in freier Abstimmung darüber entscheiden. Zahlreiche Abgeordnete der Opposition votierten für die neuen Bestimmungen, die maßgeblich von der römisch-katholischen Kirche unterstützt wurden." Dagegen hätten sich "zahlreiche weibliche Abgeordnete" aus Protest gegen die als "frauenfeindlich" bezeichneten Bestimmungen mit weiß geschminkten Gesichtern ins Parlament gesetzt.

Die neuen gesetzlichen Bestimmungen müssten noch von dem italienischen Präsidenten Carlo Azeglio Ciampi genehmigt werden. Laut dem Bericht verbieten sie unter anderem die künstliche Befruchtung mit gelagertem Samen sowie das Einfrieren von Embryos. Das Screening von Embryonen auf genetische Defekte würde ebenfalls in den meisten Fällen verboten. Auch dürften künstliche Befruchtungen nur noch "stabilen heterosexuellen Paaren" angeboten werden. Wie das Blatt weiter schreibt, rechneten Beobachter damit, dass nun die meisten italienischen Samenbanken schließen müssten.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Tot oder Adoption: US-Ärzte debattieren über Schicksal verwaister Embryonen

Washington (ALfA). In den Vereinigten Staaten von Amerika ist eine Debatte darüber entbrannt, ob eingefrorene Embryonen, die nicht mehr für künstliche Befruchtungen benötigt werden, getötet werden dürfen. Das berichtet das "Deutsche Ärzteblatt" (Online-Ausgabe vom 27.02.04).

Laut dem Blatt existieren in den USA rund 400 000 menschliche Embryonen. Dem Bericht zufolge verlange die Christian Medical Association (CMA), dass die Embryonen zur Adoption frei gegeben werden, anstatt sie zu zerstören. Weiter heißt es, die CMA betreibe seit Jahren sehr erfolgreich gesundheitspolitische Lobbyarbeit in Washington und verfüge über erheblichen Einfluss. Die Organisation unterstütze die Arbeit eines Embryonen-Spenderzentrums mit dem Namen "National Embryo Donation Centre" (Knoxville, Tennessee). Kinderlose oder adoptierwillige Paare meldeten sich bei dem Zentrum, um sich einen Embryo vermitteln zu lassen. Laut der CMA stünden heute 140 Paare auf der Warteliste für einen Adoptionsembryo, schreibt das Blatt.

Weiter heißt es, allerdings hätten bislang lediglich 20 Paare Embryonen gespendet und zur Adoption frei gegeben. US-amerikanische Ärztezeitungen berichteten ausführlich über die Debatte. Im Mittelpunkt stehe dabei die Frage, ob es ethisch vertretbar sei, nicht benötige menschliche Embryonen zu töten.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Nach der Samenspende: Nun auch Eizellenversand via Internet

London (ALfA). Nach einer Website zur Bestellung von Samenspenden sollen künftig auch Eizellen im Internet geordert werden können. Das berichtet die "Westfälische Zeitung" (Ausgabe vom 23.02.) unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Danach habe der Gründer des britischen Sperma-Versands www.ManNotIncluded.com, John Gonzalez, die neue Website www.WomanNotIncluded.com in Betrieb genommen. Während sich sein erstes Angebot an Frauen richte, die sich ein Kind wünschen, aber keinen männlichen Partner hätten, wende sich die zweite Website an unfruchtbare Frauen, die sich eine fremde Eizelle einpflanzen lassen möchten.

"Wir glauben, dass wir der erste umfassende Online-Lieferant von Eizellen sind", wird Gonzalez zitiert. Wie die Zeitung weiter schreibt, koste die Einschreibung rund 200 Euro, jede Eizelle 900 bis 1800 Euro. Bisher hätten sich 40 Eizellen-Spenderinnen gefunden, die potenzielle Kundinnen über ihr Aussehen, ihre Gesundheit und zum Teil auch über ihre akademischen Leistungen informieren.

Die Website www.ManNotIncluded.com sei nach Angaben von Gonzalez ein großer Erfolg und habe bisher zur Geburt von sechs "Online-Babys" geführt. Mittlerweile seien dort 9.000 Spender registriert.

(mehr dazu: www.wz-newsline.de)

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