ALfA-Newsletter vom 29.08.2003

News

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Kein Geld für Abtreibungen: USA streicht Unterstützung einer "Hilfsorganisation"

Washington (ALfA). Weil eine Gruppe der betroffenen Dachorganisation in China Zwangsabtreibungen und -sterilisationen unterstützen soll, hat das amerikanische Außenministerium einem Aidsprogramm die finanzielle Unterstützung entzogen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Online-Ausgabe vom 28. August). Der Sprecher des Außenministeriums Philip Reeker habe erklärt, sechs der sieben Gruppen in der Dachorganisation sei Geld angeboten worden. Die Organisation habe jedoch abgelehnt, weil die Bitte der siebten Gruppe um Unterstützung zurückgewiesen worden sei. "Es war die Entscheidung der Dachorganisation, die Hilfe nicht anzunehmen", zitiert das Magazin Reeker.

Die Gruppe Marie Stopes International sei ausgeschlossen worden, weil sie in China mit dem Uno-Bevölkerungsfonds kooperiere. Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr erklärt, der Fonds verletze ein Gesetz gegen erzwungene Abtreibungen und Sterilisationen.

(mehr dazu: www.spiegel.de)

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Erfolge bei Infarkt-Therapie: Adulte Stammzellen heilen Herzen

Düsseldorf (ALfA). Die vor zwei Jahren weltweit erstmals in Düsseldorf angewendete Therapie mit adulten Stammzellen bei Herzinfarktpatienten ist nach Angaben der Ärzte hervorragend verlaufen. Das meldet die "Deutsche Presseagentur" (dpa) am 29. August. Nach Aussagen des Kardiologen Prof. Bodo Eckehard Strauer gehe es den insgesamt 34 Patienten großartig.

Die körpereigenen Stammzellen seien den Patienten in die Herzkranzgefäße implantiert worden. Bereits in den ersten drei Monaten habe sich das durch den Infarkt zerstörte Gewebe regeneriert und die Durchblutung gebessert.

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Zellen abgetriebener Kinder spuken im Gehirn: Keine Heilerfolge bei Parkinson

Washington (ALfA). Zum zweiten Mal ist in den USA der Versuch misslungen, Parkinson-Patienten mit Hirnzellen abgetriebener Kindern zu therapieren. Das berichtet die österreichische Tageszeitung "Die Presse" (Ausgabe vom 29. August). Ebenso wie die erste, vor zwei Jahren abgeschlossene Studie zeige auch die aktuelle Untersuchung keinerlei Heilerfolge, sondern vielmehr schwere Nebenwirkungen: Einige Patienten hätten Dyskeniasis entwickelt, ein unfreiwilliges Muskelzucken. "Man kann die Therapie bei Parkinson nicht empfehlen", zitiert das Blatt die Ärzte.

Bei Parkinson sterben im Gehirn die Dopamin produzierenden Zellen ab. Wie die Zeitung berichtet, war in den beiden Studien versucht worden, die defekten Zellen durch transplantierte Zellen zu ersetzen, die man abgetriebenen Kindern entnommen hatte. Es sei unklar, warum die Therapie nicht funktioniert habe: Beim ersten Versuch hätte es Hinweise auf eine Überaktivität der implantierten Zellen gegeben, im zweiten hätten sie eher zu wenig aktiv geschienen; vermutet worden sei auch eine Schwächung des Immunsystems.

Nun werde geplant, mit Hilfe von embryonalen Stammzellen Parkinson-Therapien zu entwickeln. Allerdings sei die Forschung an embryonalen Stammzellen für öffentlich geförderte Forscher an Universitäten nur restriktiv erlaubt. Die Industrie könne dagegen frei forschen. In diesem Zusammenhang wies die Zeitung darauf hin, dass die Industrie, anders als die öffentliche Forschung, nicht an der Publizität ihrer Misserfolge interessiert sei. Details über einen letztes Jahr misslungenen Test eines Alzheimer-Impfstoffs seien nie an die Öffentlichkeit gekommen.

(mehr dazu: www.diepresse.at)

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Adulte Stammzellen sorgen für Durchblick: Heilung von Blindheit möglich?

San Diego (ALfA). Mit Hilfe einer Stammzell-Transplantation hat ein Blinder nach vier Jahrzehnten die Sehfähigkeit zurückerlangt. Das berichten die "Berliner Morgenpost" sowie die "Netzeitung" (Ausgaben vom 25. August). Im März 2000 hätten die Ärzte einem blinden Patienten Stammzellen aus dem die Hornhaut umgebenden Gewebe implantiert.

Der Mann, der nach einem Unfall im Alter von drei Jahren erblindet war, müsse sich mühsam an die zurückgewonnene Fähigkeit bemühen, berichte ein Forscherteam um Ione Fine von der Universität von Kalifornien in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience". Schwierigkeiten habe der Patient vor allem beim dreidimensionalen Sehen und bei der Zuordnung von Gesichtern.

(mehr dazu: www.morgenpost.berlin1.de; www.netzeitung.de)

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Aktive Sterbehilfe bald salonfähig? Hospiz Stiftung kritisiert Zypries

Dortmund (ALfA). Die Deutsche Hospiz Stiftung hat die Entscheidung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries scharf kritisiert, die einzige Patientenschutzorganisation der Schwerstkranken und Sterbenden nicht an der Arbeitsgruppe Patientenverfügungen zu beteiligen. Das teilte die Deutsche Hospiz Stiftung am 29. August der Presse mit. Stattdessen sollen nach Willen der Ministerin Befürworter von aktiver Sterbehilfe einbezogen werden. "Es ist zu befürchten, dass aktive Sterbehilfe in Deutschland salonfähig wird", sagte Monika Schweihoff, Ärztin bei der Deutschen Hospiz Stiftung. Das Töten von alten und kranken Menschen werde verharmlost. Die Menschenwürde der Schwerstkranken werde "mit Füssen getreten", so Schweihoff.

Es sei vollkommen unverständlich, dass Bundesjustizministerin Zypries Befürwortern von aktiver Sterbehilfe eine Plattform biete. Schließlich herrsche in der Bevölkerung ein breiter Konsens darüber, dass aktive Sterbehilfe verboten bleiben müsse. Politiker entschieden über die Köpfe der Betroffenen hinweg.

Nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs im März müssen Vormundschaftsrichter künftig prüfen, ob Patientenverfügungen gültig sind, wenn lebenserhaltende Maßnahmen abgebrochen werden sollen (vgl. ALfA-Newsletter vom 11. April). Die Deutsche Hospiz Stiftung hatte deshalb gefordert, Patientenverfügungen gesetzlich zu regeln. Bundesjustizministerin Zypries hat daraufhin eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet, die Empfehlungen für die gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen erarbeiten soll. In einem Schreiben hat sie nun mitgeteilt, dass die Deutsche Hospiz Stiftung nicht daran beteiligt werde.

(mehr dazu: www.hospize.de)

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Hungern im Freizeitparadies Deutschland: Unterversorgung in Pflegeheimen

München (ALfA). Viele Pflegeheimbewohner bekommen nicht ausreichend zu essen und zu trinken. Das meldet das "Deutsche Ärzteblatt" (Ausgabe vom 25. August) unter Berufung auf einen Bericht im Nachrichtenmagazin "Focus". Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) habe in einer "Grundsatzstellungnahme" festgehalten, eine Stichprobenuntersuchung hätte gezeigt, dass etwa zwei Drittel der Bewohner, die über eine Magensonde ernährt würden, "kalorisch unterversorgt" gewesen seien, heißt es in der Meldung.

Auch der für Rheinland-Pfalz zuständige MDK berichte in seinen "Qualitätsprüfungen im Jahr 2002" von "unzureichender Nahrungszufuhr" bei 40 Prozent der künstlich ernährten Senioren. Der zuständige Experte der MDK-Zentrale in Essen habe bestätigt, jahrelange Kontrollbesuche in Heimen hätten gezeigt, dass viele Pflegeeinrichtungen weder planten noch überprüften, ob ihre Bewohner genügend tränken. In den vergangenen Wochen waren in Deutschland aufgrund der Hitzewelle Dutzende ältere Menschen gestorben.

(mehr dazu: www.aerzteblatt.de)

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Eizell-Suche mit Oma: 56-jährige will ein viertes Kind

London (ALfA). In England hat eine 56-jährige Großmutter in Geschäften und Zeitungen Anzeigen veröffentlicht, um eine Eizellspenderin zu finden, die ihr zu einem vierten Kind verhilft. Das berichtet "BBC News" (Online Ausgabe vom 21. August). Mit 24 Jahren habe sich die damals zweifache Mutter sterilisieren lassen, da sie keine weiteren Kinder haben wollte. Fast 20 Jahre später habe sie nach einer künstlichen Befruchtung ein drittes Kind bekommen.

Nun würden sich ihr 69-jähriger Ehemann und sie um ein viertes Kind bemühen. Von den örtlichen Fruchtbarkeitskliniken sei sie abgewiesen worden, da dort eine Altersgrenze von 55 Jahren gelte. Wenn sich eine Eizellspenderin fände, sei eine künstliche Befruchtung bei einem Spezialisten in Italien geplant. Laut BBC habe eine Sprecherin der "Human Fertilisation und Embryology Authority" (HEFA) mitgeteilt, es sei der Frau freigestellt, eine Eizellspenderin zu suchen. "Im Gesetz ist kein Alterslimit für künstliche Befruchtungen festgeschrieben", so die Sprecherin.

(mehr dazu: http://news.bbc.co.uk)

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Chinesischer Mischklon: Forscher stellen Kaninchen-Menschen her

Shanghai (ALfA). Chinesische Wissenschaftler haben eine Stammzell-Chimäre erschaffen. Das melden die "Süddeutsche Zeitung" und "Die Welt" (Ausgaben vom 26. August). Den Forschern sei es gelungen, den Kern einer menschlichen Hautzelle in eine Kaninchen-Eizelle einzupflanzen und zur Vermehrung anzuregen. Fast jeder zehnte Ansatz sei auf 200 Zellen angewachsen und hätte so das Blastozysten-Stadium erreicht. Dies sei ein Beweis dafür, dass embryonale Stammzellen auch auf diese Weise hergestellt werden könnten.

Allerdings müssten die Chimären noch zeigen, dass sie auch langfristig lebensfähig seien und sich zu funktionsfähigem Gewebe wie Nervenzellen oder Herzmuskelzellen entwickeln könnten, so die Zeitungen. Erst dann wäre eine Verwendung als Stammzellersatz möglich, weil sich mit dem Erbgut des Tranplantat-Empfängers spezifischer Zellersatz herstellen ließe. Interessant sei das für die Grundlagenforschung; für eine medizinische Anwendung dagegen dürfte eine Zelle, die neben menschlicher auch tierische DNS enthalte, zu fehleranfällig sein.

(mehr dazu: www.sueddeutsche.de; www.welt.de)


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